Donnerstag, 15.04.2021

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Diese Spitzbuben machen Lust auf Weihnachten

Die Familie Reichel backt in der Vorweihnachtszeit mit Begeisterung Spitzbuben - 05.12.2020 14:55 Uhr

Bei Mutter Monika Reichel und Tochter Eva aus Plech geht es Hand in Hand. Sie sagen: „Spitzbuben müssen in der Weihnachtsbäckerei sein.“

04.12.2020 © Foto: Rosi Thiem


"Den Teig kneten und das Ausstechen mache ich am liebsten", verrät Eva Reichel. Flink bewegt sie die Blumenform im Teig und lockert mit einem geübten Dreh den Teig und lässt ihn auf das Backblech gleiten. Wird auch manchmal dabei genascht? "Ja, natürlich", sagt die Zehnjährige grinsend, "da stibitze ich schon mal."

Spitzbuben gibt es bei den Reichels immer im Advent. "Das muss sein: Butterplätzchen, Nikoläuse aus Quarkölteig, Elisenlebkuchen und Spitzbuben", meint Mutter Monika Reichel lachend während sie aufzählt. Zum 1. Advent gab es die ersten Plätzchen und dann wird auch noch mal nachgebacken, damit sie bis zum Heiligabend reichen. "Manchmal muss ich sie auch verstecken und "dosieren." Die Spitzbuben stammen von einem alten Rezept von der Oma. Wir rollen sie extra dünn aus und füllen sie nach dem Backen immer mit Erdbeermarmelade. Allerdings kann man sie auch prima ungefüllt verzehren, da schmecken sie wie Kekse, weil sie so knusprig dünn sind", so Monika Reichel.

Ein wenig Normalität in der Corona-Zeit

Auf einem breiten bemehlten Holzbrett werden sie ausgerollt und kommen nach dem Ausstechen flugs in den Ofen. Das nächste Blech wartet schon. Eva, die Viertklässlerin, hilft immer mit und die Vorweihnachtszeit findet sie toll. "Ich freue mich auch schon auf Weihnachten und das Krippenspiel im Gottesdienst. Ich habe extra den späteren Termin bei der Aufführung gewählt, damit ich nicht so lange bis zur Bescherung warten muss", erklärt sie ihre Strategie. "Kirche an Weihnachten muss sein", sagt auch Mama Monika. "Ich finde es gut, das mit dem Krippenspiel wenigstens ein wenig Normalität in der Coronazeit an Weihnachten ist."

Gemütlich ist es allemal bei den Reichels mit ihrem vielen Holz in der Wohnung. Geschmückt im Advent wird hauptsächlich mit Kunsthandwerk aus Holz und Naturprodukten aus Rinde, Ästen, Orangenscheiben, Zimtstangen und Hagebutten. Wie sehen die Kerzen aus? "Wir verwenden Rot oder Cremefarben. Bei Modefarben und Blink-Blink machen wir nicht mit", sagt die Mutter. Das der Christbaum aus dem eigenen Wald geholt wird, kennt die 48-jährige Büroangestellte der Forstbetriebsgemeinschaft Pegnitz schon aus der Kindheit. Das haben sie nun mit den eigenen drei Kindern so beibehalten und es wird kurz vor Weihnachten zusammen ein Baum selbst ausgesucht.

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Im Wohnzimmer verwandelt sich ab dem 1. Advent ein Teil des Raumes in die Weihnachtsgeschichte. "Wir stellen die leere Krippe auf. Tiere stehen schon bereit. Es gibt einen langen Weg zur Krippe und am Ende dieses langen Weges stehen Maria, Josef und der Esel. Jeden Tag laufen die Figuren ein Stück des Weges. Unsere Kinder konnten - als sie klein waren - sehen, wie lange noch der Weg zum Stall war", erzählt die Mutter. "Mit jedem Tag näher am Heiligabend änderte sich der Abstand. Auch veränderte sich das Umfeld täglich und Rollenspiele animierten die Kinder zum Mitmachen. Die Krippe mit dem langen Krippenweg stellen wir auch heute noch so auf, weil es für uns ein schöner Brauch ist." Und am Heiligabend ist dann das Jesuskind in der Wiege.

Eva holt geschwind ein Buch, das kommt jetzt gerade zum Einsatz: "13 Weihnachtstrolle machen Ärger", steht außen geschrieben. "Da gibt es jeden Tag eine Geschichte daraus", erzählt Eva und wartet schon auf die nächste Folge.

Früher hat das "Christkind" den Baum bei der Familie Reichel geschmückt. Eines Tages lag Post mit Engelshaar vom Christkind im Briefkasten. Das Christkind schrieb, es hätte keine Zeit mehr den Baum zu schmücken, weil es auf der Welt an Weihnachten nicht mehr nachkam. Es bat die Reichel-Kinder, doch zu helfen, den Baum zu schmücken. "Seitdem," berichtet Monika Reichel schmunzelnd, "schmücken wir alle zusammen den Baum."

Zum Entschleunigen genießt die dreifache Mutter filigrane Bastelarbeiten mit Schere und Papier. Dabei entstehen einzigartige Kunstwerke, die jedes Jahr neu in Szene dekoriert werden. Kleine selbstgebastelte Geschenke, wie Stoff- und Papiersterne, gebackene Plätzchen und Holzunikate gibt es auch für liebe Weggefährten, die kurz vor Weihnachten als Aufmerksamkeiten ausgeteilt werden. Auch die Berner Sennenhündin Nelly der Familie bekannt an Weihnachten ein besonderes Leckerli und verbringt bis dahin die behaglichen Winterabende am knisternden Schwedenofen mit Kinderpunsch, leckeren Plätzchen und der Familie.

 

Das Rezept: Spitzbuben (50 Stück)

Zutaten:

420 g Mehl

210 g Zucker

250 g Butter

1 Ei

125 g gemahlene Haselnüsse

Erdbeermarmelade zum Füllen 

Zubereitung: Teig kneten und über Nacht kaltstellen. Nach dem Ausrollen Plätzchen ausstechen und auf 170 °C/ Heißluft zirka 10 bis 12 Minuten backen. Nach dem Auskühlen zwei Teile mit Erdbeermarmelade zusammenkleben und in der Gebäckdose durchziehen lassen. Nach Belieben mit Puderzucker bestäuben. 

ROSI THIEM

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