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Montag, 21.10.2019

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Feuerwehr Pegnitz bekommt neue hauptamtliche Stelle

Gerätewart wird sich um alle Dinge, die im Feuerwehrhaus anfallen, kümmern - 14.09.2019 14:00 Uhr

Ordnung muss sein bei der Ausrüstung im Pegnitzer Feuerwehrhaus und in den Einsatzfahrzeugen. Walter Steger (rechts) hat jetzt mit Stephan Fleischer (links) einen zweiten hauptamtlichen Gerätewart an die Seite bekommen. © Foto: Ralf Münch


Ein seit langem bestehender Wunsch der Feuerwehr ist in Erfüllung gegangen: Stephan Fleischer ist der neue zweite hauptamtliche Gerätewart. Er wird sich neben Walter Steger um alle Dinge, die im Feuerwehrhaus anfallen, kümmern. Fleischer hat sich bereits viele Jahre lang ehrenamtlich für die Feuerwehr engagiert und viel Zeit und Arbeit geopfert.

"Die Aufgaben sind immer umfangreicher: Prüfen, warten, Grundüberholungen und reparieren", sagt Steger, der seit fast 20 Jahren seinen Job bei der Feuerwehr leistet. Die Zeiten haben sich geändert. Zur Schlauchpflege der 17 Pegnitzer Feuerwehren sind noch die Wehren der Städte Creußen und Betzenstein sowie der Gemeinden Prebitz und Schnabelwaid hinzugekommen.

Mehr als Auto waschen

"Trinkwasserschläuche, die bei Festen, etwa beim Bratwurstgipfel oder beim Marktplatzfest benötigt werden, waschen wir auch." Und dann kommen eben auch noch der Fahrzeugpark, die Ausrüstung und Gerätschaft dazu. Steger: "Manche denken, wir machen nichts anderes als Autos waschen. Ich hätte das alles gar nicht mehr viel länger allein schaffen können."

Irgendwann wurden damit auch die Aufgaben anspruchsvoller und vielfältiger, als sie es noch vor 20 Jahren waren. Es sei wichtig, dass alles funktioniert und alles vorbereitet ist – denn man weiß nie, wann der nächste Einsatz kommt. Immerhin könne es auch um Menschenleben gehen. Im Jahr 2019 wurde die Feuerwehr zu 276 Einsätze gerufen.

Der Feuerwehrbedarfsplan zeigte unter anderem, dass man für die Wartungs-, Pflege- und Prüfungsarbeiten bezüglich der Pegnitzer Feuerwehren eigentlich 2,75 hauptamtliche Stellen bräuchte. In der letzten Hauptversammlung war das noch kein Thema, aber Mitte des Jahres wurde dann die Stelle ausgeschrieben.

Das ist Stephan Fischer

Damit kommt Stephan Fleischer ins Spiel. Seit 31 Jahren ist er aktiv im Feuerwehrdienst. "Bevor ich zur Pegnitzer Feuerwehr ging, war ich in Hainbronn aktiv. Als ich in Horlach gebaut habe, hat es sich dann ergeben, dass ich nach Pegnitz wechselte", sagt der gelernte Maschinenbauer. Er hat ab 2013 an den Feuerwehrschulen und bei namhaften Herstellern mehrere Fortbildungsmaßnahmen zum geprüften Atemschutzgerätewart gemacht. Seitdem prüft er zusammen mit zwei weiteren ehrenamtlichen Atemschutzgerätewarten die Pressluftatmer von vier mit Atemschutz ausgerüsteten Pegnitzer Feuerwehren und seit 2014 auch vieler weiterer Feuerwehren aus der Region. Er ist bisher einer der wenigen, der das in Pegnitz und den umliegenden Feuerwehren kann und auch darf. Für diese wichtigen Arbeiten muss man sich dafür in vorgeschriebenen Abständen immer wieder fortbilden und qualifizieren.

"Ich hatte bei meinen Vorgesetzten wiederholt darauf hingewiesen, dass die inzwischen umfangreicher gewordenen Arbeiten und Dienstleistungen nicht mehr von einer Person bewältigt werden können", so Fleischer. Der Stadtrat stimmte einer zweiten Stelle zu. Für die Feuerwehr bringt das viele Vorteile, die Arbeit wird auf mehrere Schultern verteilt.

"Er kennt sich aus"

"Er kennt sich aus, weiß wie und was gemacht werden muss, um die anfallenden Arbeiten auch allein bewerkstelligen zu können, wenn ich durch Urlaub oder Krankheit ausfalle", sagt Steger. Denn Fleischer wird sich nicht nur um den Atemschutz kümmern, sondern wie Steger auch um den Fuhrpark und die gesamte Ausrüstung der Feuerwehr. Bei Großeinsätzen wie beispielsweise im Cabriosol oder dem Brand des Ärztehauses am Böllgraben vor einem halben Jahr, wurden beide auch von ihren ehrenamtlichen Kameraden unterstützt, ohne deren Hilfe eine schnelle Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft nicht möglich gewesen wäre und auch in Zukunft nicht möglich ist.

Bilderstrecke zum Thema

Alarm am Abend: Kelo-Sauna im Cabriosol in Pegnitz geriet in Brand

Zweiter Alarm in Pegnitz: Nachdem bereits am Nachmittag unter dem Eisstadion Ammoniak ausgetreten war, musste die Feuerwehr am Abend noch einmal anrücken: DIe Kelo-Sauna im Cabriosol geriet in Brand. Die Einsatzkräfte hatten mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen, die Löschung des Brandes gestaltete sich deshalb schwierig. Die Brandursache ist noch unklar, die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.


Beide – Steger und Fleischer – weisen auf das Verständnis und die Unterstützung der Familien und Arbeitgeber hin, die die Feuerwehrleute bei ihrem ehrenamtlichen Einsatz unterstützen.

Auf die Frage an Steger, wie es denn bisher gelaufen ist, als er noch alleine war und etwa in den Urlaub ging oder krank war, sieht man ein Schulterzucken: "Dann wurden halt die unaufschiebbaren Arbeiten, wie beispielsweise die Schlauchpflege oder das Auftanken der Fahrzeuge, von Andreas Meyer vom Bauhof oder soweit möglich von den Ehrenamtlichen erledigt. Alles andere ist halt liegen geblieben." Diese Situation wird sich nun aber verbessern. Und das kommt letztendlich allen Bürgern der Stadt und der Region zugute.

RALF MÜNCH

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