Freitag, 16.04.2021

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Fraktionen im Stadtrat einig: Pegnitz bekommt Jugendreferenten

Ergebnis einer NN-Umfrage: Jugend soll in Kürze einen Beauftragten im Ratsgremium bekommen. - 01.03.2021 07:55 Uhr

Der Pegnitzer Jugendrat wollte wieder eine Vertretung in der Stadt. Wenn es derzeit keinen Jugendpfleger gebe, so sollte es im Stadtrat wenigstens einen Jugendreferenten geben. Die Fraktionen signalisieren einer Umfrage zufolge Bereitschaft.

28.02.2021 © Foto: Archiv/Klaus Trenz


Als zumindest kleinen Erfolg bezeichnete es der CSU-Fraktionssprecher Werner Lappat, dass nach Kritik aus Jugendrat und von CSU-Seite eine Formulierung von der städtischen Homepage gelöscht wurde, wonach sich der Jugendrat nur in "wirklich wichtigen Anlässen" an Stadt und Bürgermeister Wolfgang Nierhoff (PEG) wenden dürfe. Jetzt darf das Jugendgremium generell Stadt und Verwaltung bei Bedarf angehen.

Auch wenn Lappat von seinen Stadtratskollegen in der jüngsten Ratssitzung zum Teil massive Kritik für seine Jugend-Anträge einstecken musste, machte er deutlich: "Wenn sich jemand bei mir rührt, werde ich aktiv." Als Beispiel dafür nannte er auch das Thema "Jugendräume". Dieses stehe seit mindestens einem Jahr auf der Stadtrats-Agenda. Lappat wörtlich: "Passiert ist nichts."

Zum Vergleich zog der Troschenreuther seinen eigenen Stadtteil heran. Dort hätte eine Jugendgruppe "in Eigenarbeit im Jugendheim einen Raum hergerichtet." Materialkosten: rund 1000 Euro. Eine nachträgliche Bezuschussung schlug fehl, weshalb Lappat eine Spendensammlung unter Stadträten für den Fehlbetrag initiierte. Er und sein Troschenreuther Ratskollege waren die einzigen, die je 100 Euro spendeten. Lappat zur Jugend-Aktion: "Ich finde es toll, dass die das gemacht haben."

Ein "Riesenfass" aufgemacht

Mit Blick auf den gewünschten Basketballkorb bedauerte der CSU-Rat, dass für das vorgetragene Anliegen ein "Riesenfass" aufgemacht wurde. Mit dem Jugendzentrum solle es in Pegnitz endlich vorangehen ("Wir haben in Pegnitz soviel Leerstand"). Zustimmung gibt es von ihm auch zur Einführung eines Jugendbeauftragten.

Die Fraktion von FW/FWG stehe dem Jugendbeauftragten "sehr, sehr positiv gegenüber", machte Fraktionssprecher Claus Spieler deutlich. Das sei eine der zentralen Forderungen der Gruppierung. Gleichzeitig müsse man aber auch für Beauftragungen bei der Seniorenarbeit oder auch zu Personalthemen nachdenken. Aktuell werde von FW/FWG zu dem Themenkomplex auch ein eigener Antrag vorbereitet.

Die Position des hauptberuflichen Jugendpflegers ist nach wie vor besetzt, erklärte er zu dem "schwebenden Verfahren". Diese Stelle sei aber im Haushaltsplan enthalten. Wenn die Stelle nach Ausscheiden des bisherigen Amtsinhabers frei würde, sei es der Wunsch von FW und FWG, erneut einen Jugendpfleger anzustellen.

Der SPD-Fraktionssprecher Karl Lothes verwies darauf, dass seine Fraktion schon vor der jüngsten Ratssitzung ein Gespräch mit dem Jugendrat geführt hatte. Er wäre "grundsätzlich schon" dafür, im Stadtrat die Institution des Jugendbeauftragten einzuführen. Lothes glaubt aber: "Das wird kein einfacher Job." Um Parteipolitik außen vor zu lassen, müsse in der Position des Jugendbeauftragten "reihum und fraktionsübergreifend gewechselt werden".

Mangels anderer Möglichkeiten hält Lothes an der Idee eines Jugendzentrums im Pegnitzer Bahnhofsgebäude fest. Dort gebe es auch Toiletten. Alternativen wie Milchhofgelände oder Brauerei hätten sich ja in der Zwischenzeit zerschlagen. Er plädierte auch für die Möglichkeit von Übergangslösungen und appellierte an die Pegnitzer, weitere Lösungsvorschläge für Jugendräume einzubringen.

Auch wenn es momentan noch verfrüht sei, hat Grünen-Fraktionsvorsitzende Susanne Bauer ganz bestimmte Vorstellungen von einem möglichen künftigen Jugendpfleger: "Das sollten zwei Personen sein, ein Mann und eine Frau, davon einer jünger und einer älter." Vielleicht sogar einer mit Migrationshintergrund. So gebe es viele "Andockmöglichkeiten" für zu betreuende Jugendliche.

Andere Städte als Vorbild

Das zugrundeliegende Konzept müsse weiter entwickelt werden nach dem Vorbild von Städten in vergleichbare Größe. Auch Bauer empfiehlt einen bestimmten Ansprechpartner im Stadtrat. Sie rät in diesem Zusammenhang: "Da, wo es die Jugend möchte, sollte man sie Mitreden lassen."

Bei der Suche nach einem idealen Aufstellort eines oder mehrerer Basketballkörbe seien gemeinsame Vorort-Termine mit Jugendlichen nötig. Zu möglichen Standorten erklärte sie: "Jugendliche müssen auch mal lauter sein dürfen." Gleichzeitig warnte sie: "Die Toleranzgrenzen werden durch die Lockdowns und die damit verbundene Ruhe in der Öffentlichkeit immer enger." Jugendliche dürften keinesfalls nur "als Störfaktor" betrachtet werden, warb sie um Verständnis für diese Altersgruppe.

Votum für erneutes Gespräch

Michael Förster (PEG) erinnerte daran: "Wir haben den Jugendpfleger für Pegnitz mit angestoßen." Auch die Schaffung von Jugendräumen würde von ihnen "voll und ganz unterstützt". Gleichzeitig empfahl er ein erneutes Gespräch zwischen Bürgermeister, Verwaltung, Jugendrat und Fraktionsvertretern. Förster bedauerte, dass beim bisherigen einzigen Gespräch dieser Art "die Kommunikation nicht gut auf einander abgestimmt" gewesen sei.

Der Wunsch nach Jugendräumen sei bereits bei einem Jugendforum im Jahr 2014 durch eine Unterschriftenliste angestoßen worden. Förster: "Wir brauchen einfach geeignete Räume." In diesem Zusammenhang nannte er auch das Bahnhofsgebäude. Leider habe das Thema Corona jetzt "die Dinge verlangsamt".

FRANK HEIDLER

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