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Samstag, 10.04.2021

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Feuerwehr ist sein Hobby: Oliver Ständner ist der stille Helfer der Trockauer Feuerwehr

Der Trockauer Gerätewart zwischen Stahlseil, hydraulischer Winde und Sichtkontrolle - 05.03.2021 16:15 Uhr

Seit anderthalb Jahren ist Oliver Ständner Gerätewart bei der Feuerwehr Trockau. Durch eine Zusatzausbildung als Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten kann er auch diverse Elektroarbeiten verrichten.

05.03.2021 © Foto: Rosi Thiem


Neben den vielen Wartungsarbeiten stehen auch viele Prüfungen an", zählt der 42-Jährige auf. "Es gibt viele Herausforderungen und es ist nicht alles gleich", bekennt er und überprüft mit geübtem Blick die nächste Dichtung. "Hier schaue ich auf die sensiblen Kupplungen", zeigt er auf die hydraulische Motorpumpe.

Drei Tage am Motor getüftelt

Der ehrenamtliche Gerätewart nimmt alles ins Visier: Es gibt Prüfungen nach jedem Einsatz, andere jährlich, manche halbjährlich – wie die Überprüfung der Funkgeräte. Oder auch wöchentlich, wie die Handlampen mit Ladeerhaltung am Fahrzeug. "Wenn wir nachts Einsätze haben, dann müssen die Lampen schon fit sein", erklärt er. Ein Sorgenkind war die 20 Jahre alte, defekte CAFS-Anlage. "Wir haben die Druckluftschaum-Anlage zu dreiviertel zerlegt. Das größte Problem war die Undichtigkeit des Motors", erinnert sich Ständner. Das Modell werde inzwischen nicht mehr produziert. Mit den Kollegen bastelte und tüftelte er drei Tage lang – mit Erfolg. "Es ist schon toll, wenn der Motor am Schluss anspringt und es funktioniert", sagt der gelernte Schreiner strahlend. "Da haben wir uns schon sehr gefreut."

Zumal die Stadt Pegnitz so einiges an Geld gespart habe. "Das sind Leistungen, die machen wir", stellt Kommandant Florian Schedler fest. "Das sieht oft keiner, doch es spart viel Geld. Wir machen das ehrenamtlich und sind beim Reparieren ziemlich autark", betont er zufrieden. "Oliver ist unser ,Rettungssanitäter‘. Immer wenn wir vom Einsatz kommen überprüft er anschließend alles zuverlässig", erzählt der Kommandant lobend. Stolz zeigt er auf den seitlichen Rollwagen mit 500 Metern Schlauch, den der findige Handwerker mit Halterungen umgebaut hat. Dabei ist er ein Quereinsteiger.

Innerhalb einer kurzen Zeit legte er alle Qualifikationen ab: Modulare Truppausbildung, Chemieschutz, Atemschutz und Maschinist. Seit November 2019 ist er bei der Feuerwehr Trockau der Gerätewart. "Ich hatte in früherer Zeit nie einen Gedanken an die Feuerwehr verloren", bekennt der gebürtige Bayreuther, der früher Fußball spielte. "Das ist mir erst sehr spät gekommen." Froh ist Oliver Ständner, dass seine Frau Marion Verständnis für seine – fast tägliche – Feuerwehrleidenschaft zeigt. "Meine Frau unterstützt mich sehr", bekennt er. Mindestens 250 Stunden kämen pro Jahr für den Gerätewart locker zusammen, überschlägt er. "Die Zeit brauchst du einfach", merkt er an.

Die Arbeit reißt nicht ab: Im vergangenen Jahr hatten die 82 aktiven Trockauer 74 Einsätze, meist mit dem Schwerpunkt Autobahn. Aktuell ist der Gerätewart, der beruflich als Hausmeister bei der Regierung von Oberfranken angestellt ist, für sechs Fahrzeuge zuständig. Hinzu kommt ein Einsatzleitwagen, der im Herbst ausgeliefert werden soll.

In seiner verbleibenden Freizeit sucht Oliver Ständner den Ausgleich bei der Familie, fährt Fahrrad und entspannt im Wald beim Holz machen. Abschließend sagt er: "Die Kollegschaft bei der Feuerwehr passt und es macht Spaß. Außerdem mache ich es aus Überzeugung gerne, Menschen zu helfen, die in Not geraten sind", legt er gut gelaunt offen. "Die Feuerwehr ist mein Hobby."

ROSI THIEM

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