Dienstag, 12.11.2019

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Faust-Festspiele wollen umziehen

Der Verein hätte gerne sein eigenes Gelände, weil der Aufwand auf dem Schlossberg hoch und die Spielsaison spät ist. - 08.11.2019 19:44 Uhr

Die Miete für die überdachte Tribüne kostet dem Verein laut Intendant Daniel Leistner etwa 50 000 Euro an Miete. Egal ob es mit dem Umzug der Faust-Festspiele klappt: Es soll auf alle Fälle eine kleinere Tribüne geben. © Archivfoto: Ralf Münch


Uwe Vogel, Geschäftsführer der Faust-Festspiele, bestätigt, dass es diese Gedankenspiele mit dem Buchauer Berg gab. Aber eben nicht nur. "Wir sind auf der Suche nach einer Alternative. Am liebsten wäre uns ein eigenes Gelände", sagt Vogel. Mit dem Schlossberg als Veranstaltungsort sei der Verein vom Ambiente her sehr zufrieden, sagt Intendant Daniel Leistner. "Der Schlossberg ist eine Bombenadresse. Pegnitz kann dankbar sein, so ein Spitzengelände zu haben."

Allerdings: Dieses Spitzengelände zu nutzen, ist für die Festspiele-Verantwortlichen zeitlich sehr eingeschränkt und aufwendig. Der Verein möchte die Spielsaison eigentlich früher ansetzen, am liebsten im Juni und Juli. "Aber das geht nicht, weil wir dann mit anderen Veranstaltungen kollidieren würden. Und wir wollen den anderen Vereinen nichts wegnehmen", sagt Uwe Vogel. Frühere Spieltermine würden es ermöglichen, die Schulen besser einzubeziehen. "Ich kenne Realschulen und Gymnasien, die gerne Ausflüge zu uns machen würden. Aber in der letzten Woche vor den Sommerferien sind wir einfach zu spät dran."

"Es ist ein Knochenjob"

Punkt zwei: Auf dem Schlossberg müssen die Festspiele gänzlich aufgebaut werden, Ausschank- und Kassenhäuschen, Tribüne und Bühne. "Eine Woche vor dem Spieltermin ist hier Baustelle", sagt Leistner, "es ist ein Knochenjob, der von den wenigen Helfern geleistet werden muss."

Hätten die Faust-Festspiele aber ihr eigenes Gelände, könnten sie die Spielsaison früher beginnen sowie die Häuschen und Teile des Bühnenbilds das Jahr über stehen lassen. "Wir müssen aber erst so einen Ort finden, bevor wir an einen Umzug vom Schlossberg denken können. Das haben wir noch nicht", stellt Leistner klar.

Andere Veränderungen stehen dagegen fest, egal wo die Faust-Festspiele 2020 stattfinden. Leistner geht davon aus, dass sich die Zuschauerzahl weiterhin bei etwa 4000 einpendeln wird und das ursprüngliche Ziel, jedes Jahr 6000 Besucher zu ziehen, nicht erreichbar ist. "Das hat meine dreijährige Pegnitz-Erfahrung gezeigt." Für die erwarteten Zuschauerzahlen sei die Tribüne aber zu groß und zu teuer. "Für die zwei Monate kostet sie uns etwa 50 000 Euro an Miete, sie ist der größte Posten bei unseren Ausgaben." Deshalb werde es eine kleinere Tribüne geben, die für 25 000 Euro zu haben sei.

Auch das Programm wird sich ändern. Neben den Stücken Faust und Ritter Unkenstein nach Karl Valentin war die Aufführung des Sommernachtstraums geplant (wir berichteten).

Doch Intendant Daniel Leister hat seine Meinung geändert. Der Sommernachtstraum wird ersetzt durch die Nestroy-Komödie Frühere Verhältnisse. "Wir haben also zwei sehr lustige, sehr fröhliche Komödien im Programm", sagt Daniel Leistner, "Komödien ziehen oft mehr Zuschauer."

MARCEL STAUDT

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