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Donnerstag, 20.06.2019

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Eishockey-WM: Egloffsteiner Talent über deutschen Erfolg

Junioren-Nationalspieler Moritz Wirth träumt selbst von großer Karriere - 17.05.2019 10:55 Uhr

Beim EHC 80 Nürnberg lernte Moritz Wirth die ersten Schritte auf Kufen, zog mit 13 Jahren aus, um in Österreich die Jugendakademie von RB Salzburg zu durchlaufen und nach dem Abitur sein Glück in den USA zu suchen. © Foto: Hans-Werner Wirth


Herr Wirth, hat Sie der jüngste Sieg überrascht?
Dass die Form stimmt, haben die ersten Spiele ja schon gezeigt. Aber der Gastgeber hat immer einen Heim-Vorteil. Das war bei unserer U20-WM 2018 in Füssen (Wirth feierte mit der DEB-Auswahl den Wiederaufstieg in den elitären Kreis der Top-10; d.Red.) auch so, man wird von der Stimmung getragen. Ich kenne das. Vor 4000 Leuten in einer engen Hütte in Alaska zu spielen, wo du auf der Strafbank Bier-Spritzer abbekommst, so was treibt mich an. Wie Deutschland dann am Schluss zurückgekommen ist, war noch beeindruckender. Es zeichnet Topstars wie Leon Draisaitl aus, genau in solchen Momenten da zu sein, aber auch die Mannschaft, dass sie das Spiel mit großem Zusammenhalt bis dahin offen gehalten hat.

Woran machen Sie als ehemaliger Schüler des jetzigen Coaches Söderholm seine Handschrift fest?
Er ist ein authentischer Typ, der selbst viel erreicht hat und genau weiß, was er will. Von außen wirkt er sehr ruhig, doch im Kopf legt er sich schon den nächsten Plan zurecht. Das Ausgleichs-Tor in Überzahl war kein Zufall. Diese Situationen werden intensiv einstudiert.

Franken-Power im Nationaltrikot: Der gebürtige Nürnberger Gerrit Fauser (li.) gegen die Slowakei. © Foto: Monika Skolimowska/dpa


Verfolgen Sie internationale Turniere mehr als Fan oder aus der Perspektive eines jungen Spielers, der sich etwas abschaut?
Die Qualität vor allem der Top-Nationen ist schon ein Grund, sich dafür zu interessieren, aber bei den deutschen Spielen bin ich nicht mehr objektiv. Als die Jungs hinterher Arm in Arm bei der Nationalhymne standen, kamen mir die Erinnerungen an die U20-WM wieder hoch. In dem Moment willst du am liebsten selbst dabeisein auf dem Eis.

Wie realistisch ist denn eine Nominierung in der Zukunft?
Das ist eines meiner großen Ziele, für das ich hart arbeiten will. Doch ich muss mich zuerst über die U23 empfehlen. Der nächste wichtige Schritt wird sein, dass ich den Sprung aufs College schaffe. Ich werde noch ein Jahr in der Juniorenliga spielen.

Marc Michaelis spielt für die Minnesota Universität und sprang auf den deutschen WM-Zug auf. Zeigt er den richtigen Weg auf?
Seinen Namen kenne ich natürlich gut, es ist nur 40 Minuten von meinem Klub (in Richfield sind die Minnesota Magicians beheimatet; d.Red.) entfernt. Sie haben dort sogar drei Deutsche. Diese Erfahrung im Umgang hätte Vorteile und wäre sympathisch, da ich mich in der Gegend wohl fühle. Ich habe mir ein Spiel angesehen und stehe in Kontakt mit den Verantwortlichen. Ich bin für alles offen, mal schauen, wie es im Sommer weitergeht.

Was trauen Sie dem Nationalteam noch zu?
Ich freue mich auf die restlichen Spiele in der Gruppe, da darfst du dich gegen große NHL-Stars behaupten und musst die Intensivität beibehalten, anstatt ans Viertelfinale zu denken. Wenn jeder für seinen Nebenmann einsteht, ist nichts auszuschließen. Olympia hat gezeigt, welche Dynamik unverhoffte Erfolgserlebnisse freisetzen. 

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