Flucht mit dem Ballon war ein Kassenschlager in Pegnitz

6.11.2018, 06:57 Uhr
Dietmar Huttarsch freute sich über die große Resonanz, die Bully Herbigs dramatische Fluchtgeschichte auslöste. Auch die reduzierten Ticketpreise dürften das Interesse an dem Film gesteigert haben.

Dietmar Huttarsch freute sich über die große Resonanz, die Bully Herbigs dramatische Fluchtgeschichte auslöste. Auch die reduzierten Ticketpreise dürften das Interesse an dem Film gesteigert haben. © Archivfoto: Ralf Münch

Als Grund für das ausgerechnet zum Wochenanfang gesteigerte Interesse vermutet der Kino-Besitzer "die reduzierten Ticketpreise".

Ein besonderes Plus war natürlich auch der Besuch von Petra Wetzel, deren Familie damals gemeinsam mit Familie Strelzyk die waghalsige Ballon-Flucht über die undurchdringliche deutsch-deutsche Grenze unternommen hatte. Sie sprach vor und nach der Filmvorführung im Kino-Foyer mit Besuchern und schilderte ganz persönlich ihre Erlebnisse bei der dramatischen Flucht — und bei den aufwändigen Vorbereitungen. Huttarsch: "Sie hat nach der Vorstellung noch eine Stunde lang mit den Leuten geplaudert."

Schulklassen vor Leinwand

Gerade solche Stoffe mit Familienbezug kämen bei Kinogängern besonders gut an, weiß Huttarsch aus seiner Praxis als Kino-Betreiber. Die "Anteilnahme" der Kinogänger am Film "Ballon" und beim Gespräch mit Petra Wetzel sei sehr groß gewesen. Sein Urteil: Bully Herbig habe hier einen "echten Hollywood-Streifen" geschaffen. Sogar zwei heimische Schulklassen ließen sich das cineastische Fluchtspektakel nicht entgehen. Eine aus der Realschule und eine aus der Christian-Sammet-Mittelschule.

Große Hoffnungen auf eine gute Zuschauerresonanz hatte Huttarsch auch bei "Wackersdorf". Der Film über den Widerstand beim Bau der geplanten Wiederaufbereitungsanlage (WAA) sei "ein Stück Heimatgeschichte".

Dieser Film dürfte gerade für Menschen aus der Oberpfalz besonders interessant sein. "Das ist ja nur ein paar Kilometer von uns in Pegnitz entfernt." Seine Erfahrung als Kino-Betreiber: "Ich habe viele Kunden aus der Oberpfalz." Das zeigen auch die zahlreichen AS-Kennzeichen zu den Vorstellungszeiten. Für die Vorstellung am Freitagabend wurde auch der ehemalige Landrat von Wackersdorf als Zeitzeuge eingeladen.

"Schlachtszenen sind echt"

Den Film selbst stuft Huttarsch als "halb dokumentarisch" ein. Er weiß: "Die Schlachtenszenen im Film sind echt." Aufnahmen wie diese "reißen einen wirklich in die Zeit".

Von Filmen wie diesen bekommt Huttarsch während der Vorführungszeit meist nicht allzu viel mit. "Ich habe im Foyer genug zu tun."

Das galt auch für die Sonntagsvorstellung von "Tomorrow" im Vorfeld des Klimaschutztages. Aufführung war am Sonntag, 21. Oktober, bereits um 10 Uhr vormittags.

Der Dokumentarfilm zeigte Lösungen, um den globalen ökologischen Kollaps aufzuhalten. Dazu gab es kleine ökologische Snacks. Trotz der — vergleichsweise" — frühen Stunde war der Pegnitzer Kinomacher mit dem guten Besuch voll zufrieden.

Kein Progammkino geplant

Ein Programmkino will er trotz der besonderen Kino-Gäste und deren Gesprächen mit den Kino-Gästen nicht aus dem Regina-Filmtheater machen. Die Häufung solcher Events mit besonderen Gästen zu Vorführungsterminen in diesem Herbst betrachtet Huttarsch eher als "Zufall".

Generell kann er sich über die Zuschauerresonanz seit der Sommerpause nicht beklagen. "Der Herbst ist immer meine stärkste Zeit." Schon der Eberhofer-Krimi habe nach dem Sommer beim Publikum voll eingeschlagen. "Den habe ich sogar zwei Wochen laufen lassen." Beim heimischen Publikum stünden "regionale Sachen" hoch im Kurs.

Das kürzlich im Kinosaal zu hörende gelegentliche Bass-Dröhnen vor den Hauptfilmen habe aber nichts mit der starken Besucherresonanz zu tun. "Ein Sparkassentrailer war zu bassig abgemischt, da klapperten ja sogar meine Gläser im Regal."

Wenn Dietmar Huttarsch im Foyer beim Einlass nicht allzu viel zu tun hatte, konnte er den dröhnenden Bass schnell noch herunter regeln. Bei der Vorführung der Hauptfilme war dann aber alles in Ordnung.

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