Dienstag, 18.02.2020

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Einstellung fehlt: Auerbach/Pegnitz kassiert zweite Saisonniederlage

Leichtsinnige Abwehr, kaum Torwartleistung: Die SG verliert gegen die HSG Erlangen/Niederlindach - 02.02.2020 18:07 Uhr

Max-Anton Seiffert (in Rot) hatte gegen Erlangen/Niederlindach (in Blau) genau wie sein SG-Torwartkollege Valentin Kroher einen schlechten Tag erwischt. © Helmut Hollfelder


  "Das war eine Niederlage mit Ansage", lautete das erste, enttäuschte Fazit von Trainer Matthias Schnödt. "Man muss sich nur die Trainingsbeteiligung der letzten Wochen ansehen, um zu verstehen, dass es nur noch eine Frage der Zeit war."

Ähnliche Worte fand auch Co-Trainer Philipp Schöttner. "Wenn du im Training immer wieder mit sieben, vielleicht acht Feldspielern auskommen musst, kann auf Dauer nur Stückwerk herauskommen. Bei einigen Spielern haben sich in den letzten Wochen offenbar die Prioritäten etwas verschoben."

Vor allem in der Abwehr ließen die diesmal in Grün-Weiß spielenden Gäste die nötige Aggressivität vermissen. "Wir haben nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten" so Philipp Schöttner. "Kaum einer war bereit, auch einmal da hin zu gehen, wo es weh tun kann. Eine Gelbe Karte und eine Strafzeit in einem Spiel, in dem es um den Aufstieg geht, ist viel zu wenig."

Die unausweichliche Folge war, dass die Gastgeber oft ungehindert abschließen konnten. So ließ man in der ersten Hälfte immer wieder zu, dass die HSG durch einfache Kombinationen Marco Stübinger auf Halbrechts freispielte – und man gab ihm Zeit und Platz, um fast nach Belieben zu treffen. Allein fünf seiner insgesamt sieben Treffer erzielte Stübinger in den ersten 30 Minuten.

Auch auf Außen war die SG mehrmals nicht auf der Höhe des Geschehens und ließ sich düpieren. Dass auch beide Torhüter einen schlechten Tag erwischt hatten, passt ins Bild. "Ich glaube, wir hatten im ganzen Spiel insgesamt zehn Paraden" zog Matthias Schnödt nach dem Spiel Bilanz. "Andererseits schlagen über 20 vergebene, verworfene und verschenkte Bälle zu Buche."

Damit unterstrich Schnödt, dass sein Team auch offensiv weit unter seinen Möglichkeiten blieb. Anders als vorgegeben agierte man langsam und ungenau im Rückraum, spielte viel zu nah an der gegnerischen Abwehr, rannte sich immer wieder fest und warf über, neben und am Tor vorbei.

Oder die Gäste scheiterten am Torhüter, der nichts anderes tun musste, als ruhig stehend den Wurf abzuwarten. Als die Gastgeber drei unbeantwortete Tore zum 8:14 aus SGSicht erzielten, mussten die 20 mitgereisten Fans ein Debakel für Grün-Weiß befürchten, doch drei eigene Treffer sorgten für den etwas erträglicheren Pausenstand von 11:14.

Nach Pause etwas offener

Die zweite Hälfte begann, wie die erste geendet hatte – mit einem Tor von Lukas Weisser. Hoffnung keimte auf, denn auch bei den Gastgebern schlichen sich nun einige Fehler ein. Speziell die Manndeckung gegen Stübinger zeigte zunächst Wirkung und Auerbach/Pegnitz konnte das Spiel etwas offener gestalten.

Dennoch dauerte es bis zur 40. Minute, ehe Maxim Pankraz einen Pass abfing und den Ausgleich zum 18:18 erzielte. Die Gastgeber zeigten sich allerdings wenig beeindruckt, legten immer wieder einen Treffer vor und nutzten dabei die weiterhin viel zu großen Lücken in der SG-Deckung.

Hatte in der ersten Hälfte der Halbrechte der Abwehr ständig Probleme bereitet, so trat in den letzten zehn Minuten Marco Loncar auf Halblinks in den Vordergrund und erzielte ein ungehindertes Tor nach dem anderen. Einzig durch die Tore von Daniel Schalanda blieb das Spiel bis zum 26:26 in der 55. Minute noch offen.

Nach einem Zwischenspurt mit drei unbeantworteten HSG-Treffern versuchte Matthias Schnödt durch den siebten Feldspieler noch etwas zu bewirken, doch über den Anschluss zum 29:30 kam die SG nicht mehr hinaus.

 

HSG SGS Erlangen/HC Niederlindach: Rühl (1), Brunner, Gumpert (3), Stübinger L. (7), Schmieding (6/2), Stübinger J., Laubmann (3), Sackmann (4), Loncar (6), Käppner, Gilg (1), Hückel (1), Hauer.

SG Auerbach/Pegnitz: Kroher, Seiffert, Tannenberger, Bauer (2), Weisser (6), Edtbauer (3), Eckert (3), Podlech (2), Pankraz (4/2), Hofmann Ma., Schalanda (4), Ziegler, Förster (3), Herold (2).

HARALD WEIDMANN

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