Dienstag, 12.11.2019

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"faust" zieht von Forchheim nach Pegnitz um

Buchhandlung erhofft sich in neuer Umgebung am Marktplatz bessere Rahmenbedingungen - 10.05.2019 10:07 Uhr

Michael Holz schließt seine Buchhandlung „faust“ in der Nürnberger Straße in Forchheim und eröffnet ein Geschäft in der Hauptstraße in Pegnitz. © Foto: Ralf Rödel


"Meine Stammkunden habe ich als Erstes informiert. Sie sind zwar traurig, verstehen die Entscheidung aber auch", sagt Holz, der gebürtig aus Hamburg stammt und seit 16 Jahren in Forchheim lebt. "In Pegnitz gibt es aktuell gar keinen Buchladen. Die zentrale Lage und die guten Rahmenbedingungen stimmen mich sehr optimistisch, dass das Geschäft dort besser gehen wird als in Forchheim", sagt der 57-Jährige.

Schwieriges Pflaster

Vor sechs Jahren hatte er in der Forcheimer Apothekenstraße den Buchladen "dacapo" mit einer Verkaufsfläche von etwa 45 Quadratmetern eröffnet. "Ein schwieriges Pflaster für eine neue Buchhandlung", sagt er rückblickend.

Dann zog das Geschäft vor rund drei Jahren in die Nürnberger Straße und der 57-Jährige konnte auf der Verkaufsfläche von rund 100 Quadratmetern mehr Belletristik, Krimis und Bilderbücher anbieten. Außerdem nahm er Schulbücher, Zeitungen und Zeitschriften neu ins Sortiment auf.

"Der Standort ist nicht schlecht mit den Schulen und man wird gesehen von den Menschen, die von Süden hereinfahren", sagt Holz. Er habe eine relativ hohe Laufkundschaft und es gebe genügend Parkplätze. "Aber eine 1-a-Lage wäre in der Fußgängerzone und diese Mietpreise kann man sich als kleiner Buchhändler nicht leisten."

"Da mache ich mir nichts vor"

Die Buchhandlung "Osiander" zieht Ende September in das Schuhhaus Peppel in der Hauptstraße und wird eine Verkaufsfläche von 300 Quadratmetern bieten. "Das wird ein Magnet sein, da mache ich mir nichts vor. Das betrifft genau meine Laufkundschaft und wäre mit einem Umsatzrückgang verbunden", ist sich Holz sicher, der eine Teilzeitkraft und fünf 450 Euro-Kräfte beschäftigt.

In Pegnitz hat der 57-Jährige dagegen kaum Konkurrenz – ideale Bedingungen für seinen neuen Laden, der sich in nächster Nähe zum Rathaus befinden wird. Im Februar hat er den Vertrag unterschrieben. Eine Auswahl an Büchern wird bislang in der Bäckerei Schorner angeboten. "Das Sortiment umfasst rund 300 Titel auf etwa 20 Quadratmetern, die Teil der Bäckerei ist", sagt er.

"Zuerst dachte ich, dass ich alle drei Standorte betreibe, aber nach nüchterner Analyse ist die Konkurrenz in Forchheim zu groß", so Holz. Mit dem Geschäft in Ebermannstadt ist der 57-Jährige zufrieden: "Es läuft sehr gut."

Zu seinen Kunden zählen laut Holz "anspruchsvolle Leser", die Romane, aber auch Sachbücher lesen und oft gleich mehrere Bücher kaufen, und Laufkundschaft, die sich gerne im Laden inspirieren lässt.

Jugend bestellt im Internet

Den Internethandel könne er gar nicht so gut bewerten, sagt Holz. "Ich habe vor sechs Jahren begonnen und kenne die Zeit ohne Internet gar nicht", sagt er. Doch seiner Erfahrung nach gehen besonders junge Menschen selten in Buchhandlungen.

"Jugendliche bestellen häufig im Internet, wenn sie überhaupt noch lesen, weil sie mit dem Smartphone eine Alternative haben, die attraktiver erscheint", so Holz. Die Schüler, die in Forchheim in den Laden kamen, hätten hauptsächlich Pflichtlektüre für die Schule erworben.

Am Freitag, 14. Juni, veranstaltet er von 18 bis 20 Uhr eine Abschiedsfeier in seiner Forchheimer Buchhandlung mit gemütlichem Beisammensein, Wein, Bier und Häppchen. Der Laden schließt im Anschluss für etwa zwei Wochen. "Da baue ich alles in Forchheim ab und ziehe nach Pegnitz", so Holz.

VON LEA-VERENA MEINGAST

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