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Montag, 19.08.2019

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"Ein Wurm kann doch nicht klettern"

Im Veldensteiner Forst bekommen 150 Schüler beim Walderlebnistag Flora und Fauna spielerisch vermittelt. - 16.07.2019 08:48 Uhr

Wer wohnt im Totholz? Die Kinder machten eifrig mit, um Baumhöhlenbewohner zu bestimmen. Beim Walderlebnistag erfuhren sie an verschiedenen Stationen allerlei Wissenswertes über die Tiere und Pflanzen im Veldensteiner Forst. © Foto: Rosi Thiem


Aufgeregt schauen die Kinder in das vom Specht zurückgelassene Loch. Im Moment wohnt niemand drin, doch Förster Lindl verspricht, dass die Baumhöhle nicht lange frei bleibt. "Das Loch ist doch viel zu klein für andere Spechte", sagt ein kleiner Junge und überlegt: "Vielleicht baut hier eine Hornisse ihr Nest rein oder ein Wurm." "Ein Wurm kann doch nicht klettern", erwidert sein Freund.

"Die Nester werden alle noch einmal gebraucht", weiß eine blonde Schülerin und denkt dabei an Hohltauben und Fledermäuse. "Ich finde es hier schön im Wald", schwärmt ein Schüler. Er gehe auch so öfter in den Wald. Lehrerin Lisa Kürzdörfer geht mit der Klasse und dem Förster zu einer anderen Stelle. Hier können sie einen Baum anschauen, der sogar mehrere Spechthöhlen hat.

Zum Schluss gab es für jedes Kind eine Mütze und jede Menge persönliches Walderlebnis zum verarbeiten. © Foto: Rosi Thiem


150 Kinder nehmen am Walderlebnistag des AELF Bayreuth und dem Forstbetrieb Pegnitz teil. Sieben Förster stehen bereit und laufen mit den einzelnen 3. Klassen, davon zwei aus Pottenstein und fünf aus Pegnitz, die Waldstationen ab.

Frank Pirner, der Leiter des Pegnitzer Forstbetriebes, sagt: "Für uns ist es ein wichtiges Anliegen. Wald und Klima ist in aller Munde, und es wird in Zukunft noch eine größere Rolle spielen. Es ist gut, wenn sich junge Leute mit dem Thema Wald beschäftigen." AELF-Amtschef Georg Dumpert fügt hinzu: "Waldpädagogik ist unser Bildungsauftrag. Vorher hatten wir die Waldjugendspiele. Wir haben es nun wiederaufleben lassen." Für ihn ist es wichtig, dass die sieben 3. Klassen die Belange des Waldes spielerisch vermittelt bekommen. Hierzu wurden einzelne Lernstationen aufgebaut. "Es wäre langweilig, wenn nur erklärt wird."

In einer anderen Gruppe raten die Kinder, welche Gegenstände aus Holz sind. Es scheint gar nicht so leicht zu sein. Lehrerin Ruth Neuß, die Praktikanten Johanna Meyer und David Zimmermann und die Waldpädagogin Ruth Mattheas helfen den Kindern. So erfahren sie auch, dass ein Korken von der Rinde einer Korkeiche aus Portugal ist.

Bei den Kindern, so Neuß, sei auch das selbständige Sammeln der Bodenkleinlebewesen sehr gut angekommen. Mit der Becherlupe und den Förstern wurde dann alles genau angeschaut, besprochen und zum Schluss wieder freigelassen. "Ich habe einen schwarzen Moderkäfer gefunden, das war der beste Fund. Der Förster hat uns alle Tiere erklärt", sagt ein Schüler.

Durch den ganzen Vormittag begleiten die Geschichten vom "Berni Buntspecht" — er führt auf sensible Weise, gespickt mit Geschicklichkeitsspielen, durch die Themen. So werden Holznutzung, Biotopbäume und Höhlenbrüter bei den Lernstationen ebenso behandelt wie das Thema Verbiss und Jagd.

"Wenn weiterhin Interesse bei den Schulen besteht, können wir die Veranstaltung erneut anbieten. Ich könnte mir auch eine Ausweitung des Waldtages auf zusätzliche Schulen vorstellen", so Behördenchef Dumpert. 

ROSI THIEM

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