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Gesundheit 5.0 bald per Chip im Ohr?

In Oberfranken laufen erste Versuche mit ärztlicher Versorgung von Patienten per Telemedizin - 25.06.2019 12:16 Uhr

Die Telemedizin soll die Hausärzte in ihrer Arbeit entlasten. © dpa/ Sebastian Gollnow


Mit dem Konzept "Gesundheitsversorgung 4.0" will "Oberfranken offensiv" neue Ansätze entwickeln. Weil zunehmend qualifizierte Arbeitskräfte fehlen, laufen in der Stadt Wallenfels und im Landkreis Wunsiedel Pilotprojekte, wie der Mehrbelastung im stationären und ambulanten Bereich begegnet werden kann. Auch der Bayreuther Kreistag befasste sich jetzt mit dem Thema.

Hauptziel ist die Verbesserung der hausärztlichen Versorgung von Patienten – vor allem in Pflegeheimen. Um dem Arzt die Routine-Heimbesuche zu ersparen, kann er im Rahmen der Online-Sprechstunde digital auf die Pflege- und Patientendaten zugreifen und mit dem Patienten kommunizieren. Wie funktioniert das? Im Rahmen des bundesweit einmaligen Projektes erstellt der Pfleger eine Nachricht über den Gesundheitszustand und übermittelt diese verschlüsselt an den betreuenden Hausarzt. Ein ampelähnliches Farbsystem gibt die Dringlichkeit an. Dabei reicht die Skala von einer nicht dringenden Meldung in "weiß" bis hin zu "rot", was bedeutet, dass der Arzt möglichst am gleichen Tag Kontakt mit dem Patienten aufnimmt, während die niedrigste Stufe ein bis zwei Tage Zeit hätte.

Im Bedarfsfall setzt sich ein Pfleger danach mit einem Tablet an das Bett, so dass der Arzt per Videosprechstunde Kontakt mit den Patienten aufnehmen oder sogar Krankheitssymptome in Augenschein nehmen kann.

Insgesamt 13 Mediziner in den beiden oberfränkischen Modellregionen wirken derzeit aktiv am Projekt mit. So sparen alle Beteiligten Zeit und am Ende haben Ärzte und Pfleger insgesamt mehr Ressourcen für die Betreuung der Patienten, lobt Gesundheitsministerin Melanie Huml. Sie träumt zudem von einem "Green Bus" zur einfachen Buchung von Krankentransporten. So werde Oberfranken zu einer "Smart Rural Area", was immer das ist.

Wir vom "Räuberstübl" denken schon an "Gesundheit 5.0". Wir glauben, dass wir bald Chips eingesetzt bekommen, über die eine Fernwartung unseres Gesundheitszustands möglich ist. Wenn die Firma Beka in Pegnitz per Telemetrie Öldruck, Temperatur und elektronische Systeme von Großbaggern oder Windkraftanlagen überwachen kann, dann müsste es auch bei Blutdruck, Fieber oder Blutbild möglich sein. Wir werden es erleben.  

ISI REINL

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