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Für Grillfaule, Traditionalisten und Neugierige

Eine Umfrage zeigt, wer sich auf dem Bratwurstgipfel tummelt. Vor allem die Kreativbratwürste haben es im Wiesweiherpark vielen Besuchern aus Nah und Fern angetan. - 02.06.2019 20:26 Uhr

Bei zünftigen Klängen schmeckt so manchem die Bratwurst gleich noch besser. © Foto: Klaus Trenz


Werner Keilholz (50) aus Nürnberg ist das erste Mal da. "Ich habe es im Radio gehört, dass es hier viele Bratwürste gibt und zwar nicht nur normale, sondern, dass jeder Metzger noch eine eigene Kreation dabei hat. Außerdem war mein Freund letztes Jahr von der Veranstaltung voll begeistert". Zum Zeitpunkt des Interviews – am Sonntag gegen 11 Uhr – hat es Keilholz an drei Grillstände geschafft und sich dort Kreativbratwürste geholt. Vor allem von einer Chili-Hanf-Bratwurst war der Nürnberger angetan: "Die war sehr angenehm im Abgang."

Keilholz bezeichnet sich als Bratwurstfan: "Allerdings nur von den guten vom Metzger." Die kaufe er auch dort. "Wenn ich Leute einlade, dann fahre ich sogar teilweise raus aufs Land und hole sie mir von einem Metzger." Das Metzgerhandwerk hat für Zukunft, auch wenn es Probleme mit dem Nachwuchs gebe. "Ich glaube aber, Handwerk hat immer noch goldenen Boden. So etwas lässt sich nicht automatisieren."

Jung und Alt aus Nah und Fern erfreuten sich beim Bratwurstgipfel an der lauschigen Atmosphäre im Wiesweiherpark. Besonders die Kreativbratwürste und „Versucherla“ kamen bei vielen Gästen sehr gut an.


Daniela Brand (24) aus Nürnberg ist zum vierten Mal beim Bratwurstgipfel. "Ein ehemaliger Kollege hat mich damals hergeschleppt und jetzt ist es Tradition, dass wir uns hier treffen", berichtet sie. "Ich bin eigentlich kein Bratwurstfan, aber die verschiedenen Kreationen finde ich schon sehr interessant."

Brand weiß zwar nicht mehr, wann es war, aber eine Bratwurst namens "Bella Italia" ist ihr noch in bester Erinnerung. Außerdem findet sie die Veranstaltung "angenehm". Wurst und Fleisch kauft sei gelegentlich beim Metzger. Und deren Zukunft? "Ich glaube, die Metzger wird es immer geben, vielleicht weniger, weil immer mehr Leute zu Vegetariern oder Veganern werden."

Joshua Brand (24) aus Nürnberg ist zum dritten Mal beim Bratwurstgipfel: "Meine Frau (Daniela) hat mich dazu gebracht." Bratwürste isst Joshua Brand gerne bei Festen und Weihnachtsmärkten, oder wenn mal gegrillt wird. "Ich brauche sie aber nicht jeden Tag." Ist die Bratwurst ein Kulturgut? "Irgendwo schon", sagt Brand, "sie gehört dazu, zum fränkischen". Bei der Veranstaltung schätzt er die Vielfalt, vor allem die Kreativbratwürste seien "mal was anderes." Das Metzgerhandwerk wird seiner Meinung kleiner werden, aber "ganz Aussterben wird es nicht".

Susanne und Roland Fietz (beide 65) kommen aus Fürstenfeldbruck, sind aber sehr oft in Franken. Beim Besuch einer Metzgerei in Bayreuth sind sie auf den Gipfel aufmerksam geworden. "Seit dem zweiten Mal sind wir mit dabei", sagen beide. Die schöne Lage der Veranstaltung und auch die Stadt Pegnitz finden sie "herrlich". Roland Fietz: "Das ist eine einmalige Sache, wenn man Bratwürste mag. Man kann sehr viele probieren und auch in ganz anderen Geschmackrichtungen."

"Versucherla" als Rettung

Das Ehepaar versucht, so weit möglich, alles zu testen. Das gehe nur durch die "Versucherla". Es sei "toll, dass es das gibt". Für die Fietzs ist das Wurstkaufen beim Metzger alternativlos. Übers Metzgerhandwerk macht sich Roland Fietz Sorgen, vor allem wegen "Nachwuchsproblemen". Zudem werde es für die Metzger "immer schwieriger, die EU-Auflagen und Vorschriften zu erfüllen".

Familie Schwandner aus Velden mit Uwe (46), Susanne (43), Jakob (7) und Josef (6) hat gegen Mittag schon fast alle Bratwürste ausprobiert, die sie testen wollte. "Das ist eine einwandfreie Idee, dass es die Versucherla gibt", sagt auch Uwe Schwandner. Er sei das erste Mal auf dem Bratwurstgipfel, weil er bisher immer beruflich verhindert gewesen sei. "Wir essen sehr gerne Bratwürste, grillen aber nicht so gerne, deshalb ist die Veranstaltung genau das Richtige für uns." Außerdem sei es "toll, auch die besonderen Bratwürste zu probieren, die haben bis jetzt alle geschmeckt – auch die vegane".

Die Familie kauft Bratwürste beim Metzger und nicht im Discounter, so Simone Schwandner. Denn: "Wir wollen frische Wurst und keine aus der Packung." Hat das Fleischerhandwerk noch Zukunft? Uwe Schwandner: "Wenn du ein guter Metzger bist, dann hast du auch Zukunft." 

KLAUS TRENZ

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