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Ein dreifaches Hoch auf Hans Scheuerlein

Einer der bedeutendsten Pegnitzer Sozialdemokraten wäre in diesen Tagen 100 Jahre alt geworden - 23.08.2019 23:16 Uhr

Der damalige Bürgermeister Konrad Löhr (FWG) zeichnete seinen Stellvertreter Hans Scheuerlein (SPD) für seine Verdienste um die Stadt Pegnitz aus. © NN-Bildarchiv


Nichts erinnert heute in der Stadt mehr an den Politiker und Gewerkschafter, der neben Hans und Fritz Gentner oder Hans und Walter Büttner zu den bedeutendsten Sozialdemokraten zählt, die Pegnitz hervorgebracht hat. Sein Lebenslauf ist beeindruckend: 1919 geboren, hat er in der Amag-Hilpert-Pegnitzhütte eine Schlosserlehre absolviert, ehe er 1938 eingezogen wurde und erst 1948 aus Gefangenschaft wieder in seine Heimatstadt zurückkehrte.

Danach ging es Schlag auf Schlag. In der Amag wurde er zum Vorarbeiter, für den DGB gründete er eine Jugendgruppe und ein Jahr später wählten ihn die Mitarbeiter 1949 zum Betriebsrat, wo er bald die Führung übernahm. 1951 wurde Scheuerlein zum Vorsitzenden des DGB-Ortskartells ernannt und in die Bezirksleitung der IG Metall Bayern berufen. Zudem gehörte er der Tarifkommission der bayerischen Metallindustrie an. 1952 begann seine kommunalpolitische Laufbahn mit der Wahl in den Stadtrat, dem er fast 30 Jahre lang angehörte. 1954 bekam er auch Sitz und Stimme im Kreistag Pegnitz. Von 1956 bis 1960 und noch einmal von 1966 bis 1972 fungierte der Fraktionsvorsitzende der SPD zudem als Zweiter Bürgermeister seiner Heimatstadt. Als solcher hat er sich besonders für den Bau einer Schwimmhalle eingesetzt, die schließlich auch nach ihm benannt wurde.

Am Herzen lagen ihm ferner die Schulen und die Verbesserung der Sportmöglichkeiten. Er entwickelte eine neue Verkehrsregelung für den Marktplatz und engagierte sich beim Bau des Städtischen Krankenhauses, wo er engagiert für eine Kostenbeteiligung des Landkreises kämpfte. Nicht zuletzt war Scheuerlein von 1974 bis 1979 auch Mitglied des Bayerischen Senats.

"Es gab in der Nachkriegszeit kein größeres Vorhaben in der Stadt, an dem Scheuerlein nicht maßgebend beteiligt gewesen wäre", erinnern sich seine Wegbegleiter. Trotzdem ist mit dem Abbruch der Hans Scheuerlein-Schwimmhalle 2010 die letzte öffentliche Erinnerung an ihn verschwunden. Zu seinem 50. Geburtstag hatte sich die Politprominenz noch an seinem Krankenbett versammelt, nachdem er sich bei einem Sturz ein Bein gebrochen hatte. Sein 100. Geburtstag dagegen verging sang- und klanglos. Wir sind gespannt, ob der Stadtführung posthum noch eine adäquate Ehrung einfällt. 

ISI REINL

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