Eishockey

Der EV Pegnitz trauert um einen seiner ganz Großen

16.5.2021, 13:40 Uhr
Sie sind über viele Jahre Sportsfreunde geblieben: Stefan Ponitz (links) widmete seinem einstigen Entdecker Alfred Kirschnek die BEV-Ehrennadel für den Aufstieg

Sie sind über viele Jahre Sportsfreunde geblieben: Stefan Ponitz (links) widmete seinem einstigen Entdecker Alfred Kirschnek die BEV-Ehrennadel für den Aufstieg © Richard Reinl, NN

Kirschnek erzählte gern von der Knochenarbeit zu Natureis-Zeiten, als es galt, zunächst den Knopferweiher in ein Stadion zu verwandeln und später die neue Spielfläche mit der Hand auszuschaufeln. Trotz dieser schwierigen Ausgangslage habe der EVP bald international Anerkennung genossen: „Wir wurden zu Turnieren nach Solothurn und Grindelwald eingeladen, haben gegen Partisan und Roter Stern Belgrad gespielt und durften sogar im berühmten Berliner Sportpalast antreten.“

Die Mannschaft lief zu Hochform auf und eilte mit so klangvollen Namen wie Chwalka, Gilligbauer, Hinz, Reichel, Friedl, Neubig und Kirschnek, um nur einige zu nennen, vor oftmals weit mehr als 1000 Zuschauern von Sieg zu Sieg. Dabei waren die ersten vereinseigenen Torwartschienen Marke Eigenbau. „Ein Kartoffelsack wurde mit Holzwolle gefüllt und knallrot angestrichen“, so Kirschnek, der auch für die Reparatur der Schläger verantwortlich war.

Große Verdienste erwarb sich der frühere Verteidiger als Nachwuchstrainer, der so manches Talent entdeckt hat. Einer seiner Lieblingsschüler war Stefan Ponitz, der später gemeinsam mit Markus Schwindl zu einer Leitfigur der „Ice Dogs“ wurde. Er sei eines Tages unverhofft beim Training der Kleinschüler aufgetaucht. Weil sein Talent unverkennbar war, nahm ihn Kirschnek bald zu einem Auswärtsspiel nach Kulmbach mit.

Doch der Schiedsrichter wollte ihn wegen seines zu geringen Alters nicht mitspielen lassen. Diese Nachricht traf Trainer Kirschnek ins Herz: „Der Bub hat mir so leid getan, dass ich den Schiedsrichter gebettelt habe, doch beim Ligenleiter anzurufen und eine Ausnahmegenehmigung zu erwirken.“ Gesagt, getan. Der Funktionär ließ sich erweichen und legte so unverhofft den Grundstein für eine tolle Karriere.

Stefan Ponitz hat seinem „väterlichen Lehrmeister“ diesen Einsatz nie vergessen: Nach dem Bayernliga-Aufstieg im Jahr 2004, für den er als Spielertrainer wesentlich mit verantwortlich war, widmete er Alfred Kirschnek seine BEV-Ehrennadel. Dieser war gerührt: „Das ist für mich der schönste Lohn.“

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