Doch kein Truppenabzug? Vilsecker und Grafenwöhrer hoffen auf Joe Biden

17.11.2020, 07:55 Uhr
Ziehen die Vereinigten Staaten trotzdem Truppen aus Vilseck und Grafenwöhr ab oder ändert der neue Präsident die bereits verkündeten Pläne?

Ziehen die Vereinigten Staaten trotzdem Truppen aus Vilseck und Grafenwöhr ab oder ändert der neue Präsident die bereits verkündeten Pläne? © Foto: dpa/Armin Weigel

Bundestagsabgeordneter Alois Karl teilt diesen sehr vorsichtigen Optimismus und baut darauf, dass die Biden-Administration nach Prüfung der Standortfaktoren davon absieht, 4500 der dort dauerhaft stationierten US-Soldaten mit ihren Familien im Gefolge zu verlegen. Vielleicht helfe es ein wenig, erinnerte er sich, dass die Ehefrau des künftigen Präsidenten, Jill Biden, Grafenwöhr von einem persönlichen Besuch kennt.

Doch, so Karl, wäre es fahrlässig, auf das Prinzip Hoffnung zu setzen. In einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte der CSU-Stimmkreisabgeordnete die dramatischen Folgen aufgelistet, die der Truppenabzug für die Region hätte. "Wir sprechen von einem Kaufkraftverlust von 600 Millionen Euro im Jahr. In der strukturschwachen Gegend wäre das nicht aufzufangen." Alois Karl bat Seehofer darum, nach Möglichkeiten zu suchen, den wirtschaftlichen Abstieg dieses Bereichs der Oberpfalz zu verhindern.

Horst Seehofer teilt die Einschätzung, dass der Truppenabzug einschneidende Auswirkungen haben würde. Doch derzeit, schreibt er, zähle der Landkreis Amberg-Sulzbach nicht zu den strukturschwachen Regionen, was wirtschaftspolitische Maßnahmen wie Behördenverlagerungen oder Förderung von Wissenschaftseinrichtungen erschwere. Auch die Städtebauförderung gebe kein Programm her, das zur Umwandlung militärischer Einrichtungen angewandt werden könnte. Grundsätzlich sei das Programm "Wachstum und nachhaltige Erneuerung" geeignet. Die Koordinierung sei aber Sache des Freistaats.

1 Kommentar