Montag, 23.11.2020

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Eisenbahnbrücken sind ein Kapital

Alte Fachwerkkonstruktionen prägen das Pegnitztal — Initiative für den Erhalt - 17.12.2011

Im Bild die Eisenbahnbrücke bei Lungsdorf — in Fachwerkausführung, die sehr wohl zu den Fachwerkhäusern des Ortes passt, so die BI-Sprecher.

16.12.2011 © Fuchs


Für eine künftige Bürgerinitiative wurde an diesem Abend ein Name gesucht, es wurden drei Sprecher benannt und es wurden ausführlich konkrete Ziele der Bürgerinitiative diskutiert und formuliert.

Anneliese Urbat aus Artelshofen, Wortführerin der Initiative, erinnerte zunächst an die Veranstaltung der Bahn vom vergangenen Oktober (die NN berichteten). Der damals seitens der Planer vorgestellte Abbruch der teils unter Denkmalschutz stehenden Brücken und die dafür vorgesehene Ausführung in Betonbauweise seien aus vielerlei Gründen der falsche Weg. Dadurch würde das Landschaftsbild des Pegnitztals nachhaltig und auf Dauer verunstaltet und unter anderem für den Tourismus erheblich entwertet.

In der anschließenden regen Debatte kam unter anderem zur Sprache, dass die erhaltenswerte schöne Landschaft mit den prägenden Eisenbahnbrücken als gesamtheitliches Ensemble ein einzigartiges Kapital darstellen würde. Jede Veränderung würde den Charakter des Pegnitztals zerstören. Mit der Erhaltung würde man auch den „Pioniergeist und die Ingenieurskunst unserer Vorfahren“ bewahren. Die in filigraner Bautechnik ausgeführten Fachwerkbrücken passten zudem ideal zu den Fachwerkhäusern in den umliegenden Pegnitzorten. Und schließlich sei das gesamte Brückenensemble von Hohenstadt bis Pegnitz eine einmalige touristische Attraktion.

Es müsse doch Möglichkeiten zur Sanierung der Brücken geben, so die Bürger. Dabei denke man auch an die Einbindung eines neutralen Gutachters, um festzustellen, ob der ab 1890 verwendete Flussstahl tatsächlich „am Ende seiner Tragfähigkeit“ sei. Sollte allerdings eine Erneuerung unausweichlich sein, müssten die Brücken landschafts- und kulturverträglich gestaltet werden („Die Lebensdauer von Beton ist wesentlich kürzer als die von Stahl“).

Die sich formierende Bürgerinitiative (anstelle einer Vereinsgründung) gab sich den Namen „BI Eisenbahnbrücken Pegnitztal“. Das Gremium wird zunächst von Georg Buchfelder, Krottensee, Harald Enes, Höfen und Anneliese Urbat, Artelshofen, vertreten, das auch die weiteren Schritte einleiten soll. Angedacht sind etwa die Einbindung des Landrats und weiterer Mandatsträger („Nur über die politische Schiene ist noch etwas zu ändern“!), die Hinzuziehung von Experten, das Einrichten eines Forums im Internet sowie Informationsabende für die Bürger/-innen der sieben betroffenen Kommunen. „Die gesamte Bevölkerung muss begreifen, was hier verloren geht“, so ein Fazit des Abends.

fu

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