Evakuierung

Gasleitung beschädigt: Schockmoment im Kindergarten St. Franziskus

Astrid Löffler
Astrid Loeffler

Politik und Wirtschaft/Pegnitz

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23.11.2021, 16:38 Uhr
Kräftig gebuddelt wird derzeit am Kindergarten St. Franziskus in der Lohesiedlung. Bei den Arbeiten für einen Neubau wurde nun eine Gasleitung beschädigt.

Kräftig gebuddelt wird derzeit am Kindergarten St. Franziskus in der Lohesiedlung. Bei den Arbeiten für einen Neubau wurde nun eine Gasleitung beschädigt. © Foto: Klaus Trenz

Alle 109 Menschen, die sich zu dem Zeitpunkt in der Einrichtung befanden, mussten evakuiert und das Gelände wegen des ausströmenden Gases weiträumig abgesperrt werden, wie Feuerwehr und Polizei berichten.

Alarmierung um 11.59 Uhr

Rund 30 Aktive der Wehren Pegnitz und Hainbronn waren daraufhin vier Stunden im Einsatz. Für die Pegnitzer Kameraden war es der 133. Einsatz in diesem Jahr. "Mir war es vor allem wichtig, dass die Kinder schnell außerhalb des Gefahrenbereichs gebracht werden, ein festes Dach über dem Kopf haben und nicht frieren", berichtet Kommandant Roland Zahn, der vom nahegelegenen Klärwerk sofort zu dem Einsatz geeilt ist und ein Ersatzquartier organisiert hat. Die Alarmierung war eine Minute vor zwölf Uhr erfolgt.

Ein Bauarbeiter hatte zunächst eine Mitarbeiterin des Kindergartens über das Leck informiert. Daraufhin hat die Kita-Leiterin den Notruf gewählt, berichtet Stefanie Hellbach, die Verwaltungsleitung für die 17 der Arge angeschlossen, katholischen Kindertagesstätten des Dekanats Bayreuth. Bei diesem Telefonat sei die Leiterin angewiesen worden, die Einrichtung sofort zu räumen. "Die Mitarbeitenden haben die Ruhe bewahrt und die Kinder zügig aus dem Haus geleitet", lobt Hellbach. Was bei teilweise Unter-Zweijährigen gar nicht so einfach ist, wie Zahn weiß.

Die Kinder wurden dann in die nahegelegene Turnhalle der Christian-Sammet-Schule gebracht und von dort meist schnell abgeholt, sagt Hellbach. Die anwesenden Kinder konnten sich nach Gruppen getrennt in der Turnhalle bewegen, die durch Trennwände unterteilt war. Verletzt wurde niemand.

"Die Eltern waren aufgeregt und erleichtert, dass nichts passiert ist", schildert Hellbach, die zufällig selbst vor Ort war. Denn just an dem Tag war in Pegnitz die alle drei Jahre stattfindende Sicherheitsbegehung mit einem Fachmann des Erzbistums angesetzt gewesen.

Der Gasnetzbetreiber Bayernwerk schickte an die Unfallstelle einen sogenannten Entstörer, wie Christian Martens, Pressesprecher der Bayernwerk Netz GmbH, erklärt. Der Fachmann sah sich den Schaden an und reparierte ihn. Dazu wurde knapp 100 Meter vom Unfallort entfernt, auf der anderen Straßenseite, ein Stück Gasleitung freigelegt und dann zusammengepresst, um so die Gaszufuhr erst mal zu stoppen.

Für diese Zeit baute die Feuerwehr einen Brandschutz auf, um im Fall der Fälle schnell reagieren zu können. Denn mit einem Gasaustritt sei nicht zu spaßen, betont Kommandant Zahn und erläutert: "Wenn eine explosionsfähige Atmosphäre da ist, genügt der kleinste Funke." Trotzdem sei es keine akute Gefahrenquelle gewesen, weil sie ja schnell und fachmännisch betreut gewesen sei, resümiert der Bayernwerk-Pressesprecher, den immer wieder mal ähnliche Vorkommnisse erreichen. Für Zahn bleibt es eine besondere Konstellation: "Nicht immer ist halt ein Kindergarten nebenan."

Nach Reparatur des Lochs konnten bis 18 Uhr peu à peu der Kindergarten und die anderen zehn betroffenen Haushalte wieder ans Gasnetz angeschlossen werden. Seitens des Netzbetreibers war der Fall damit erledigt. Der Schaden sei relativ schnell und mit geringem Aufwand zu beheben gewesen, da die Stelle bekannt und so keine langwierige Suche nötig war, sagt Martens. Außerdem vermische sich bei einem Austritt im Freien das Gas mit dem Sauerstoff in der Luft und erzeuge so ein weniger explosives Gemisch.

Eröffnung im September 2022

Im Kindergarten St. Franziskus war am Dienstag wieder regulärer Betrieb. Die Stadt Pegnitz baut dort eine neue Einrichtung für drei Krippen- sowie zwei Hortgruppen, die die Pfarrkirchenstiftung Herz Jesu betreiben wird. Die Eröffnung ist im September 2022 geplant. In der Einrichtung gäbe es regelmäßig Feuerschutzübungen, berichtet Hellbach. Zuerst werde eine Evakuierung mit den Kindern besprochen und dann ein paar Tage später der Ernstfall geprobt.

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