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Montag, 27.05.2019

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Forst soll sich um Erhalt der Hüllweiher kümmern

Naturschutzreferat im Landkreis fehlen aktuell die personellen Mittel für wichtiges Projekt - 19.03.2019 22:46 Uhr

Besonders in der Fränkischen Schweiz und im Veldensteiner Forst gibt es noch viele Hüllweiher. Ottenhof ist dafür vor Jahren beim Ortsverschönerungswettbewerb ausgezeichnet worden. © Reinl


Das Projekt zur Erhaltung und Optimierung von Hüllweihern und sonstigen Kleingewässern in der Fränkischen Schweiz war und ist eine Herzensangelegenheit für Diplombiologen Nikolaus Lange. Er ist seit langem für den Naturschutz im Landkreis zuständig und sollte in einer Übergangszeit eigentlich seinen Nachfolger einarbeiten.

Immer größerer Stellenwert

Diesem Plan steht allerdings aktuell eine längere Erkrankung im Weg. Außerdem sollen künftig auch Aufgaben des Gartenfachberaters von diesem Referat miterledigt werden. "Zu viel, um große neue Projekt stemmen zu können – gerade jetzt, da Umwelt- und Naturschutz einen immer größeren Stellenwert erfahren", hieß es im Fachausschuss.

Im südlichen Landkreis jedenfalls existieren zahlreiche Kleingewässer mit hoher ökologischer Bedeutung, von denen viele noch nicht erfasst sind. Deshalb sollen jetzt über eine Erhebung und Begutachtung durch eine Werksvertragskraft Optimierungsmaßnahmen erarbeitet werden. Auch wenn dieses Vorhaben im Naturschutzbeirat schon breite Zustimmung gefunden hat, soll nun doch der Bayerische Staatsforst intensiver damit befasst werden. Schließlich lägen die meisten der Hüllweiher ja auch auf dessen Gebiet, befand das Gremium. Ob die eigentlich dafür heuer eingeplanten 45 000 Euro tatsächlich benötigt werden, sei also eher ungewiss, hieß es.

Weitere 45 000 Euro stehen in den nächsten drei Jahren für ein BayernNetzNatur-Projekt zur Förderung der Biodiversität und des Biotopverbundes in den Streuobstbeständen bereit. Im Besonderen sollen damit die Zahl der Wildinsekten erhalten und vergrößert werden.

Im gesamten Kreisgebiet sollen deshalb Streuobstwiesen und Obstbaumreihen aus Hochstämmen erfasst werden, um den drohenden Rückgang alter Obstsorten einzudämmen. Artenreiche Vorkommen gebe es insbesondere im Raum Weidenberg und rund um Stierberg, hieß es.

Bis zu 75-prozentige Förderung

Ein diesbezüglicher Antrag der Landschaftspflegeverbände Pegnitz und Weidenberg hat zum Ziel, das Interesse etwa über Zertifizierungen und damit verbundene Mehrerlöse bei der Vermarktung zu fördern. Auch die Kunst des Aufpelzens dürfe nicht in Vergessenheit geraten, argumentierte Hans Engelbrecht (CSU).

Der Waischenfelder Bürgermeister Edmund Pirkelmann (FWG) kann sich ferner vorstellen, Naturschutz-Ausgleichsflächen in den Gemeinden so sinnvoll zu nutzen. Die Gesamtkosten von rund 300 000 Euro für drei Jahre werden mit bis zu 75 Prozent gefördert, sodass der Landkreis unter dem Strich dieses Jahr rund 8750 Euro aufbringen müsse.

Weitere 5000 Euro stehen für den Erhalt orts- und landschaftsbildprägender Bäume zur Verfügung. Die 22 000 Euro teure Sanierung des Teiches im Kreislehrgarten Glashütten kostet dem Kreis netto rund 2200 Euro. Dankbar ist Landrat Hermann Hübner (CSU), dass darüber hinaus zahlreiche Kleinstmaßnahmen zu 100 Prozent über die Staatsoberkasse finanziert werden.

Schutz der Bachmuschel

Dazu zählen die Bisam-Bekämpfung zum Schutz von Vorkommen der Bachmuschel (2100 Euro), die Betreuung von Fledermaus-Winterquartieren (1150 Euro) sowie nicht zuletzt die Pflege der vom Landkreis zu Naturschutzzwecken gepachteten Flächen (1950 Euro). 

RICHARD REINL

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