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Ehrentitel Altbürgermeister: Es steht Aussage gegen Aussage

Die Verleihung des Titels Altbürgermeister an Uwe Raab zieht in Pegnitz inzwischen weite Kreise. - 23.05.2020 11:55 Uhr

Siebeneinhalb Jahre war Uwe Raab Chef im Pegnitzer Rathaus. Der Stadtrat hat ihm kürzlich dafür den Titel Altbürgermeister verliehen. Raab hat laut Herbert Lauterbach um den Titel gebeten. Der Ex-Bürgermeister streitet dies vehement ab. Die Sitzungsvorlage spricht für die Version von Geschäftsleiter Lauterbach. © Foto: Patrick Schroll


Was war passiert? Bei einem Gespräch im Pegnitzer Rathaus fragte die Redaktion nach besagter Titelverleihung, die der Stadtrat ganz offensichtlich hinter verschlossenen Türen am 13. Mai beschlossen hat. Herbert Lauterbach, Geschäftsleitender Beamter im Pegnitzer Rathaus, bestätigte dies im persönlichen Gespräch. Als die NN nachfragten, wie die SPD-Fraktion denn ihren Antrag begründet habe, erklärte Lauterbach, dass es keinen Antrag der SPD gebe. Uwe Raab selbst habe um die Verleihung des Titels gebeten.

Raab verneint dies vehement und verlangte umgehend eine Richtigstellung (wir berichteten kurz). Er habe nicht darum gebeten und auch nicht beantragt, dass ihm der Titel des Altbürgermeisters verliehen werde. Nicht er, Raab, sei auf Lauterbach zugekommen, sondern umgekehrt. Der Rathaus-Geschäftsleiter sei auf Raab zugekommen und habe Raab gefragt, ob er diesen Titel verliehen haben möchte. Raab: "Nach reiflicher Überlegung habe ich diesem Vorschlag eingewilligt."

Nein, sagt Uwe Raab. Er habe nichts beantragt. © Foto: Ralf Münch


Eine aktive Nachfrage seitens Raab habe es danach nicht gegeben. Der Vorschlag sei letztlich per Sitzungsvorlage durch Bürgermeister Wolfgang Nierhoff dem Stadtrat unterbreitet worden, so der Ex-Bürgermeister in seiner Beschwerde an die Redaktion weiter.

In genau dieser Sitzungsvorlage, das wurde der Redaktion bestätigt (und diese liegt den NN auch vor), ist zu lesen, dass Uwe Raab um die Verleihung des Titels Altbürgermeister gebeten hatte. Die Vorlagen für die Sitzung des Stadtrats werden von der Rathausverwaltung gefertigt.

Nach der ersten Beschwerde Raabs fragten die NN erneut bei Lauterbach nach, der abermals bestätigte, dass Raab um die Verleihung gebeten habe. Lauterbach sah im NN-Bericht keine falschen Angaben. "Das ist Buchstabenklauberei", sagte er, nachdem Raab sich auch bei ihm im Rathaus gemeldet hatte. Zeugen bei der Anfrage der Redaktion bei Lauterbach waren in der Runde im übrigen auch Bürgermeister Wolfgang Nierhoff und Angelika Maier aus dem Vorzimmer des neuen Rathaus-Chefs.

Herbert Lauterbach: Raab hat darum gebeten. © Foto: Ralf Münch


Ganz anders aber sieht das Uwe Raab. Er hätte nie von sich aus um diesen Titel gebeten, setzte er in einem zweiten Schreiben an die Redaktion nach. Eine solche Vorgehensweise komme für ihn, Raab, nicht in Frage. Das müssten Andere tun und Andere entscheiden, kontert er die Aussage Lauterbachs. "Ich halte deshalb auch diese Darstellung für ehrverletzend", wirft Raab den NN und damit letztlich Lauterbach vor, der im Bericht lediglich zitiert wurde.

Auf die Frage, warum die Verleihung als solche überhaupt nicht öffentlich behandelt wurde, erklärte Geschäftsleiter Lauterbach, dass es sich dabei um eine Personalangelegenheit gehandelt habe. An die Öffentlichkeit kam inzwischen, dass der Punkt im Stadtrat durchaus lebhaft diskutiert worden ist. Die Stadtratsfraktion von FWG und FW verweigerten der Verleihung ihre Zustimmung.

MICHAEL GRÜNER

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