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Ein Bratwurstkönig mit Thron-Erfahrung

Wie man sich mit der Krone der fränkischen Metzger auf dem Kopf fühlt, weiß Thomas Wiesenmüller nicht erst seit dem 9. Bratwurstgipfel in Pegnitz. - 02.06.2019 23:15 Uhr

Verschiedene Varianten der klassischen Bratwurst durften der Pegnitzer Bürgermeister Uwe Raab (links), Stadträtin Laura Kugler und der Bayreuther Landrat Hermann Hübner testen. © Foto: Hans von Draminski


Der fröhliche Wettbewerb wird von den Handwerkskammern der drei fränkischen Regierungsbezirke – Ober-, Mittel- und Unterfranken – gemeinsam mit der Stadt Pegnitz (Landkreis Bayreuth) und dem Kommunal-Zusammenschluss "Wirtschaftsband Fränkische Schweiz" sowie dem federführenden "Verein zur Förderung der fränkischen Bratwurstkultur" (dessen Vorsitzender der Pegnitzer Bürgermeister Uwe Raab ist) organisiert. Und von den Nürnberger Nachrichten wird die Veranstaltung rund um die traditionelle fränkische Spezialität medial unterstützt.

Der Bayreuther Handwerkskammerpräsident Thomas Zimmer, der zu den aktivsten "Motoren" des Bratwurstgipfels zählt, bedauerte, dass dieser Freiluft-Event die einzige so enge Zusammenarbeit der drei Kammern darstellt. Erfahre das (Metzger-)Handwerk hier doch einen Popularitätsschub, der deutlich über die Tagesaktualität hinaus anhalte.

Der neue Bratwurstkönig heißt Thomas Wiesenmüller. Er stammt aus Bayreuth und holte sich mit der traditionellen Bratwurst „Frankonia“ den Sieg. © Foto: Hans von Draminski


Auch Schirmherr Thorsten Glauber (FW) als Bayerischer Verbraucherschutzminister betonte, dass der Stellenwert des Handwerks gar nicht hoch genug einzuschätzen sei, ehe er sich der Fachjury anschloss, die den vergleichsweise heiklen Job hatte, aus den sogenannten Kreativbratwürsten von neun fränkischen Metzgereien eine eindeutige Siegerwurst herauszufiltern. Immerhin waren darunter so exotische Gaumenfreuden wie die vegane Bratwurst "Vreche Vroni", die gleichwohl nicht nur den Vegetariern auf dem zum Mini-Volksfestplatz umgestalteten Wiesweiher-Gelände in Pegnitz gut schmeckte. Auch nicht jeden Tag auf dem Teller hat man Lebkuchenbratwurst, eine in Insiderkreisen spöttisch als "Kifferwurst" bezeichnete Hanf-Chili-Bratwurst oder eine feine Käsebratwurst.

Sieg mit kreativer Käsewurst

Mit Letzterer entschied die in Eggolsheim (Landkreis Forchheim) beheimatete Metzgerei Albert – das Geschwisterpaar Anna und Hannes Albert führt den Familienbetrieb – die Kreativwertung für sich. Auch dem ziemlich zahlreich nach Pegnitz geströmten Publikum schmeckte diese Wurst so gut, dass die Alberts schon lange vor dem Ende des Gipfels "ausverkauft" melden mussten.

Dass die Krone wieder nach Bayreuth gehen würde, hatte sich schon nach dem ersten Wertungsdurchgang angedeutet, bei dem sich eine andere Jury Gedanken um "klassische Bratwürste" nach traditionellen Rezepten machen musste. Denn hier hatte es Thomas Wiesenmüller mit seiner "Frankonia" bereits ganz entspannt aufs Siegertreppchen geschafft, obwohl die Geschmacksunterschiede ziemlich fein ausfielen.

Was davon bleibt? Bratwurstkönige, das haben die vergangenen Bratwurstgipfel in Pegnitz gezeigt, sind eine Weile Mittelpunkt überregionalen Medieninteresses. Und es gibt nicht wenige Menschen, die auch einmal ein paar Kilometer Fahrt auf sich nehmen, um herauszufinden, ob die Wurstkreationen der "gekrönten Häupter" tatsächlich von königlichem Wohlgeschmack sind. Fragt man Ex-Monarchen wie den Möhrendorfer Dorfmetzger Jürgen Reck oder den unterfränkischen Bratwurstkönig von 2018, Stephan Jamm, dann schlägt sich ein Sieg in Pegnitz durchaus in leicht gesteigerten Umsatzzahlen nieder und ist mehr als ein "Titel ohne Mittel".

Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel, deshalb denken die Macher schon über das "Zehnjährige" im nächsten Jahr nach – für Gourmets mit Heimatbezug ein Muss.

HANS VON DRAMINSKI

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