Sonntag, 08.12.2019

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Ex-Kommandant der "Pegnitz" eröffnet "Marine-Showroom"

Ständige Ausstellung in Kiel informiert über die Arbeit der Minenabwehr - 27.11.2019 20:54 Uhr

Arne Müller, einer der legendären Kommandanten der "Pegnitz", eröffnete in Kiel den "Showroom" der Minenabwehr. © Reinl


Das Besucherzentrum des Geschwaders ist seit 21. November im Offiziersheim des Kieler Stützpunktes für die Öffentlichkeit zugänglich. Von der Operation "Südflanke" im Persischen Golf 1990/1991 bis zu heutigen Ostseemanövern wie "Northern Coasts" sind die deutschen Minenstreitkräfte im Einsatz und erklären fortan anschaulich, worauf es bei der Minenabwehr ankommt und welche Gefahr unter Wasser für die Schifffahrt lauert.

Die Ausstellung erklärt die Minenkriegführung, das Leben an Bord der Minenabwehrboote und macht den Dienst der Soldaten auf See erlebbar. Erläuterungen, Exponate und digitale Inhalte sind so abgestimmt, dass sich die Besucher mit Waffen und Technik des Geschwaders und dem Ablauf der Minenabwehr auseinandersetzen können.

Die Ausstellung kann donnerstags um 10 Uhr ohne Anmeldung besucht werden. An der Wache des Marinestützpunktes Kiel muss dafür lediglich ein Ausweis hinterlegt werden. Führungen an anderen Terminen können mit dem Zentralbüro des 3. Minensuchgeschwaders telefonisch vereinbart werden. Die Ausstellung ist so konzipiert, dass sie auch in Roadie-Boxen verpackt, transportiert und an anderen Ausstellungsorten aufgebaut werden kann.

Das 3. Minensuchgeschwader ist der einzige Verband der Bundeswehr, der auf die Beseitigung von Unterwasser-Kampfmitteln spezialisiert ist. Das Geschwader setzt dazu Minenjagdboote ein, die Minen mit Unterwasserdrohnen aufspüren und zerstören können. Drei dieser Boote lenken außerdem ferngesteuerte Simulationsboote, die Schall- und Magnetfeldsignaturen großer Schiffe ins Wasser strahlen und Minen so zur Detonation bringen.

Zwei der Boote sind auf den Einsatz größerer Einsatzgruppen von Minentauchern ausgelegt; diese Spezialisten des Seebataillons werden überall da gebraucht, wo die Technik an ihre Grenzen stößt. Die Boote des Geschwaders können außerdem selbst Minen legen und damit Seegebiete sperren oder eigene Häfen schützen.

Tausende Tonnen Minen am Meeresboden

Minen wurden in den Kriegen und Konflikten der vergangenen Jahrzehnte eingesetzt und liegen bis heute zu Tausenden Tonnen auf dem Meeresboden. Durch den oft unklaren Zustand der Zündsysteme sind sie eine unkalkulierbare Gefahr für die Schifffahrt. Außerdem setzen die vor sich hin rottenden Gefäße über Jahrzehnte giftige Gemische in die Umwelt frei, die die Flora und Fauna unter Wasser schädigen können. Genauso kommen Minen in heutigen Konflikten zum Einsatz, wie zum Beispiel im südöstlichen Mittelmeer vor Libyen oder im Roten Meer vor Jemen.

Im Kieler 3. Minensuchgeschwader, das den prägnanten Elchkopf als Wappen führt, dienen etwa 800 Soldaten an Bord der Boote, im Stab und im Einsatzausbildungszentrum. Das Geschwader stellt dauernd und zuverlässig Boote für die beiden Ständigen NATO-Minenabwehrverbände in den Gewässern rund um Europa. Diese maritimen Einsatzgruppen gehören zu der als "NATO-Speerspitze" bekannten Very High Readiness Joint Task Force oder kurz VJTF der Allianz.

Die See-, Luft- und Landstreitkräfte sowie Spezialeinheiten dieser Eingreifkräfte haben ein mehrmonatiges Ausbildungsprogramm absolviert und sind auf hohem Ausrüstungs- und Ausbildungsstand. Sie können nach NATO- und nationalen Beschlüssen schnell verlegt werden und stehen für Operationen im Rahmen des Krisenmanagements genauso zur Verfügung wie für Maßnahmen der kollektiven Verteidigung.

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