Sonntag, 23.02.2020

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Gedenken an Friedrich Schoenauer

Initiator des Brigittenheims hätte am 29. April 100. Geburtstag - 08.04.2013 15:00 Uhr

Friedrich Schoenauer hätte seinen 100. Geburtstag. © NN


Sein Vorsatz war, „der Gemeinde mit der ganzen Kraft meines Herzens zu dienen“ — so schrieb er in seinem Grußwort zur Installation. Dass die Liebe zum Gottesdienst und zum heiligen Sakrament erhalten bleibe und wachse, war sein Herzensanliegen, wofür er sich auch als kraftvoller Prediger und einfühlsamer Seelsorger einsetzte.

In Nürnberg aufgewachsen

Friedrich Schoenauer, Vater von Dr. Gerhard Schoenauer, ist in Nürnberg aufgewachsen. Schon in frühester Jugend beschäftigte er sich mit dem Beruf des Pfarrers. Nach dem Abitur begann er das Studium der Theologie in Erlangen. Am stärksten wurde er von Wilhelm Löhe beeinflusst, einem Theologen der neueren Zeit, zu dessen Hauptmotiven die stärkere Belebung des Sakraments Altar, das Aufnehmen alter liturgischer Formen und ökumenische Offenheit zählten. Als die so genannten Deutschen Christen nach 1933 Einfluss und Macht gewinnen wollten, hielt sich Schoenauer an die bekennende Kirche. 1938 wurde er in der St.- Jakobs-Kirche in Nürnberg zum Pfarrer der Evangelischen Kirche ordiniert.

Im Zweiten Weltkrieg wurde er zum Militär eingezogen und musste in einer Sanitätseinheit dienen, wobei es ihn bis in den Kaukasus verschlug. Nach längeren Aufenthalten in Lazaretten wurde er krankheitshalber entlassen.

Vielfältige Aufgaben erwarteten ihn auch ab seinem Amtsantritt am 8. November 1959 in Pegnitz: Neben Predigt und Seelsorge, Pfarramtsführung und Religionsunterricht unter anderem auch Jugendarbeit sowie die Förderung der Gemeindekreise und der Kirchenmusik.

Friedrich Schoenauers Begegnung mit dem katholischen Dekan und Pfarrer Dr. Franz Vogl führte zu einem freundschaftlichen Miteinander der evangelischen und katholischen Christen in Pegnitz. Ökumenische Gottesdienste sind seither Tradition geworden.

Diakonieverein gegründet

Auf Schoenauers Initiative hin wurde 1960 in Pegnitz der Diakonieverein gegründet, der sich die Aufgabe stellte, ein Alten- und Pflegeheim zu errichten. Nur sechs Jahre später konnten im Frühjahr die ersten Bewohner in das neu erbaute Brigittenheim in der Friedrich-Engelhardt-Straße einziehen, dessen Einweihung er leider nicht mehr erleben konnte. Im jetzigen Brigittenheim erinnert der „Friedrich-Schoenauer-Saal“ daran, dass er den ersten Anstoß zur Errichtung dieser Pflegeeinrichtung gab.

Die Unterweisung der Jugend, zu der er ein gutes Verhältnis hatte, war ihm ein wichtiges Anliegen, und so war er als Religionslehrer am Gymnasium tätig. Auch hier war er im Kollegium geschätzt und als freundlicher Christenmensch mit gewinnender Ausstrahlung bekannt.

 

RUDOLF DIPPE

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