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Sonntag, 25.08.2019

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"Es riecht nach Veränderung, nach Aufbruch"

Mit einer Analogie wurden 87 Pegnitzer Realschüler entlassen und feierten unter freiem Himmel - 21.07.2019 18:55 Uhr

Fürs Foto kamen sie in die Turnhalle, gefeiert wurde dann aber – wie schon im Vorjahr – unter freiem Himmel. Die 87 Abschlussschüler der Pegnitzer Realschule hatten sich für ihren großen Tag hübsch gemacht. Schulleiter Christoph Kasseckert (li.) wünschte ihnen das Beste für die Zukunft und erfüllte sogar noch den einen oder anderen Schülerwunsch. © Ralf Münch


Es ist immer wieder ein besonderer Tag für jeden Schüler. Wenn man endlich das Zeugnis in den Händen hält und mal zur Ruhe kommt, um die vergangenen Jahre Revue passieren zu lassen. Fronhöfer sagte: "Wir haben alles, was wir je von hier erwartet haben. In der fünften Klasse haben wir die Zehntklässler bewundert und haben uns gefragt, wie sie das geschafft haben. Jetzt, sechs Jahre später, stehen wir hier und stellen fest, dass die Zeit so schnell verging. Das man es gar nicht glauben kann, dass es heute vorbei ist."

Tatsächlich sind es wohl die letzten Minuten, in denen die Schüler an der Pegnitzer Realschule sein werden – es sei denn, sie bilden sich weiter und stehen irgendwann mal als Lehrer wieder hier. Schmitt machte sich Gedanken über das, was war. Dass die meisten sechs Jahre ihres Lebens hier verbracht haben. "Jeder von uns wird das Wort ,Schuleʻ mit anderen Erinnerungen verbinden. Wir haben uns überlegt, was in der Schulzeit am wichtigsten war", berichtete Schmitt. Sie kamen zum Schluss, dass es Familie, Essen, Partys und RTL 2 gewesen seien. "Unsere Lehrer meinten aber, dass wir andere Prioritäten setzen sollen, was wir aber für absoluten Schwachsinn hielten. Dennoch haben wir es immer geschafft, etwas vom Unterricht mitzunehmen und einigermaßen gute Noten geschrieben", blickte Schmitt zurück.

Es wurde auch etwas wehmütig, als der Chor der neunten Klassen das Lied "Au Revoir" (Auf Wiedersehen) des deutschen Popsängers Mark Forster vortrug. Darin heißt es: "Es wird nie mehr so sein wie es war, ich bin weg, Au Revoir." "Dieser Satz trifft unsere Situation ziemlich gut", meinte Fronhöfer. "Ein Wiedersehen wird es in unserem Fall wahrscheinlich nicht mehr geben. Ab jetzt wird sich alles verändern – für uns, für unsere Eltern und vor allem für Herrn Wright, der wahrscheinlich weniger Essen bestellen muss."

Direktor auf die Probe gestellt

Es war eine schöne Freiluftveranstaltung. Vor einem Jahr war das Fest aufgrund der hohen Temperaturen spontan mit 450 Stühlen ins Freie gezogen und hatte damit ein ganz besonderes Flair bekommen. "So wurde der Wunsch an mich herangetragen, ob wir 2019 nicht auch im Freien die Zeugnisübergabe machen könnten", berichtete Schulleiter Christoph Kasseckert. Dies war aber nur einer der Wünsche der Schüler – auch um Ukulelenspiel wurde gebeten. "Bitte fragen Sie mich nicht, wie es dazu gekommen ist", sagte der Direktor. "Ich bin weder musikalisch, noch kann ich das Instrument überhaupt spielen, aber gut, hier ist sie." Und dann gab der Schulleiter eine Kostprobe seines Könnens. Auch sollte er einige lobende Worte zum 1. FC Nürnberg sagen. Und das, obwohl er, wie er sagt, eine "tiefe Zuneigung für einen großartigen und sehr erfolgreichen Fußballverein aus Oberbayern empfindet". Manchmal muss eben auch ein Schulleiter über seinen Schatten springen. . .

Kasseckert verabschiedete die Schüler mit einer Analogie zu Janoschs Kinderbuch "Oh wie schön ist Panama", das von den beiden Freunden kleiner Bär und kleiner Tiger handelt, die glücklich in einem Häuschen am Fluss wohnen. Dort fischen sie eine leere Holzkiste mit der Aufschrift Panama heraus. Sie riechen Bananen und beschließen, dass Panama das Land ihrer Träume sein muss und machen sich auf den Weg.

"Eure Holzkiste ist keine Kiste, sondern ein Zeugnis, das ihr heute in den Händen haltet", sagte Kasseckert. "Und es riecht auch nicht nach Bananen. Es riecht vielmehr nach Veränderung, Abenteuer, Selbstständigkeit, nach Aufbruch." Er fragte: "Wo liegt Euer Panama? Keine Ahnung. Ehrlich gesagt, bin ich mir nicht sicher, ob Euch überhaupt jemand eine verlässliche Antwort darauf geben kann." Was er den Absolventen wünschte, war, sich auf den Weg zu machen und das persönliche Panama zu finden.

Schulbeste mit einer Eins vorm Komma waren Veronika Förster mit einem Notenschnitt von 1,25, Jessica Netsch (1,27), Klara Elsner (1,33), Milena Pischel (1,36), Paula Busch (1,42), Eva Förster (1,42), Ramona Baier (1,83), Julia Kreuzer (1,91), Patrick Neukam (1,91) und Tamara Potzler (1,92). Insgesamt haben 89 Schüler an der Abschlussprüfung teilgenommen. Zwei bestanden nicht. 

RALF MÜNCH

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