Sonntag, 18.04.2021

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Gesundheitsresort in Obernsees steht auf der Kippe

Nach plötzlichem Tod des Investors: Fragezeichen hinter geplantem Projekt neben der Therme - 07.04.2021 14:21 Uhr

So sollte das Gesundheitsresort nach dem Entwurf des Pegnitzer Planungsbüros Planprobau aussehen. Die Anlage entsteht in direkter Nähe zur Therme Obernsees und soll durch einen Gang mit ihr verbunden werden.

06.04.2021 © Grafik: Planprobau


Das Projekt Gesundheitsresort – eine Mutter/Vater-Kindklinik mit Gesundheitshotel – wurde in den vergangenen Jahren durch Roland Berlinger aus Bergen am Chiemsee konzipiert. Berlinger war gleichzeitig auch Geschäftsführer der Gesundheitsresort Truppacher Hof GmbH & Co. KG, die ihren Sitz im Mistelgauer Ortsteil Truppach hatte.

Finanzierung fehlte

Wie der Landrat und Verbandsvorsitzende informierte, seien die Planungen und die baurechtlichen Voraussetzungen für die Realisierung des Projektes abgeschlossen. Dieses sei bisher aber an der Finanzierung des Bauvorhabens gescheitert. Ein Betreiber für das Hotel hingegen habe zur Verfügung gestanden.

Berlinger ist zu Beginn das Jahres überraschend gestorben. Es sei daher nicht abzusehen, ob dieses Projekt weitergeführt wird. Landrat Wiedemann: "Es ist wohl eher davon auszugehen, dass nach dem Tod von Herrn Berlinger diese wichtige Investition im direkten Umfeld der Therme vorerst zum Stillstand kommen dürfte."

Rückblick: Der Gemeinderat stimmte zum Jahreswechsel 2019 dem Bauantrag der Firma zu und ließ damit die Katze aus dem Sack. Noch im selben Jahr sollte gebaut werden. Für die Therme Obernsees wäre das Resort im immer härter werdenden Konkurrenzkampf eine große Bereicherung, so der Mistelgauer Bürgermeister Karl Lappe damals. Es würde ein Alleinstellungsmerkmal schaffen.

Die Planung: Hintergrund war ein großer Bedarf solcher Einrichtungen, so Roland Berlinger bei der Vorstellung seines Projektes. Er entwickelte seit mehr als 30 Jahren derartige Anlagen bis zu Reha-Häusern und Kliniken. Der Nachfrage von damals 1,5 Millionen Familienangehörigen hätten nur 140 000 Plätze gegenübergestanden. Viele Details mussten abgeklärt werden. Dazu gehörte vor allem die Einbindung der Krankenkassenverbände, für die vor allem die Nähe der Therme eine bedeutende Rolle spielte.

Größenordnung: Entstehen sollten 104 Appartements mit 280 Betten für die Familien. Das Resort sollte Menschen aufnehmen, die zwar nicht schwer krank sind, jedoch an berufsbedingter, familiärer oder allgemeiner Erschöpfung leiden. Vor allem Alleinerziehende mit Kindern sollten in Obernsees Erholung finden.

Hotel und Einkaufsmarkt

So sollte gebaut werden: Die Planung sah die Ansiedlung eines Hotels sowie von Einkaufsmöglichkeiten vor. Sämtliche Gebäude würden dem aufsteigenden Gelände angepasst und mit flach geneigten Pultdächern ausgestattet werden. Die Dächer sollten begrünt werden. Bewusst wurde von Satteldächern abgesehen, die bei den Bettentrakten eine Höhe von 18 Metern hätten.

Vorgesehen war ferner ein "Bademantelgang" zur Therme mit einer Länge von etwa 150 Metern. Die Bebauung in nordwestlicher Richtung hat an der oberen Grenze einen Abstand von 35 Metern zu den Ferienhäusern.

Insgesamt 15 000 Quadratmeter Geschossflächen würden die einzelnen Gebäude, zu denen Bettentrakt, Therapieräume, Bewegungsbad, Restaurant für Patienten bis hin zu einem Parkhaus gehören, umfassen. Das zur Verfügung stehende Areal hat eine Grundstücksgröße von 18 500 Quadratmetern, davon würden 6400 Quadratmeter bebaut.

MICHAEL GRÜNER

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