Donnerstag, 04.03.2021

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Fehlender Nachwuchs: Schwierige Zeiten für die Brieftaubenvereine der Region

Die Brieftauben Reisevereinigung Pegnitz konnte Im vergangenen Jahr keine Versammlungen abhalten - 21.02.2021 14:55 Uhr

Die Brieftauben Reisevereinigung Pegnitz konnte im vergangenen Jahr keine Versammlungen abhalten. Es konnte zwar eine Zeit lang weiter trainiert und an Wettkämpfen teilgenommen werden, in diesem Jahr entfällt bis jetzt aber auch das.

19.02.2021 © Foto: Archiv/Hans-Jochen Schauer


"Wir waren froh, dass wir am Reisegeschehen und an den Wettkämpfen teilnehmen durften", sagt er. Auch wenn die Wettbewerbe stattfinden durften, fanden diese unter den vorgegebenen Maßnahmen statt. Das bedeutet, es musste immer gewartet werden, bis der nächste seine Taube an den Start bringen konnte. Auch dieses Einsetzen der Tiere am Vortag durfte nur mit einer beschränkten Anzahl von Personen stattfinden – alles mit ausreichend Abstand.

Tauben waren unterwegs

Für Dötsch ist das aber Jammern auf hohem Niveau: "Noch schlimmer ist es den Kleintierzuchtvereinen ergangen. Die durften nichts machen, da geht es ja nur um die Ausstellung. Und die sind weggefallen." Auch das Training der Tauben konnte normal weiterlaufen. "Entweder hat ein Züchter seine Taube allein irgendwo hingefahren oder zusammen mit anderen Tauben in einem Transporter. Beides durften wir machen", erklärt Dötsch.

Verein hat sich aufgelöst

Die Reisevereinigung Pegnitz besteht aus insgesamt zehn Vereinen und 51 Mitgliedern. "Zwei Vereine aus Immenreuth, einer aus Creußen, zwei aus Kirchenlaibach, zwei aus Pressath, einem aus Eschenbach und zwei aus Thurndorf", erzählt Dötsch. Bis vor kurzem seien es noch zwölf gewesen, jedoch habe sich der Brieftaubenverein 5074 aus Pegnitz aufgelöst. Der ehemalige Vorsitzende des Vereins war trotz mehrmaliger Versuche der Redaktion nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Brieftaubenverein Auerbach habe hingegen die Vereinigung gewechselt. Das bestätigt Günter Nowack, der Vorsitzende des Vereins. "Wir sind zu der Reisevereinigung Fränkische Schweiz gewechselt." Die zwei noch aktiven reisenden Züchter erhofften sich dort bessere Chancen, da sie mit den Ergebnissen in Pegnitz nicht zufrieden waren.

Mit Blick auf die Versammlungen habe die Corona-Pandemie ihre Spuren hinterlassen. Die Mitglieder hätten sich vorher regelmäßig zum Stammtisch, zu Versammlungen und Siegerehrungen im Brieftaubensportheim bei Familie Oberst in Thurndorf getroffen. All dies konnte im vergangenen Jahr nicht stattfinden. Neben der pflichtmäßigen Frühjahrsversammlung ist daher auch die Herbstversammlung ausgefallen. "Dabei hätte der Vorstand gewählt werden müssen. Das lassen wir jetzt einfach so weiterlaufen", sagt Dötsch. Zudem hätte es im Winter noch eine Siegerehrung für das vergangene Jahr geben sollen. Auch diese stehe noch aus. Dass das alles Weggefallen ist, habe aber auch einen positiven Nebeneffekt: "Die Kassen werden nicht leerer", sagt Dötsch. Alle diese Veranstaltungen und Versammlungen würden Geld kosten – diese Ausgaben wurden eingespart.


Corona-Krise: Mit diesen Problemen kämpfen Vereine 


Aber auch so habe sich die Reisevereinigung zum Wohl der Mitglieder sehr eingeschränkt. "Brieftaubensport ist ein Sport der älteren Generationen. Der Altersdurchschnitt ist weit über 60 Jahre. Da müssen wir natürlich vorsichtig sein und gehen deswegen kein Risiko ein", sagt Dötsch. Daher gebe es nur noch per E-Mail oder Whatsapp Kontakt. Da aber nicht jeder der Mitglieder Technik-affin sei, wurde versucht, jedem einen Paten an die Seite zu stellen. "Wenn jemand die Nachrichten nicht selber bekommen kann, werden sie von dem Paten informiert." Trotz aller Bemühungen und Umstellungen weiß Dötsch aber auch, dass nicht immer jeder rechtzeitig informiert werden kann.

Ein größeres Problem stellt für die Reisevereinigung der Nachwuchs dar. "Wie in ganz Deutschland, haben auch wir massive Nachwuchsprobleme." Dieses habe aber nichts mit Corona zu tun. Während in Polen der Brieftaubensport zu einem regelrechten Volkssport wurde, interessiere sich die Jugend in Deutschland für andere Sachen, meint Dötsch.

Mitglieder willkommen

"Aktuell haben wird fünf Jüngere und das ist schon eine Seltenheit", ergänzt er. Zwei seien erst seit diesem Jahr dabei. Daher findet es Dötsch umso bedauerlicher, dass diese jungen Züchter nicht bei einer Veranstaltung oder Versammlung bekannt gemacht werden können. Um gegen das Nachwuchsproblem etwas zu unternehmen, gebe es bereits verschiedene Versuche innerhalb des Verbandes: "Es wird einen Tag der Brieftauben geben. Da werden die Taubenschläge geöffnet, um den Sport den Leuten näher zu bringen", erklärt der Vorsitzende. Zudem gebe es mittlerweile einen Öffentlichkeitsbeauftragten.

Für die Zukunft wünscht sich Dötsch daher, dass mehr junge Leute die Faszination des Brieftaubensportes für sich entdecken. Aber auch, dass das Vereinsleben wieder hochgefahren werden kann: "Was die Frühjahrsversammlung im März angeht: Wir wissen immer noch nicht, ob die stattfindet." Da auch Wettkämpfe zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich sind, hoffe er, dass sich das wieder ändert. "Wir sind froh, wenn wir bald wieder in das Wettkampfgeschehen eingreifen können." Bis dahin können die Tauben sich noch ausruhen: "Die sehen das jetzt wahrscheinlich etwas entspannt."

FLORIAN ZEILMANN

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