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Freitag, 27.11.2020

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Gabensammeln bei Tour durchs Ahorntal

Ungewöhnliche Idee zu Erntedank kam sehr gut an - 05.10.2020 12:55 Uhr

„I hol‘ Di mit mei‘m Traktor ab“: Der evangelische Pfarrer Peter Zeh (links) fuhr die Erntedank-Tour auf dem Bulldog mit.

04.10.2020 © Foto: Rosi Thiem


"Fronleichnam hielten wir es ähnlich", berichtete der katholische Pfarrer Matthew Anyanwu, der dritte Initiator. "Wir wollten zu den Menschen kommen, um vor Ort eine kleine Andacht zu feiern, miteinander zu beten und Gott für die Gaben zu danken", sagte der Pastoralreferent. Die "Traktorfreunde Oberes Ahorntal" unterstützten gerne mit ihren historischen, geschmückten Bulldogs. Zwei ausgeklügelte Erntewegstrecken führten durchs romantische Ahorntal. Pfarrer Zeh besuchte mit Pastoralreferent Friedmann im Halbstundentakt Eichenbirkig, Köttweinsdorf, Unterailsfeld mit Hungendorf und Moschendorf, Pfaffenberg mit Kleinlesau und Zauppenberg, bevor sie nach Weiher und Christanz fuhren.

Pfarrer Anyanwu machte sich indes mit den Oldtimerfreunden auf den Weg von Eichig, Reizendorf mit Hundshof über Freiahorn nach Adlitz. Es folgten Vorder- mit Hinterkleebach und Hintergereuth mit Vordergereuth, bevor sie sich dann alle zusammen in Körzendorf auf der Wegstrecken trafen, um eine gemeinsame Andacht zu feiern.

Überall standen Freiwillige; die Feuerwehren regelten den Verkehr. Die Begeisterung in den Ortschaften war spürbar. "Das können wir jedes Jahr machen", regte etwa Peter Dormann aus Köttweinsdorf an. "Ich finde es super, die Speisen an die Tafeln in Bayreuth und Pegnitz zu verteilen. Auch die Ökumene finde ich toll. Inzwischen gibt es in allen Ortschaften beide Konfessionen und ein Miteinander ist wertvoll. Das Dorf kommt zusammen, und es kocht nicht jeder seine eigene Suppe Zuhause."

Dormann berichtete, dass im Pfarrbrief auf die Aktion hingewiesen worden sei und diese kam bei den Bürgern hervorragend an. "Wichtig ist, dass die Tradition ,Erntedank´ auch in Coronazeiten weiter gepflegt wird", lobte er und half mit, nach der kurzen Andacht in Köttweinsdorf die Erntegaben einzuladen, bevor Pfarrer Zeh mit der Erntekolonne zum nächsten Ziel weiterzog.

Liebevoll geschmückt

Zucker, Obst und Gemüse, Konserven, Nudeln und Mehl: Die Tische in den Ortschaften waren reich gedeckt. Nicht nur die Kinder freute es.

04.10.2020 © Foto: Rosi Thiem


Zucker, Obst und Gemüse, Konserven, Nudeln und Mehl – überall zeigten Menschen, dass Erntedank für sie wichtig ist und stellten auf liebevoll geschmückten Erntetischen die Spenden bereit. Fast zeitgleich kam Pfarrer Anyanwu in Adlitz an, wo er schon erwartet wurde. Er sprach zu den Ortsbewohnern: "Zwar sind die Apfelblüten heuer erfroren und die Ernte sieht magerer aus, doch müssen wir auch sehen, dass Corona die ganze Welt beherrscht. Das wir heute gesund sind und noch leben, das heißt auch Erntedank. Wir alle haben uns heute Zeit genommen, um zu danken und Gaben an die Bedürftigen zu sammeln und zu verteilen. Das ist ein Gewinn für uns alle."

Pfarrer Zeh und Pastoralreferent Friedmann fügten hinzu: "Machen wir so das Erntedankfest in diesem Jahr zu einem ganz besonderen Fest." Das ist ihnen gelungen.

ROSI THIEM

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