Donnerstag, 01.10.2020

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Ein Dorf hält zusammen

In Heroldsberg entstand ein Kinderspielplatz, den die Familienväter fast alleine gebaut haben. - 15.09.2020 11:55 Uhr

Gäste, Honoratioren und Beteiligte freuen sich mit den Mädchen und Buben des kleinen Dörfchens über das prächtige Gemeinschaftswerk Kinderspielplatz. ⋌

© Foto: Udo Fürst


20 Häuser, 26 Familien, 64 Einwohner, davon 55 Prozent unter 45 Jahren – und, vor allem, 13 Kinder unter 15 Jahren. Das sind die beachtlichen Zahlen, die den kleinen Waischenfelder Ortsteil charakterisieren. Das ist die erstaunliche Statistik und doch nur die halbe Wahrheit.

Spätestens nach Bürgermeister Thomas Thiems Rede bei der Einweihung des Kinderspielplatzes am Samstag konnten auch Außenstehende, darunter Landrat Florian Wiedemann, erahnen, was das Dörfchen auszeichnet: "Heroldsberg wird im Volksmund Herzberg genannt und das hat seinen guten Grund. Der Ort war schon immer ein leuchtendes Beispiel für guten Zusammenhalt."

Vor allem der ehemalige Stadtrat und Projektleiter Baptist Knörl und die Dorfgemeinschaft mit Vorsitzendem Stefan Richter und "Bauleiter" Andreas Schrüfer mit seinem Team junger Familienväter waren die Motoren des Projekts, das mit einem kleinen Fest eingeweiht wurde. Gekommen waren eine illustre Gästeschar, viele Heroldsberger und – vor allem – alle 13 Kinder der idyllisch gelegenen Ortschaft.

Eine Premiere gab es obendrein: Der neue Pfarrvikar Dominik Syga feierte als erste offizielle Amtshandlung zu Beginn des Festes eine Andacht mit Fürbitten, vorgetragen von sechs Kindern. Vorher hatte Stefan Richter die Gäste mit den Worten "Großer Bahnhof für ein kleines Dorf" begrüßt: Neben Landrat und Bürgermeister waren dies Philipp Hermann vom Amt für ländliche Entwicklung (ILE), das den Bau über das Regionalbudget finanziell mit 80 Prozent der Kosten unterstützt, Altbürgermeister Edmund Pirkelmann, mehrere Stadträte und die Heroldsberger selbst.

Baptist Knörl ließ die Entstehung des Kinderspielplatzes mit angrenzendem Bolzplatz, der im Winter auch als Regenüberlaufbecken genutzt werden kann, Revue passieren. Vom Beschluss am 12. März bis zur Einweihung sei gerade mal ein halbes Jahr vergangen. Dies sei vor allem der kurzfristigen Bewilligung des Antrags durch die ILE Neubürg und dem großen Fleiß und der Zuverlässigkeit der am Bau beteiligten Väter zu verdanken. "500 Stunden ehrenamtliche Arbeit sind der beste Beweis dafür. Die Väter haben vom Zaunbau über die Fundamente und den Spielgerätebau bis hin zum Humusieren fast alles in Eigenleistung gemacht." So sei man circa 2000 Euro unter der Kostenschätzung (16  500 Euro) geblieben. Abzüglich des ILE-Zuschusses müssten lediglich circa 2000 Euro finanziert werden. "Kleine Orte müssen lebenswert bleiben. Wir haben dies mit dem Spielplatzbau beherzigt und sind noch deutlich unter den Kosten geblieben", freute sich Knörl. Die Familienväter hätten sich auch bereit erklärt, den Spielplatz weiterhin zu pflegen und in Schuss zu halten. An Bürgermeister Thiem richtete Knörl schmunzelnd das Angebot, das Gelände auch mal zu mähen.

Beeindruckt von Gemeinschaft

"Die Mittel aus dem Regionalbudget kommen direkt den Bürgern zugute. Und in Heroldsberg ist das Geld besonders gut aufgehoben", sagte ein angesichts der intakten Dorfgemeinschaft beeindruckter Landrat Florian Wiedemann.

Schließlich gab es noch Geschenke für die Motoren des Projekts. Andreas Schrüfer bekam einen Scheck für seine laut Richter unglaublich wertvolle Arbeit als Einteiler und Bauleiter, Baptist Knörl wurde besonders beschenkt: Er bekam ein Fenster mit den Händeabdrücken der Mädchen und Buben und ein Foto mit allen Kindern, auf dem sie sich mit den Worten "Danke für den tollen Spielplatz, lieber Baptist", beim Initiator bedankten.

UDO FÜRST

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