Sonntag, 17.11.2019

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Drängler wird freigesprochen

Geschäftsmann war wohl zwischen Zips und Pegnitz unterwegs - Betroffene wissen nichts Genaues mehr - 20.07.2016 17:28 Uhr

 Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, dass er im Oktober vergangenen Jahres auf der Gemeindeverbindungsstraße von Zips nach Pegnitz auf einer Länge von rund 1000 Metern hinter der Zeugin mit dem Auto herfuhr, teilweise sehr dicht und sie mit der Lichthupe bedrängte. Eine Geldstrafe von 2400 Euro und ein zweimonatiges Fahrverbot forderte die Staatsanwaltschaft dafür.

„Ich kann mich an den Tag nicht erinnern, habe nächtelang sinniert, weiß gar nicht, ob ich an dem entsprechenden Tag selber überhaupt gefahren bin“, so der Angeklagte zu Richter David Baasch. Und auch sein Verteidiger betonte, dass sein Mandant von Anfang an bestritten habe, der Täter zu sein. Außerdem passe das angegebene Äußere „mittleres Alter, 30 bis 40 Jahre alt“ nicht zum Angeklagten.

Sein Mandant streite nicht ab, etwas falsch zu machen, aber an die Anklage könne er sich definitiv nicht erinnern. Auch die angebliche Zeit des Vorfalls — 18.15 Uhr — könne für seinen Mandanten nicht stimmen, da er erst um 18 Uhr sein Geschäft geschlossen habe.

Seine Tochter, deren Freund, seine Lebensgefährtin und ein Nachbar würden öfter das Auto mitnutzen. Auf alle treffen aber die gemachten Beschreibungen ebenfalls nicht zu. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Tochter das Auto an jemand anderen weitergeliehen hat“, so der Angeklagte. Wenn er so etwas wie in der Anklage gemacht hätte, würde er sich auch noch nach Monaten daran erinnern.

Sie sei die Straße bei Zips gefahren, so die Geschädigte, die vor Gericht als Zeugin aussagte. Sie berichtete von einem großen schwarzen Auto, das sie mit Lichthupe bedrängt habe. Schließlich sei sie seitlich rangefahren, um den Drängler vorbeizulassen. Sie habe eine Person bewusst in dem Auto wahrgenommen, ob es der Angeklagte war, konnte die Zeugin am Mittwochvormittag vor Gericht nicht sagen.

Richter Baasch war diese Aussage zu wenig und er stellte das Verfahren gegen den Angeklagten wegen Nötigung ein.

FRAUKE ENGELBRECHT E-Mail

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