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Entspannung im Pegnitzer Brigittenheim

Nach Umbau: Drei neue Appartements lindern akute Raumnot - 05.03.2015 19:21 Uhr

Die Appartements im Brigittenheim sind nicht nur wohnlich eingerichtet, wie Dekan Schoenauer beim Probesitzen (unten re.) feststellte — sie punkten auch mit Hightech wie Niederflurbetten (oben) und Ruhesesseln (unten li.). © Ralf Münch


Dekan Gerhard Schoenauer ist zufrieden mit den neuen Räumlichkeiten. Zwei Zimmer plus Bad auf 50 Quadratmeter – in zwei der Appartements ist das Bad über einen Flur zu erreichen, in einem durch eines der Zimmer. „Die Appartements sind eigentlich hauptsächlich für Ehepaare gedacht“, sagt der Dekan.

Die Sanitärräume sind nach den aktuellen Standards barrierefrei und behindertengerecht ausgestattet. Das Essen wird entweder aufs Zimmer gebracht oder kann im Speisesaal eingenommen werden. „Es ist schon eine große Erleichterung, dass ich nicht mehr selber kochen muss“, sagt Elfi Spohn. Die 80-Jährige und ihr Mann waren die ersten Bewohner in den Appartements. Mit dem Internetzugang hapert es noch etwas und der PC-Bildschirm im Wohnzimmer des Ehepaars Spohn ist noch finster.

„Die Verkabelung in Pegnitz ist zwar da, aber noch nicht bis in unser Haus“, erklärt Heimleiterin Anke Schellermann. Nur in den Büros kann bislang gesurft werden. Insgesamt 167.000 Euro haben die Umbauarbeiten gekostet, zweieinhalb neue Stellen wurden geschaffen.

Die Appartements im Brigittenheim sind nicht nur wohnlich eingerichtet, wie Dekan Schoenauer beim Probesitzen (unten re.) feststellte — sie punkten auch mit Hightech wie Niederflurbetten (oben) und Ruhesesseln (unten li.). © Fotos: Ralf Münch


Und noch etwas Neues gibt es im Brigittenheim: Es wurden 13 Niederflurbetten zum Stückpreis von 4000 Euro angeschafft. „Wir haben nun keine Gitterbetten mehr und Bewohner müssen auch nicht mehr fixiert werden“, sagt Schellermann. Bisher lag der Anteil dieser Maßnahme, die vom Amtsgericht angeordnet sein muss, bei 28 Prozent. „Das war eine Zumutung für die Schwestern“, sagt Schoenauer kopfschüttelnd, „tagsüber haben sie die Bewohner gepflegt und abends mussten sie die Leute angurten.“ Und es ist auch eine Arbeitsentlastung für das Personal, so Schellermann, denn die Fixierungen mussten genauestens dokumentiert werden.

Die Appartements im Brigittenheim sind nicht nur wohnlich eingerichtet, wie Dekan Schoenauer beim Probesitzen (unten re.) feststellte — sie punkten auch mit Hightech wie Niederflurbetten (oben) und Ruhesesseln (unten li.). © Fotos: Ralf Münch


Nur Kleinigkeiten sind beim Thema „Nachrüstung des Brandschutzes“ angegangen worden. Im Dezember 2013 mussten in der Station drei Zimmer geschlossen werden, da bei einer Ortsbegehung Mängel festgestellt wurden. „Wir sind da aber drüber“, so Schoenauer. Ein Gutachter erstelle eine Kostenermittlung und danach müsse entschieden werden, welche Maßnahmen Priorität haben. „Das kann sich natürlich über Jahre ziehen“, befürchtet der Dekan, „denn da stehen größere Umbaumaßnahmen an.“

Man sei darauf bedacht, dass die drei Zimmer so schnell wie möglich wieder belegt werden können. „Der Bedarf ist da, wir haben von überall Anmeldungen“, sagt der Dekan. Momentan wohnen 138 Menschen im Brigittenheim, 141 Plätze sind genehmigt. „Wir haben Anmeldungen aus dem ganzen Bundesgebiet“, sagt die Heimleiterin, sogar aus Ostfriesland gab es eine Anfrage. Man nehme aber vorzugsweise Leute aus der Region.

Sechs neue Assistenten

Begeistert sind Schoenauer, Schellermann und Pflegedienstleiterin Roswitha Schecklmann, dass seit Anfang Februar sechs neue Betreuungsassistenten ehrenamtlich die Pflegekräfte unterstützen. „Das ist eine große Entlastung“, sagt Schoenauer. Und auch die Mitarbeit der 25 Ehrenamtlichen sei sehr hoch einzuschätzen. Manche von ihnen kommen täglich.

Im Brigittenheim sind insgesamt 116 Mitarbeiter angestellt. Davon sind 85 Pflegekräfte, 53 sind in Vollzeit beschäftigt. Jedes Jahr werden neun Auszubildende eingestellt, im vergangenen Jahr hatten sich nur sieben beworben.

FRAUKE ENGELBRECHT

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