Donnerstag, 21.11.2019

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Frei nach Pippi Langstrumpf: Kirche als Spielzimmer

In der evangelisch-methodistischen Kirche können Familien zusammen basteln, singen und spielen. - 12.10.2019 17:56 Uhr

Pastor Stefan Schörk und Mitorganisatorin Mareike Dederer mit Sohn Matteo freuen sich auf zahlreiche Besucher des Spielcafés Schokominza. © Ralf Münch


An die eigene Kindheit werden sich einige erinnern, wenn sie den Namen Schokominza lesen. Genauer an Pippilotta Viktualia Rollgardina Schokominza Efraimstochter Langstrumpf – kurz: Pippi Langstrumpf. Denn genau diesen Namen trägt das Spielcafé der bald startenden Veranstaltungsreihe. "Schokominza, also Pippi Langstrumpf, das steht für kreativ, bunt, unkonventionell", erklärt Pastor Stefan Schörk, "zudem ist Pippi eine Leitfigur, die man generationsübergreifend kennt und so soll auch unser Spielenachmittag sein – generationsübergreifend."

Ein weiterer Grund sei Pippis Leitspruch: Ich mach die Welt, wie sie mir gefällt. Den die Organisatoren rund um Pastor Schörk zu "Kirche, wie sie mir gefällt" umgeschrieben haben. Denn genau darum ginge es eben auch, die Kirche den Menschen wieder näher zu bringen. "Wenn man sich umhört, dann hat man das Gefühl und den Eindruck, dass für viele die Kirche irrelevant geworden ist", sagt Pastor Schörk, "für viele ist es ein Relikt, veraltet und verstaubt."

Kleinkinderraum mit Bällen gefüllt

Aber, dass die Kirche auch anders sein kann, das möchte er mit dem Nachmittag beweisen. Es soll ein Ort sein, an dem die Eltern stressfrei einen Kaffee trinken können und wenn sie möchten, mit ihren Kindern basteln, spielen oder etwas erleben. So soll der gesamte Kleinkinderraum mit Bällen befüllt werden – eine Art Bälle-Bad. "Die Spielgeräte leihen oder kaufen wir", erzählt Pastor Schörk, "wir haben zum Beispiel einen Großbaukasten gekauft, der lässt sich zu einer Rutsche zusammenbauen oder wir basteln ein großes Klettergerüst daraus. Jeder wie er mag. Wir lassen der Kreativität freien Lauf."

Den Veranstaltern sei es wichtig gewesen, im Winter zu starten, denn gerade in dieser dunklen Jahreszeit können die wenigsten Eltern noch raus auf den Spielplatz. Für zwei Stunden öffnet die Kirche ihre Pforten und ermöglicht einen Spielenachmittag für Junge und Ältere.

"Es gibt verschiedene Themen und Plätze", sagt Mareike Dederer, die die Veranstaltungsreihe mitorganisiert, "die Familien können Lieder singen oder sich mit anderen zusammensetzen und Glaslaternen basteln. Oder wenn es bei einer anderen Veranstaltung mal schneit, dann bauen wir eben einen riesigen Schneemann." Alles soll eben so verrückt sein, wie Pippi Langstrumpf selbst. Keine Zwänge.

Je mehr, umso lustiger

Die einzelnen Themen werden jedoch für eine gewisse Altersgruppe geplant. Für Kleinkinder bis zu einem Alter von acht Jahren planen die Veranstalter. "Das soll nicht heißen, dass ältere nicht kommen dürfen. Aber darauf sind eben die Spiele ausgelegt", betont Pastor Schörk, "größere Geschwister oder Freunde dürfen gerne mitgebracht werden, mitspielen und Spaß haben. Je mehr, umso lustiger."

Das Thema Gott darf in einer Kirche trotzdem nicht zu kurz kommen, so geht es bei dem ersten Spielenachmittag um die Welt, die Gott der Menschheit anvertraut hat und darum, was jeder daraus macht, sagt Pastor Schörk: "Natürlich, wie sie mir gefällt. Aber in was für einer Welt möchte ich, dass meine Kinder aufwachsen?"

Die Termine des Spielcafés Schokominza, jeweils von 15 bis 17 Uhr: 8. und 22. November/6. Dezember/17. und 31. Januar/14. Februar.

MARTIN BURGER

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