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Samstag, 24.08.2019

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Fristverlängerung für Steuererklärung beantragen

Wer seine Daten nicht bis zum Stichtag 31. Juli abgegeben hat, riskiert Verspätungszuschläge - 08.08.2019 18:21 Uhr

Bei Problemen mit dem Finanzamt in Verbindung treten — das raten (von links) Sachgebietsleiterin Susan Richter, Amtsleiter Matthias Hollmann und Sachgebietsleiterin Lisa-Marie Hauschild. © Foto: Stefan Schreibelmayer


Dabei hatten sie in diesem Jahr erstmals zwei Monate länger Zeit. Nach dem Gesetz sind sie damit bereits säumige Steuerpflichtige. Lassen sie sich professionell beraten, läuft die Abgabefrist erst Ende Februar ab – das gilt für rund ein Drittel aller Arbeitnehmer.

Fristverlängerung: Klar ist: Wer die Frist verstreichen lässt und auch weiterhin nicht aktiv wird, dem drohen Konsequenzen, die teuer werden können. Doch wollen Hollmann und seine beiden Sachgebietsleiterinnen Lisa-Marie Hauschild und Susan Richter im Gespräch mit der Redaktion keine Panik schüren. Hollmanns wichtigster Tipp: "Nehmen Sie Kontakt mit dem Finanzamt auf. Aussitzen ist keine Lösung."

Triftige Gründe

Am einfachsten sei es, jetzt schriftlich eine Fristverlängerung zu beantragen. Werde dabei die Abgabe der Steuererklärung bis Ende September zugesagt, sei man kulant und datiere auf den 31. Juli zurück, sagt Richter. Bei einer weiteren Verlängerung, ergänzt Hauschild, müssten dann aber schon triftige Gründe vorliegen. Also zum Beispiel eine eigene schwere Krankheit oder Verletzung, ein Todesfall in der engeren Verwandtschaft oder sonstige Fälle höherer Gewalt – mit entsprechendem Nachweis. Dann kann die Frist nochmals höchstens bis Jahresende verlängert werden.

Es gibt übrigens keine Nachricht vom Finanzamt, wenn die Frist verlängert wird, betont Hollmann: "Unsere Mitarbeiter melden sich nur dann, wenn die Fristverlängerung abgelehnt wird. Das ist effektiver."

Zwangsmaßnahmen: Wird die Steuererklärung verspätet abgegeben, flattert Betroffenen zunächst in nächster Zeit ein erstes Erinnerungsschreiben ins Haus. Außerdem kann das Finanzamt grundsätzlich einen Verspätungszuschlag festlegen. Die Höhe ist seit neuestem gesetzlich geregelt und beträgt für jeden angefangenen Verspätungsmonat 0,25 Prozent der Steuerschuld, minimal aber 25 Euro pro Monat. Bis zum Ablauf von 14 Monaten des entsprechenden Steuerjahrs, für 2018 also bis Ende Februar 2020, haben die Finanzbeamten dabei einen Ermessensspielraum.

"Wenn jemand zum ersten Mal Fristen versäumt, werden wir sicher kulanter sein, als bei jemandem, der auch in den zurückliegenden Jahren schon immer zu spät war", sagt Hollmann. Ist auch der Februar 2020 verstrichen, muss der Zuschlag nach dem Gesetz erhoben werden. Außerdem drohen Zwangsgelder sowie eine Steuerschätzung, die aber auch nicht von der Abgabe einer Erklärung befreit. Die höchste Eskalationsstufe ist dann ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung.

Elektronische Steuererklärung: Unternehmer, auch solche im Nebenerwerb, müssen ihre Steuererklärung mittlerweile grundsätzlich elektronisch über das Elster-System abgeben. Arbeitnehmer dagegen dürfen weiterhin auch die Papier-Vordrucke benutzen, die dann im Datenerfassungs- und Scanzentrum Wunsiedel zentral erfasst werden. Mittlerweile nutzen aber auch rund 60 Prozent der Privatleute den elektronischen Weg über Elster.

Nachfragen: Wer seine Steuererklärung abgegeben hat, hofft natürlich auf eine Steuererstattung, und zwar möglichst schnell. Entsprechend häufig seien telefonische Nachfragen – die seine Mitarbeiter aus der Arbeit reißen, sagt Hollmann. Seien weniger als zwei Monate seit der Einreichung vergangen, mache ein solcher Anruf keinen Sinn, die Bearbeitung der Steuererklärung könne aber auch länger dauern. Erfahrungsgemäß dauere die Bearbeitung einer elektronisch eingegangenen Erklärung etwas kürzer. Grundsätzlich gelte: Für eine telefonische Auskunft immer die Steuernummer oder die persönliche ID-Nummer parat haben. Ohne dürften die Sachbearbeiter gar keine Auskunft geben.

InfoAnträge auf Fristverlängerung müssen beim Finanzamt schriftlich eingehen. Das ist auch über das Elster-System möglich. Telefonisch sind die Mitarbeiter täglich von 8 bis 12 Uhr erreichbar – außer am Mittwoch. Der ist telefonfrei, sagt Finanzamtsleiter Matthias Hollmann, damit die Sachbearbeiter auch mal einen Tag lang völlig störungsfrei ihrer Arbeit nachgehen können. 

STEFAN SCHREIBELMAYER

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