Donnerstag, 17.10.2019

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Edle Fische in einem Auerbacher Gartenteich

Der Sportangler Günther Rümpelein hält an der Glück-auf-Straße japanische Kois als Haustiere - 15.06.2019 09:00 Uhr

Günther und Mario Rümpelein sind Experten für die Filteranlage des Teiches. © Foto: Rühl


Seit einigen Jahren schwimmen im neuen Gartenteich mit 1,85 Metern Tiefe und einem Wasservolumen von 32 Kubikmetern und einer ausgeklügelten Filteranlage acht Kois mit einer Größe zwischen 50 und 80 Zentimetern. Koi ist das japanische Wort für Karpfen allgemein.

Günther Rümpelein (62) und Sohn Mario (36) sind beide seit Jahren im Sportanglerverein Auerbach aktiv, der Vater ist aktuell Vorsitzender. Er nahm seinen Sohn schon in jungen Jahren mit an die Weiher des Vereins. Deshalb hielt die Familie auch für den heimischen Garten einen Fischteich für interessant.

Interessant gezeichnete Kois tummeln sich im Gartenteich. © Foto: Rühl


Beim Besuch im Garten der Familie erklärt der Vater, dass Kois ihren japanischen Namen nach ihrer Farbe und Zeichnung haben. Unter anderem bewegen sich in Rümpeleins Fischteich ein Asagi, Kohaku, Yamabuki-Ogon, Platin-Ogan, Kuiyaku und Showa. "Jeder Koi-Liebhaber und -Kenner kennt diese Namen, die auch weltweit gelten", sagt Rümpelein. Man wollte unbedingt einen Teich im Garten haben, weil das Plätschern beruhigende Wirkung habe. Der Garten ist so angelegt, dass der Blick von den Sitzecken ungehindert durch Büsche zum Teich gleiten kann. Mario hat in der Gärtnerei Kunz in Auerbach Zierpflanzengärtner gelernt.

Es folgte die Ausbildung zum Landschaftsgärtner bei Feustel in Bayreuth, wo er 200 bis 300 Baustellen betreute. Seit sechs Jahren ist er nun schon Hausmeister bei der Raiffeisenbank Auerbach. Die Kois im Teich werden von der Familie als "Haustiere" angesehen. Auch die etwa 60 Jahre alte Schildkröte "Hansi" gehört dazu, ebenso Kater Paul, der ein reiner Wohnungskater ist. Beim Klappern der Pelletfutter-Schachtel für die Kois wagt sich Paul trotzdem auf den oberen Balkon und knackt begeistert das Koi-Futter. Danach verschwindet der Haus-Tiger wieder ins Innere.

Drei Mal täglich bekommen die Kois Pelletfutter ins Wasser geworfen, tauchen kurz an der Oberfläche auf und verspeisen es. Dringen ungewohnte Stimmen an ihr Ohr und gar noch das Klicken eines Kameraauslösers, zeigen sie sich von ihrer scheuen Seite und erscheinen nur zögerlich. Mario Rümpelein erklärt, dass die Koi im Winter nicht gefüttert werden müssen. Sinkt die Wassertemperatur auf unter zehn Grad, reduzieren Kois ihren Stoffwechsel und halten am Boden des Gewässers Winterruhe. 100 Tage Eis auf der Wasserfläche machen den Kois nichts aus. Die Heizung und Filteranlage laufe durchgängig.

Günther Rümpelein informiert auf Anfrage, dass in Japan je nach Zeichnung und Körperform ein Koi bis zu 200 000 Euro für die Zuchtproduktion wert sein können, wegen dem Potenzial von klein auf.

Die Herkunft der Kois ist nicht eindeutig geklärt. Vermutlich stammen die Karpfen aus dem Iran und wurden vor 2000 Jahren nach Asien gebracht, wo sie als Insektenfresser und Speisefische dienten. Seit etwa 1870 wurden Kois in Japan von Adeligen als Statussymbole gehalten. Inzwischen ist die Koizucht auch in Europa beliebt. Aufgeteilt werden Kois in 16 Hauptvarianten und über 100 Unterformen. Sie haben eine Lebenserwartung von bis zu 60 Jahren. Die Rümpeleins züchten keine Kois. Beim Ablaichen im Gartenteich werde der Laich aufgefressen.

SABINE RÜHL

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