Freitag, 16.04.2021

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Evangelischer Dekan freut sich über Ergebnisse der Fragebogen-Aktion

Das wurde bei einer Umfrage unter Gläubigen im evangelischen Dekanat von vielen herausgestellt - 27.02.2021 11:55 Uhr

Die Gottesdienste wurden bei einer Umfrage von Gläubigen gerade in der Corona-Zeit von vielen besonders herausgestellt. Dekan Rausch freut sich über dieses Ergebnis.

26.02.2021 © Foto: Archiv/Ralf Münch


Insgesamt sind 250 Rückmeldungen eingegangen, von 4400 Gemeindegliedern beziehungsweise 3000 bis 4000 versendeten Fragebögen. "Viele der Mitwirkenden waren anfangs enttäuscht", gibt Dekan Markus Rausch im Gespräch mit unserer Zeitung zu.

Doch inhaltlich sei das Ergebnis dann doch gut, wie sich nach der Auswertung zeigte. Er vermutet, dass viele Gemeindeglieder die Umfrage in normalen Zeiten zum Gottesdienst mitgebracht hätten. Aber wegen der Corona-Pandemie sind diese entweder ausgefallen oder die Gläubigen haben sich nicht getraut hinzugehen, vermutet er. Für ihn persönlich stelle die Auswertung die Vorteile der zehn einzelnen Kirchengemeinden aus: "So konnte ich als Neuling ihre Stärken und Unterschiede kennenlernen", sagt Rausch, der erst im vergangenen Juli seinen Dienst als Dekan in Pegnitz angetreten hat.

Hintergrund der Aktion ist eigentlich ein zweijähriger Prozess, in dem geprüft werden soll, was den Kirchengliedern wichtig ist. Künftig werden nicht mehr alle Kirchengemeinden alles anbieten können, weil Personal und Geld knapper werden, so der Kirchenmann. Die Umfrage ist ein Baustein, als nächstes sollen unter anderem Jugendliche gesondert befragt werden und auch ein Fokus auf die Diakonie und die Kirchenmusik gelegt werden. Eine weitere Zielgruppe soll ebenfalls abgeholt werden: die Personen, die der Kirche fernstehen.

Gottesdienste besonders wichtig

Denn die Umfrage haben hauptsächlich Menschen beantwortet, die sich mit der Kirche verbunden fühlen. Die Distanzierten sollen in persönlichen Gesprächen abgeholt und befragt werden, erklärt der Dekan. "Wir wollen auch ihren Blickwinkel einbinden." Wie das die einzelnen Kirchengemeinden machen, ist ihnen überlassen. In Pegnitz wird der Kirchenvorstand die Unterhaltungen führen.

Zu den Auswertungen: Wie wichtig Gottesdienste für die Gemeindeglieder sind, zeigt sich an mehreren Stellen der Auswertung. Am deutlichsten wird das bei der ersten Frage "Wo ist Kirche Ihnen zuletzt begegnet?". Knapp 130 Menschen nannten an dieser Stelle im Fragebogen, in dem keine Antworten vorgegeben waren, die Gottesdienste.

Weitere Angaben wie digitale Medien, persönliche Kontakte und verschiedene Aktionen, wie Adventstüten, haben es jeweils nicht über 25 Nennungen geschafft. "Das ist ein Corona-bedingtes Ergebnis, zu einer anderen Zeit wären die Antworten anders ausgefallen", erklärt Dekan Rausch. Er freue sich, dass die Menschen durch die Gottesdienste – egal in welcher Form – erreicht werden. Aktuell gebe es in Pegnitz zwei digitale evangelische Gottesdienste pro Monat, entweder als Live-Stream oder Aufzeichnung.

Gute Balance zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen wichtig

Er und die anderen Hauptamtlichen in den evangelischen Kirchengemeinden sind die "Gesichter", mit denen die Gläubigen Kirche konkret verbinden. An zweiter und dritter Stelle stehen Kirchenvorstand und die Ehrenamtlichen. "Es ist wichtig, dass es eine gute Balance zwischen den Ehrenamtlichen und den Hauptamtlichen gibt", urteilt Rausch. Die Wertschätzung des Ehrenamts sei hoch, liest er aus den Zahlen.

Es hat sich gezeigt, dass die Antwortenden sich vor allem in Krisenzeiten Begleitung durch die Kirchengemeinde wünschen, beispielsweise im Todesfall, bei Krankheit oder "sonstigen Krisen". Aber auch Taufe/Hochzeit/Konfirmation sind genannt, ebenso wie der Alltag. "Interessant ist dabei, dass eher Jüngere angegeben haben, dass ihnen Unterstützung bei Tod oder Krankheit wichtig sind", bemerkt Rausch.

Die Frage nach Besonderheiten in den einzelnen Kirchengemeinden zeigt, dass Gottesdienste, Kinder-, Jugend- und Familienarbeit ebenso hoch geschätzt werden, wie Kirchenmusik und die Seelsorge. Besonders betont wurden unter anderem die "Tradition und Werte" in Lindenhardt, die Vielfalt der Angebote, die Kooperation von Altersgruppen in Plech und Creußen sowie der Einsatz für die Umwelt in Pegnitz. Entsprechend ähneln sich die Antworten nach dem Unverzichtbaren in den Gemeinden. In Creußen wurde außerdem ausdrücklich gewünscht, nichts wegzunehmen.

Die Bereitschaft im Dekanat, andere Kirchengemeinden zu besuchen, ist recht unterschiedlich und variiert zwischen "kaum Nennungen", "kein Bedarf, weil alles vor Ort", "keine Bereitschaft" und "hohe Bereitschaft". Gerade für Erwachsenenbildung, Konzerte oder besondere Gottesdienste sei die Bereitschaft aber groß, die eigene Gemeinde zu verlassen, erklärt Rausch zum Bericht, der diese Woche dem Dekanatsausschuss per Videokonferenz vorgestellt worden ist.

Besonders gut kämen im Dekanat die Gottesdienste in der Plecher Weidenkirche an, gibt er zu. In Zukunft – wenn weniger finanzielle oder personelle Ressourcen vorhanden seien – werde es vermehrt Kooperationen und Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Kirchengemeinden geben, vermutet der Dekan.

Antwortgeber ratlos

Am schwersten im Fragebogen sei wohl die Aufgabe gewesen, die Kirche der Zukunft darzustellen. "Da taten sich viele schwer und haben nichts geantwortet", erklärt er. An erster Stelle der wenigen Antworten, die zu diesem Punkt eingegangen sind, stehen neue Gottesdienst-Angebote, die zu neuen Anlässen oder an besonderen Orten stattfinden sollten. Auch digitale Kirche werde künftig eine wichtige Rolle spielen.

"Zusammenhalt und Gemeinschaft vor Ort ist die größte Kompetenz der Kirche. So kann man etwas bewegen", sagt er mit Blick auf gesellschaftliche Themen und Herausforderungen. Senioren-, Kinder-, Jugend und Familienarbeit spielten ebenfalls eine große Rolle, ähnlich wie die kirchliche Umweltarbeit und die Integration von Flüchtlingen. "Interessant ist, dass dieser Punkt auch in Gemeinden angesprochen wurde, in denen gar keine Flüchtlinge leben", so Rausch abschließend.

KERSTIN GOETZKE

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