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Donnerstag, 22.08.2019

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Geisterfahrer in der A9-Baustelle bei Pegnitz

Nach einem Stau werden einige Fahrer ungeduldig und beginnen mit gefährlichen Wendemanövern - 12.07.2019 19:13 Uhr

Gewagtes Wendemanöver: Gefährliche Szenen spielten sich am Donnerstagnachmittag auf der A9 zwischen Pegnitz und Trockau ab. © Foto: Markus Roider


Gegen 16.30 Uhr war Alexandra N. (40) auf der A9 in Richtung Berlin unterwegs. Rund 200 Meter vor der Baustelle bei Pegnitz staute sich der Verkehr. Im Radio war zu hören: "Ein Pannenlaster sorgt für Behinderungen." Sofort machte die 40-Jährige Platz und sorgte für die Bildung einer Rettungsgasse. Ihr folgten weitere Autofahrer, alles scheint zunächst zu klappen. Doch als der Verkehr völlig zum Erliegen kommt, werden einige Kraftfahrer offenbar ungeduldig.

Vor Alexandra N. beginnen einige Autos mit gefährlichen Wendemanövern. Einige fahren über den Standstreifen zurück, wollen die Behelfsausfahrt für Rettungskräfte nutzen. Andere tauchen plötzlich in der Rettungsgasse als Geisterfahrer auf. Hoch gefährlich, vor allem weil der Stau sich schon langsam auflöst und die Geisterfahrer dann auf den nachfließenden Verkehr treffen.

Sinnlos war auch der Ausbruch weiterer Autofahrer, die über den Standstreifen am Stau vorbeizogen. Nach wenigen hundert Metern landeten sie in der Baustellenspur und trafen etwas weiter auf die frischen Asphaltierungsarbeiten. Weiterfahrt ausgeschlossen.

Die Polizei wusste von den Kapriolen der Autofahrer. Werner Weismeier von der Verkehrspolizeiinspektion Bayreuth berichtet auf Nachfrage, dass bereits eine Streife in den Bereich geschickt wurde. "Wir konnten niemanden mehr feststellen", sagt der Beamte. Er baut aber auf die Auswertung der Pressefotos. Denn hier liegt kein Kavaliersdelikt vor. "Das ist schon eine besondere Tat", sagt Weismeier. Die erwähnten Autofahrer hätten sich nicht nur dem Missbrauch der Rettungsgasse strafbar gemacht, was zunächst bereits 400 Euro Bußgeld, drei Monate Fahrverbot und zwei bis drei Punkte in Flensburg nach sich zieht. Auch das Befahren entgegen der Fahrtrichtung ziehe 200 Euro, zwei Punkte und Fahrverbot nach sich. Wird jemand gefährdet oder passiert dadurch ein Unfall, gehen die Strafen noch weiter nach oben.

Jeden zu kriegen, das sei ein Kampf gegen Windmühlen. Außerdem fehle das Personal, sagt Weismeier. Beispielsweise am Donnerstagnachmittag habe man im Rückstau der Lanzendorfer Brücke Lastwagenfahrer stoppen müssen, die verbotswidrig die linke Spur genutzt haben. Der Rückstau reichte hier bis Marktschorgast zurück, was viele Brummifahrer zum drängeln animierte. Andere haben die Autobahn verlassen und quälten sich durch die engen Passagen der alten B 2 in Bad Berneck. Zum wiederholten Ärgernis der Anwohner.

Entzug der Fahrerlaubnis droht

Weismeier will aber nicht warten, bis etwas passiert. Mit den Pressefotos will er die Fahrer zur Rechenschaft ziehen. "Wir müssen hier auch darüber nachdenken, ob diese Fahrer überhaupt geeignet sind, ein Kraftfahrzeug zu führen", meint der erfahrene Beamte.

Denn die Polizei sei verpflichtet, solche Vorfälle der Fahrerlaubnisbehörde zu melden. Diese könne wiederum veranlassen, dass der Autofahrer einem Verkehrspsychologen vorgestellt wird.

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Eine der größten Staurouten wird die Strecke zwischen Berlin und München sein, heißt es. Besonders zwicken soll es dann in den Baustellen bei Himmelkron und Trockau. Deshalb gilt: für die nächsten Tage mehr Zeit einplanen und viel Geduld. 

MARKUS ROIDER

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