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Dienstag, 17.09.2019

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Ekelhaftes Kopfsteinpflaster

Silvia Schwalbach über ihre Erfahrungen in Pegnitz - 01.06.2012 10:00 Uhr

Rollstuhlfahrerin Silvia Schwalbach informierte die SPD-Abgeordneten Anette Kramme (l.), Martin Burkert (2.v.l.) und Marianne Schieder (5.v.l.) sowie SPD-Bürgermeisterkandidat Uwe Raab (3.v.l.) über ihre Probleme. © Schauer


Silva Schwalbach war gestern auf dem Marktplatz am Informationsstand der Offenen Hilfen Regens Wagner und schilderte ihre Erfahrungen. Dieser Aktionstag stand unter dem Motto „Jede Barriere ist eine zu viel“. Diplom-Sozialpädagogin Kerstin Vetter leitet die Offene Hilfen im Landkreis Bayreuth. Eine Barriere könne auch die Sprache oder ein Formular im Ämterdeutsch sein, sagt sie.

Sehbehinderte oder Blinde benötigen zum Beispiel Ampeln mit akustischem Signal, um sicher über eine Straße zu gelangen. „Solche Ampeln gibt es in Pegnitz bisher noch nicht“, sagt Kerstin Vetter.

Dagegen werde bei neu- oder Umbauten öffentlicher Gebäude zunehmend darauf geachtet, dass sie barrierefrei sind. Bei den Schulen in Pegnitz ist zum Beispiel das Gymnasium ohne Barrieren.

Das Kopfsteinpflaster in der Innenstadt schüttelt die Rollstuhlfahrer zwar durch, aber die gefährlichen Bordsteine sind verschwunden. Dort, wo sie vorhanden sind, wird es gefährlich. „Sie sind teilweise zu hoch, man muss höllisch aufpassen“, sagt Silvia Schwalbach. Ganz schlimm ist es im Winter, wenn die Bordsteine unter den Schneehaufen kaum zu erkennen sind. Auch ungeräumte Gehsteige sind für Rollstuhlfahrer eine Qual. „Das ist ganz schlimm.“

Von barrierefreien Gebäuden und abgesenkten Bordsteinen profitieren auch Menschen mit Krücken oder alte Menschen, die mit einem Rollator unterwegs sind. Nahezu unmöglich ist eine Fahrt mit dem Zug, sagt Silvia Schwalbach. In Pegnitz sei sie auf zwei Leute angewiesen, die sie die Treppen hinab- und hinauftragen sowie in den Zug heben. Helfer gibt es meistens. „Ich bin für jeden dankbar“, so Silvia Schwalbach.

Der gute Wille ist vorhanden – so wie bei der Bahn, die auf Anforderung auch schon mal eine Hebebühne nach Pegnitz gebracht hat: Die Hebebühne war zwar da, aber niemand, der sie bedienen konnte. 

hjs

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