Gegenstimmen bei Wohnpark "Meiergraben" im Auerbacher Stadtrat

6.12.2020, 14:55 Uhr
Zeitgemäße Wohnungen werden von der ProMei GmbH am Meiergraben geschaffen. Der Stadtrat gab grünes Licht für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Nicht alle Stadträte waren einverstanden.

Zeitgemäße Wohnungen werden von der ProMei GmbH am Meiergraben geschaffen. Der Stadtrat gab grünes Licht für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Nicht alle Stadträte waren einverstanden. © Entwurf: Bau-Konzept GmbH

Der Wohnpark entsteht am Grünhof direkt an der Einmündung in das Siedlungsgebiet "Am Meiergraben" (die NN berichteten). Laut Bebauungsplan dürfen Gebäude mit bis zu drei Geschossen und einer maximalen Höhe von 11,5 Metern gebaut werden, erklärte Stadtbaumeisterin Margit Ebner. Die Bebauung in der Umgebung erreicht diese Höhe nicht, ist sich der Investor bewusst.

Dennoch werde diese Festsetzung getroffen, um eine effektive Ausnützung der Fläche zu erreichen. Um die Gebäude nicht zu hoch werden zu lassen, sind Flachdächer oder flache Satteldächer vorgesehen. Rund um den Wohnpark gibt es nur vereinzelte Stellflächen. Damit die Bewohner ihre Fahrzeuge parken können, ist eine Tiefgarage geplant. Ziel der Planung ist eine Entlastung des angespannten Wohnungsmarktes.

Bürgermeister Joachim Neuß erklärte dazu, dass die Wohneinheiten nach Fertigstellung als Eigentumswohnungen verkauft werden sollen. Baubeginn soll nach Wunsch des Investors bereits Mitte nächsten Jahres sein. Der Rathauschef sprach von einer "wünschenswerten Entwicklung", die dem durch die Bevölkerungsentwicklung prognostizierten Bedarf entgegen komme. Martin Weiß (FW) freute sich über die Investition im Wohngebiet. Er wies darauf hin, dass der Bauherr das Grundstück von einer auswärtigen Erbengemeinschaft erworben hatte.

Innen statt außen zu bauen sei sehr gut, betonte Bernd Scheller (Grüne). Ihm gefiel besonders die Tiefgarage, die es möglich mache, dass im Wohnpark mehr Platz für Grünflächen übrig bleibe. Die SPD sei ebenfalls für das zukunftsweisende Projekt, sagte Peter Danninger.

Auch die CSU begrüße den Bau neuer Wohnungen und die Nachverdichtung im Stadtbereich. Dennoch könne die Fraktion diesem Vorhaben nicht zustimmen, kündigte Herbert Appl an. Die massive Abweichung der Gesamthöhe sei ein Kritikpunkt.

Die Anwohner im hinteren Bereich des Meiergrabens haben damit rechnen können, dass auch an dieser Stelle Häuser ähnlicher Bauart entstehen. Auch die Durchführung im vereinfachten Verfahren wollte die CSU nicht mittragen. Bereits beim Wohnpark an der Adolf-Kolping-Straße habe man gesehen, dass sich die Bürger übergangen fühlten. "Wir wollen den gleichen Fehler nicht zweimal machen", betonte Sprecher Appl.

Der Bürgermeister erklärte, dass die Bürgerbeteiligung immer vier Wochen dauere, ob nun ein vereinfachtes oder ein reguläres Verfahren durchgeführt werde. Josef Lehner (CUU) meinte, das Gremium solle "auf Linie bleiben". Andere Projekte dieser Art wurden bereits genehmigt, da könne man jetzt nicht anders urteilen. Im Übrigen werden auch viele Einfamilienhäuser genehmigt, die allerdings nicht im Stadtrat besprochen werden müssen und deshalb nicht publik würden.

Joachim Neuß (FW) sah als Pluspunkt an, dass sich in Auerbach durchwegs lokale Investoren engagieren, die den Bedarf an zeitgemäßen Wohnungen in Auerbach erkannt hätten. Der Stadtrat stimmte schließlich der Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes "Wohnanlage Meiergraben" im "vereinfachten Verfahren" mehrheitlich zu.

Der vorliegende Entwurf wurde gebilligt, die Bürger- und Behördenbeteiligung werden eingeleitet. Die Planungskosten werden durch den Träger des Vorhabens übernommen. Die vier Gegenstimmen kamen von Herbert Appl, Birgit Barth, Bernhard Hinteregger und Dr. Ulrich Jung (alle CSU). Siegfried Neukam stimmte als einziger "Schwarzer" für das Projekt.

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