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Der SV 08 Auerbach begeistert nach der Corona-Pause

Die Fußballer erhalten sogar Lob vom Gegner und wollen nun noch mehr. - 17.10.2020 10:20 Uhr

So ausgelassen feierte das Team des SV 08 Auerbach den Sieg im Kreispokal – jetzt wollen sie über die Relegation um den Bezirksligaaufstieg mitmischen.


Ende September haben die Fußballer des SV 08 nach einem klaren 3:0 gegen Bezirksligisten SV Etzenricht den Toto-Pokal des Fußballkreises Amberg-Weiden in die Höhe gestemmt. 40 Mannschaften aus dem Spielkreis kämpften von Juli bis September um den Titel. Im K.o-Turnier traf der SV 08 auf Teams aus der eigenen Liga, Kreisklassisten und A-Klassisten. Und sie trafen auf Mannschaften, die eine Etage höher spielten – auf den SV Raigering, im Halbfinale mit 1:0 bezwungen, und den SV Etzenricht im Endspiel.

Dass sich seine Mannschaft gegen diese Hochkaräter durchsetzen kann, davon war Spielertrainer Michael Keil von Anfang an fest überzeugt: "Ich habe es uns auf jeden Fall zugetraut, dass wir es schaffen können."

Mit dem Gewinn des Kreispokals qualifizierte sich der SV 08 für die Teilnahme am Verbandspokal, dem Toto-Pokal Bayern. Da mussten sich die Auerbacher am vergangenen Sonntag in der ersten Runde gegen den oberfränkischen Landesligisten VfL Frohnlach geschlagen geben. Dabei sah es lange Zeit gut für die Oberpfälzer aus. Kaum Torchancen hat es auf beiden Seiten gegeben. Mit einem Foulelfmeter von Matthias Förster waren die Auerbacher kurz vor der Halbzeit sogar in Führung gegangen. In der zweiten Halbzeit zerstörte der Frohnlacher Angreifer Aykut Civelek die Auerbacher Hoffnungen auf die zweite Runde mit einem lupenreinen Hattrick.

Nach acht Siegen in acht wettbewerbsübergreifenden Spielen fand der Höhenflug der Auerbach ein Ende. Trotzdem: Für Trainer Keil ist die Niederlage kein Rückschlag: "Wir können auch dadurch absolut positiv auf die nächsten Spiele blicken."

Nach Jahren im tristen Mittelfeld der Kreisliga präsentiert sich das Team wie eine Einheit, die sich nicht über die individuellen Klasse einiger Spieler definiert, sondern dank intaktem Teamgeist und langer Trainingseinheiten gute Resultate auf dem Platz erzielt. Das sei in den Augen von Kapitän Manuel Trenz dem Spielertrainer zu verdanken: "Man kann die Arbeit von Michael nicht hoch genug schätzen." Keil habe die spielerische Qualität der Mannschaft auf eine neue Ebene gehoben.

Auf lange Bälle wird schon länger nicht mehr gesetzt. Stattdessen kombiniert sich die Mannschaft mit kurzen Pässen durch die gegnerische Hälfte. Dies führt nicht nur zu Erfolgen, sondern ist auch schön anzusehen - finden mittlerweile auch die Gäste hinter der Werbebande: "Wenn uns sogar die kritischen Auerbacher Zuschauer sagen, dass sie gerne zum Sportplatz kommen, um unsere Spiele anzusehen, dann macht uns das schon stolz", sagt Trenz.

Seit der D-Jugend zusammen

Seit der D-Jugend spielt Trenz mit dem Spielertrainer zusammen. Das schafft Vertrauen: "Wir kennen uns in- und auswendig – ab und an fragt mich Michael um Rat, wenn er sich in manchen Situationen nicht ganz sicher ist, wie wir spielen sollen."

Aufgrund eines Muskelfaserisses muss Trenz derzeit pausieren. Doch in den kommenden Wochen will er da sein für die Mannschaft – zur Not auch als Mentor abseits des Spielfeldes. Schließlich gibt es für die Auerbacher in der Liga noch einiges zu holen. Zwei Punkte fehlen der Mannschaft, derzeit auf dem fünften Platz notiert, auf Rang zwei, den Relegationsplatz. Eine Tatsache befördert die Mannschaft um Michael Keil dabei in eine besonders angenehme Ausgangslage: Die Auerbacher haben zwei bis drei Spiele weniger absolviert als ihre Tabellennachbarn.

Aufgrund der Corona-Zwangspause wird die Saison erst im Mai zu Ende gespielt werden. Dennoch macht man sich bereits Gedanken, wie man die ungewöhnlich lange Spielzeit im Frühjahr beenden wird: Ob es mit der Relegation klappen könnte? "Ja", antwortet Kapitän Trenz und strahlt am Telefonhörer ein Selbstbewusstsein aus, das man in den vergangenen Jahren eher selten bei einem Auerbacher Spieler erlebt hat. "Wir wissen, dass wir uns durch unsere harte Arbeit zu einer guten Mannschaft entwickelt haben. Es gibt keinen Grund, der dagegen spricht."

MARKUS MAISEL

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