Vorsitzender bittet um finanzielle Unterstützung

Geldsorgen bei den Faust-Festspielen

17.11.2021, 15:10 Uhr
Quo vadis? Die Veranstalter der Faust-Festspiele (links, Geschäftsführer Uwe Vogel) haben auch in Pottenstein Geldsorgen und hoffen auf Unterstützung ihrer neuen Heimatstadt. Damit sich der Stadtrat ein Bild machen kann, wird zunächst eine Kostenaufstellung verlangt.

Quo vadis? Die Veranstalter der Faust-Festspiele (links, Geschäftsführer Uwe Vogel) haben auch in Pottenstein Geldsorgen und hoffen auf Unterstützung ihrer neuen Heimatstadt. Damit sich der Stadtrat ein Bild machen kann, wird zunächst eine Kostenaufstellung verlangt. © Foto: Archiv/Hans von Draminski

Vor einem Jahr verkündeten die Verantwortlichen, rund um die Faust-Festspiele eine neue Heimat gefunden zu haben. An der Schüttersmühle im Klumpertal, unweit der Teufelshöhle, wollen die Veranstalter künftig die Festspiele stattfinden lassen. Im Juni 2022 soll es losgehen. Doch bis dahin ist es wohl noch ein weiter Weg. Denn im Rahmen des Umbaus des neuen Geländes wurden laut Vogel umfangreiche Fördermaßnahmen beantragt, die jedoch nicht in vollem Umfang ausgezahlt wurden. "Der Landkreis Bayreuth hat nicht die Förderung ausgezahlt, die erwartet wurde", bestätigt Bürgermeister Stefan Frühbeißer (CWU-UWV).

Ratsmitglieder skeptisch

Aktuell habe der Verein ein Defizit von 10 000 Euro, damit der geplante Auf- beziehungsweise Umbau stattfinden kann. Einen kleinen Teil solle nun die Stadt übernehmen. Als kleinen Anreiz für eine Zusage nannte Vogel in seiner E-Mail die stark gebeutelte Gastronomie und Hotels in Pottenstein und Umgebung, die durch die Faust-Festspiele profitieren könnten. So habe die Veranstaltung zum jetzigen Zeitpunkt bereits ein Einzugsgebiet von über 250 Kilometern – Tendenz steigend.

Eigentlich habe die Stadt Pottenstein den Veranstaltern zu Beginn der Zusammenarbeit klargemacht, dass die Verwaltung lediglich organisatorisch unter die Arme greifen könnte, gab Bürgermeister Stefan Frühbeißer zu bedenken. "Wir haben nicht in Aussicht gestellt, Investitionsförderungen zu leisten", sagte Frühbeißer während der Stadtratssitzung am Montagabend. Die Vorbereitungen für die Faust-Festspiele im kommenden Jahr liefen bereits an. So wurde zum Beispiel das Gelände aufgeschottert und auch in Zukunft gingen die Arbeiten weiter. Der gesamte Bereich müsse noch eingezäunt werden und auch ein Kassenhäuschen sei geplant.


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Einen Grund nannte Frühbeißer, weshalb es schwierig sei, "Nein" zu sagen. Bereits in vorherigen Gesprächen habe sich das Ensemble dazu bereit erklärt, ein exklusives Pottensteiner Festspiel-Stück zu schreiben. "Zum Jubiläumsjahr – 100 Jahre Teufelshöhle – soll es ein Theaterstück geben zu unserer Legende. Diese Aufführung wird dauerhaft im Programm bleiben. Vielleicht können wir auch das honorieren", gab er an das Gremium als Entscheidungshilfe weiter und verwies darauf, dass dieses Stück und nicht die alleinige Anfrage der ausschlaggebende Grund sei, weshalb er dem Verein helfen möchte. Nachdem sich Stadträtin Birgit Haberberger (CSU) ebenfalls für eine Unterstützung aussprach, zeigte sich der Dritte Bürgermeister Christian Weber (JL) etwas skeptisch: "Nur auf Grundlage dieser E-Mail mit etwas mehr als zehn Zeilen bin ich dafür, die Entscheidung zu vertagen. Ich sehe keinen Überblick, für was die 3000 Euro überhaupt benötigt werden. Von anderen Vereinen verlangen wir immer eine genaue Auflistung." So nannte er als Beispiel den Kinder- und Jugendzeltplatz in Haselbrunn, der 5000 Euro erhalten habe.

Auch der Zweite Bürgermeister Roland Lang (BU) äußerte Bedenken und mahnte, dass es nicht umsonst ein Maximum von fünf Prozent an Vereinsförderung gebe. "Das Stück könnten wir auch separat honorieren. Das Ganze ist schade. Wir haben darüber gesprochen, dass es keine finanzielle Hilfe für die Faust-Festspiele gibt, und jetzt, ein Jahr später, geht es schon los."

Der Aussage pflichtete der Bürgermeister bei und versicherte, dass zunächst die Investitionskosten dargelegt werden. "Grundsätzlich würde ich gerne ein positives Signal in Richtung des Vereins weitergeben. Ich gebe weiter, dass es eine Anerkennung für das Stück geben wird und wir auf die Aufstellung warten", sagte Frühbeißer abschließend und ließ den Stadtrat darüber abstimmen. Das Gremium bestätigte den Vorschlag.

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