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"Fit wie ein Turnschuh": Wellucker Handball-Urgestein Paul Albert wird 80

Der Wellucker Paul Albert blickt an seinem 80. Geburtstag auf seine Zeit als Handballer beim damaligen ASV zurück. - 29.06.2020 06:55 Uhr

Paul Albert hat viele Urkunden und Pokale erhalten, wie ein Blick in sein Zuhause zeigt. Die Ernennung zum Ehrenmitglied beim ASV nimmt dabei einen besonderen Stellenwert ein. © Foto: Brigitte Grüner


Der Jubilar ist ebenso wie Ehefrau Wilma "fit wie ein Turnschuh". Mindestens einmal, oft sogar zweimal täglich sind die beiden zu Fuß unterwegs. Mal mit, mal ohne Nordic Walking-Stöcke. Auch der Garten rund um das 1968 bezogene Eigenheim wird von Paul und Wilma Albert gepflegt. Ruhestand mit Füße hochlegen ist nichts für das seit 1964 verheiratete Ehepaar.

Nur das Inlinerfahren praktiziert der Jubilar aktuell nicht, wie er berichtet. Da die beiden ohnehin viel unterwegs sind, hat Paul Albert im Juni 2015 eingewilligt, für die Stadt als Wander- und Wegewart aktiv zu werden. Wenn er nun beispielsweise Mängel bei der Beschilderung entdeckt, meldet er dies in der Stadtverwaltung. Nebenbei wird auch mal ein Marterl am Weg gepflegt. Inzwischen unterstützt ihn dabei Winfried Schnödt, der viele Wege mit dem Fahrrad kontrolliert.

Aufbruch in 30 Minuten

Paul Albert ist als jüngstes Kind unter vier Geschwistern in Falkenau im Egerland aufgewachsen. Die Familie lebte in einem Schloss. Der Großvater war einst Kutscher der Schlossbesitzer, erzählt der Jubilar. Als Paul fünf Jahre alt war, kam nach dem Kriegsende die Vertreibung. "Innerhalb von 30 Minuten mussten wir gehen", erinnert er sich. Er floh mit seinen Geschwistern über Ostdeutschland nach Auerbach, wo sie von der Mutter und einem Onkel bereits erwartet wurden. Seit 1946 ist die Oberpfalz zur neuen Heimat geworden.

1967 wurde Handball noch auf dem Großfeld gespielt. Spartenleiter über fünf Jahrzehnte war Peter Iger (3.v.re.). Folgende Männer spielten beim damaligen ASV Auerbach Handball (v.li.): Dieter Jasper, Karl Trenz, dahinter Helmut Lang, Franz Steubl, Heinz Grillenbeck, Georg Trenz, Paul Albert, Franz Sauer, Franz Grillenbeck, Werner Gössel und Michael Beßenreither.


 Nach dem Schulabschluss machte Paul Albert eine Schneiderlehre bei der Bulag. Ab 1962 besuchte er die Technikerschule, um später als technischer Betriebsleiter zur Bulag zurückzukehren. In dieser Position war Albert bis zu deren Schließung im Jahr 1986 tätig. Bis zu seiner Pensionierung arbeitete der Wellucker damit bis auf die letzten sechs Jahre seines Berufslebens immer in der Textilbranche – darunter auch fünf Jahre als selbstständiger Unternehmer.

Im Lkw zu den Auswärtsspielen

Mit 14 Jahren begann Paul Albert, Handball zu spielen. Bis 1974 war er als Mittelstürmer in der ersten Mannschaft eingesetzt, zeitweise auch als Interims-Spartenleiter aktiv. Gespielt wurde damals noch mit elf Personen auf dem Großfeld im Freien. Oft fanden an einem Sonntag zwei Spiele statt, berichtet er. Da damals nur wenige ein eigenes Auto hatten, fuhr das Team manchmal sogar auf einem Lastwagen zu den Auswärtsspielen. Die Handballer waren auch privat oft miteinander unterwegs. "Eine tolle Gemeinschaft", blickt der Jubilar zurück. Sportkameraden aus der damaligen Zeit waren unter anderem Franz und Heinz Grillenbeck, Helmut Lang, Franz Steubl sowie Georg und Karl Trenz. Jüngster im Team war der spätere Spartenleiter Dieter Jasper.

25 Jahre gehörte Paul Albert der Verwaltung des ASV Auerbach an. 2001 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Handball gehört noch heute zu seinen großen Hobbys. Bei Spielen in Auerbach – von den Jugend-Teams bis zur ersten Mannschaft – ist das Ehepaar immer in der Helmut-Ott-Halle. Oft begleiten die beiden die erste Mannschaft auch auswärts. In den Jahren der Dritt-Liga-Zugehörigkeit der SV08-Handballer war das Ehepaar immer dabei und hat auf diese Art viele Sporthallen kennengelernt. "Wir freuen uns schon, wenn endlich wieder Spiele stattfinden", erklären die beiden.

Seit 20 Jahren gehören Wilma und Paul Albert auch zur Sparte "Nordic Walking" und sind regelmäßig mit Gleichgesinnten unterwegs, die mindestens zehn bis 15 Jahre jünger sind. Zu den "ruhigen Hobbys" gehört das Sammeln von Informationen und Fotos der Familie, zur Heimat im heutigen Tschechien, von Unterlagen zum Berufsleben und Presseberichten. Akribisch werden alle Bilder und Zeitungsausschnitte abgelegt. Alleine Lieblingssport Handball füllt drei Ordner. Zum runden Geburtstag gratulieren heute Gattin Wilma, die drei Kinder Ernst, Petra sowie Martina, sechs Enkel und drei Urenkel. Die Feier wird im Familienkreis stattfinden.

BRIGITTE GRÜNER

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