Bildung

Digitales Klassenzimmer: Pottensteiner Schule wird zum Vorzeigeprojekt

15.10.2021, 12:00 Uhr
Das digitale Panel hat die veralteten grünen Tafeln abgelöst und die Lehrer sind begeistert.

Das digitale Panel hat die veralteten grünen Tafeln abgelöst und die Lehrer sind begeistert. © Foto: Graf-Botho-Schule

Die für den Distanzunterricht so wichtigen Schüler-Leihgeräte sind inzwischen eingetroffen, berichtet der Schulleiter der Graf-Botho-Schule stolz. Doch auch im aktuell wieder stattfindenden Präsenzunterricht haben die Geräte ihre Daseinsberechtigung.

"Wir haben 36 Tablets mit Tastatur. Bei diesen lässt sich die Tastatur zurückklappen und sozusagen zu einem reinen Tablet umfunktionieren." Das bestätigt Andreas Berner, der IT-Fachmann aus dem Rathaus.

Zudem seien die Geräte spritzwassergeschützt und schlagfest. "Wir haben uns für Microsoft entschieden und alle Endgeräte damit ausgestattet. Zudem haben wir uns für Office 365 entschieden. Zukünftig sollen alle Lehrer und Schüler ein einheitliches Konto erhalten und darüber auch kommunizieren können", verrät Berner.

Mit dem frühen Einsatz der Technik lernten die Kinder, damit umzugehen und könnten auch Projekte mit ihrer Hilfe realisieren, meint Marco Speckner. Neben den Tablets seien im Juni nun auch die dringend benötigten Lehrergeräte eingetroffen.

Durch die abnehmbare Tastatur haben die Lehrer die Freiheit, den Unterricht zu gestalten, ohne schwere Laptops mit herumschleppen zu müssen. "Aus dem Kollegium höre ich durchwegs Positives. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Ausstattung", bestätigt Marco Speckner.

Ein Beispiel, wie hilfreich die Technik unter den gegebenen Umständen sein kann, konnte er auch gleich nennen. "Eine Kollegin war schwanger und durfte auf Grund des Betreuungsverbots selbst nicht in die Schule kommen", berichtet er. "Trotzdem konnte sie weiterhin von Zuhause den Unterricht führen, während zwei Praktikantinnen vor Ort waren und den Unterricht begleiteten." Die Lehrerin streamte von daheim und war auf der großen Leinwand zu sehen. Doch auch die Lehrkraft konnte am heimischen Bildschirm den Unterricht verfolgen.

Nützliche Kamera

"Es war fast wie der normale analoge Unterricht", erzählt der Schulleiter stolz. Durch die Kamera habe die Lehrkraft Schüler aufrufen und deren Fragen jederzeit beantworten können. Zwar sei man längst raus aus dem Distanzunterricht, aber die technischen Möglichkeiten seien vorhanden, um auch solche Situationen gut meistern zu können.

"Wir sind einfach froh darüber, dass es wieder den Präsenzunterricht gibt", sagt Schulleiter Speckner. Über die neue Form der Unterrichtsführung höre man auch im Rathaus nur Gutes, weiß Berner: "Ich habe aus dem Kollegium gehört, dass man die grünen Tafeln nicht vermisst und man es sich ohne die Technik gar nicht mehr vorstellen kann."

Natürlich spiele die Anbindung an das Internet eine große Rolle, falls es abermals zu einem Lockdown kommen sollte.

Doch auch für den Fall, dass es Haushalte geben sollte, die über keine gute Internetanbindung verfügen, habe man vorgesorgt und Pläne erstellt. "Wenn Schüler Probleme mit der Verbindung haben, dann gibt es natürlich eine Notbetreuung. Das hatten wir auch bereits im vergangenen Jahr schon so geregelt. Wir finden immer eine Lösung", ist sich Speckner sicher. Die Schule sei in jedem Fall sehr gut ausgestattet.

Der Aussage stimmt auch Bürgermeister Stefan Frühbeißer (CWU-UWV) zu: "Mit der Anschaffung wurde unsere Schule zum Vorzeigeprojekt." Alles in allem habe die Umsetzung rund 155 000 Euro gekostet. Davon wurden rund 130 000 Euro vom Staat gefördert. Die Digitalisierung der Graf-Botho-Schule kostete die Stadt Pottenstein also grob 25 000 Euro.

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