Eine Flasche Schnaps als Willkommensgruß

13.12.2010, 17:10 Uhr
Reichlich Applaus ernteten die jungen Musicalakteure bei der Aufführung der musikalischen Weihnachtsgeschichte in der Bartholomäuskirche in Pegnitz.

© Anestis Aslanidis Reichlich Applaus ernteten die jungen Musicalakteure bei der Aufführung der musikalischen Weihnachtsgeschichte in der Bartholomäuskirche in Pegnitz.

Die altbekannte biblische Weihnachtsgeschichte wurde auf die Lebenswelt von Kindern übertragen, wirkte doch der neugeborene Heiland genauso hilflos wie manch jüngeres Geschwisterkind.

Für eine stilechte Interpretation funktionierte man den Kirchenraum effektvoll in eine Theaterbühne um. Die schauspielerische Leistung der Akteurinnen und Akteure jedenfalls konnte sich sehen lassen: Sie zeigten sich erstaunlich textsicher.

Von Jörg Fuhr einfühlsam am Piano begleitet, zogen Jessy Richter als „Maria“ und Annalena Plümer als „Josef“ mühevoll durch die Kirche. Die stöhnende Schwangere wurde von ihrem Ehemann und dem Chor aufgemuntert. Die Rhythmik deckte sich dabei mit der Sprachartikulation.

Humoristische Elemente dienten der unterhaltsamen Auflockerung: Paula Eckert als temperamentvolle „Wirtin“ dankte ihrem „Gatten“ Erika Pankraz die gezeigte Gastfreundschaft zunächst mit einer Standpauke, quartierte dann aber das Ehepaar im Stall ein. Die „Hirten“, denen Lena Heringklee als souveräner „Engel Gabriel“ erschien, überlegten, den Eltern des Jesuskinds eine Flasche Schnaps als Willkommensgruß zu schenken.

Das Publikum wurde bei der Suche nach dem ärmlichen Ort der Niederkunft einbezogen. Auch Laurenz Schorner, David Geigert und Johannes Krug als würdevolle „Drei Könige“ machten sich im fernen Morgenland auf, jedoch nicht ohne eine stärkende Brotzeit.

In den Chorpassagen meisterten die Kinderkantorei und der Spatzenchor mit hellen Stimmen so manch schwierige Textklippe. Dabei wurden schon ganz junge Sänger durch Kehrverse in das Ensemble integriert.

Geburt im Achteltakt

Münden setzte an einigen Stellen tonmalerische Akzente: Im wiegenden Achteltakt wurde die Geburt des Jesuskinds dargestellt. Die Stimmung der aufgeregten Hirten verdeutlichten rasche Sechzehntelläufe.

Die Vermittlung traditioneller Werte rückte – wie auch schon bei anderen in Pegnitz aufgeführten Kindermusicals – in den Vordergrund: Das abschließende Lied „Gloria in excelsis Deo“, dessen Melodie im Gesangbuch zu finden ist, trugen alle Akteure gemeinsam vor. Es existierten keine Berührungsängste mehr zwischen den schlichten „Hirten“ und den intellektuellen „Königen“.

Das Publikum honorierte die gezeigten Leistungen der engagierten Sänger mit reichlich Applaus. Louisa Haberberger und Annalena Plümer erhielten für ihre fünfjährige Mitgliedschaft in der Kinderkantorei von Jörg Fuhr sogar eine Urkunde.

Auch die Jungbläser des Dekanats kamen bei der Veranstaltung zum Einsatz: Sie trugen gekonnt drei schwungvolle Weihnachtslieder vor.