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Fränkische-Schweiz-Museum braucht Generalsanierung

Auf Landkreise und Pottenstein kommen hohe Ausgaben zu - Diskussion über gestiegene Personalkosten - 28.06.2019 22:54 Uhr

Beim Fränkische-Schweiz-Museum ist eine Generalsanierung fällig. © Irene Lenk


 Ziegel sind zerbröselt, die Dächer ungedämmt. Auch der Kessel der Heizungsanlage muss ausgetauscht werden, die Hauselektrik müsste erneuert werden, da sie dem aktuellen Standard nicht mehr entspricht und vieles mehr, sagte Kraus. Kurzum: Die komplette Bausubstanz bedarf einer Generalsanierung, die schon jetzt eingeleitet werden müsste, damit die Bauarbeiten Mitte kommenden Jahres durchgeführt werden können.

Kostenträger einer Generalsanierung sind die Landkreise Bayreuth, Forchheim und Bamberg sowie die Stadt Pottenstein, die beim Ausmaß so einer umfänglichen Baumaßnahme erhebliche Geldmittel zur Verfügung stellen müssten. Dies würde dann auch bedeuten, dass die Zuschüsse für das zentrale Museum der Fränkischen Schweiz deutlich ansteigen würden und die Landkreise dies durch die Kreisumlage wohl auch auf ihre Mitgliedsgemeinden umlegen müssten.

Staatliche Zuschüsse erhofft

Was eine Generalsanierung kosten würde, wurde während der Tagung nicht bekannt. Bayreuths Landrat Hermann Hübner (CSU) erklärte dazu in seiner Eigenschaft als Zweckverbandsvorsitzender, man hoffe auf staatliche Zuschüsse. Heiligenstadts Bürgermeister Helmut Krämer (CSU) sagte, man müsse aufs Geld schauen.

Dieses Geld hat der Zweckverband nicht, weil er keine Rücklagen mehr hat, so der Rechnungsprüfungsausschussvorsitzende Rainer Polster. Auch für Bambergs stellvertretenden Landrat Johann Pfister wird es langsam kritisch.

Pfister betonte aber auch, unstrittig leisteten die Museumsmitarbeiter tolle Arbeit. Die Personalkosten waren in den letzten zehn Jahren um 50 Prozent gestiegen, die Besucherzahlen sanken jedoch. 15 000 bis 19 000 Besucher zählt man im Jahr noch. Für Hübner sind fünf Prozent Personalkostensteigerung im Jahr jedoch normal, weil ein Museum immer personalintensiv sei. "Ich erwarte, dass im Zweckverband die Leidenschaft für das Regionalmuseum weiterhin spürbar ist", sagte Hübner.

Polster kritisierte aber auch massiv enorme Kostenmehrungen im Vergleich zum Haushaltsansatz 2018. Um etwa sechs Prozent höher als der Ansatz sei der Verwaltungshaushalt ausgefallen. "Es gab aus meiner Sicht bei vielen Sachen enorme Kostenmehrungen, die nicht zu akzeptieren sind", so Polster, der betonte, dass man so nicht weitermachen könne.

So lag der Ansatz für die Öffentlichkeitsarbeit bei 25 000 Euro. Tatsächlich ausgegeben dafür wurden aber rund 48 000 Euro. Dies lag vor allem an der teurer gewordenen Sonderausstellung "Söldner, Schrecken, Seuchen. Franken und Böhmen im Dreißigjährigen Krieg". Andererseits fielen aber auch die Zuschüsse der Landestelle und des Bezirks um fast 40 000 Euro höher aus als geplant. Laut Kraus konnten die Mehrausgaben gegenfinanziert werden.

Polster forderte mehr als eine Versammlung im Jahr und die vorherige Information der Zweckverbandsräte, wenn absehbar ist, dass es zu größeren Ausgaben kommt als geplant. Außerdem störte es Polster, dass das Museum Ausrichter des ersten touristischen Leistungstags gewesen sei. Dies sei laut Polster nicht Aufgabe des Museums.

Creußens Bürgermeister Martin Dannhäußer konnte die Kritik seiner Verbandsratskollegen nicht verstehen. "Wenn ich kein Personal habe, habe ich auch keine gute Einrichtung", sagte er. Es sei gut, wenn man schon jetzt die Generalsanierung vorausschauend angehe. Für Hübner sind die Haushaltsüberschreitungen nicht überraschend. "Wir haben auch einen Kulturauftrag, Das sollte in diesem Gremium nicht untergehen." Wegen der Personalkosten stieg die Umlage für dieses Haushaltsjahr von 550 000 Euro auf 585 000 Euro.

Kinder müssen zahlen

Dem Vorschlag von Kraus, Kinder bis 14 Jahre wieder kostenlos ins Museum zu lassen, wurde nicht weiter gefolgt.

Polster nannte es erfreulich, dass bei den Eintrittsgeldern die 30 000er-Marke überschritten wurde. 

THOMAS WEICHERT

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