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Montag, 13.07.2020

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Glasfaser bis zum entlegensten Winkel

Landkreis und Telekom schließen einen Kooperationsvertrag: Sieben Millionen Euro für Anbindung ans Breitbandnetz. - 11.03.2020 17:40 Uhr

In den vergangenen Jahren lief der Ausbau des Breitbandnetz fürs schnelle Internet. Nun werden auch entlegene Bereich ans Glasfasernetz angebunden. Das Bild zeigt eine Kabelverlegung bei Neudorf/Pegnitz. © Archivfoto: Ralf Münch


Nun können in neun Kommunen rund sieben Millionen Euro für schnelles Internet investiert werden. Kürzlich unterzeichneten der Landkreis und die Telekom dafür einen Kooperationsvertrag. Er sieht leistungsfähige Internetanschlüsse auch für entlegene Bereiche, Weiler und Höfe vor. "Das ist bei uns dringlich, sonst werden ländliche Räume abgehängt", so Landrat Hermann Hübner.

In den Genuss des Ausbaus kommen Bad Berneck, Betzenstein, Creußen, Goldkronach, Pegnitz, Prebitz, Schnabelwaid, Speichersdorf und Weidenberg, wie Max Frankenberger von der Regionalen Entwicklungsagentur erkläre. In den Kommunen befinden sich viele Bereiche ohne leistungsfähige Internetzugänge. Das Landratsamt hatte die Gemeinden dazu befragt. Ein komplexer und zeitaufwendiger Prozess, der gemeinsam mit den Gemeinden begann und mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung endet, so Detlev Schmidt, Chef der Entwicklungsagentur.

Der Aufwand war immens, wie Landrat Hermann Hübner betont: "Früher hat man so Fahrten zum Mond geplant." Mit Hilfe der Breitbandberatung Bayern wurden zunächst die Internetanbindungen in den entlegenen Bereichen untersucht. Dann ging es um die Frage, ob ein Kommunikationsunternehmen vielleicht selbst in dem Bereich tätig werden will.

 

"Weiße Flecken"

 

Alle Hausanschlüsse mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde Übertragungsgeschwindigkeit wurden letztlich als unterversorgt und somit als "Weißer Fleck" definiert. "Mit unserem Vorgehen anstelle der Gemeinden hatten wir für gewisse Zeit eine Vorreiterrolle", sagte Landrat Hübner. Es habe dazu sogar Anrufe von anderen Gebietskörperschaften gegeben. Der Landkreis wolle auch künftig mit Hilfe von Fördermitteln das Glasfasernetz ausbauen. Gut Werk braucht Weile: Wer immer noch abseits der schnellen Datenbahn lebt, wird sich trotz der Kooperation noch gedulden müssen. Denn so schnell wird es mit dem Baubeginn erst mal nichts.

Frohlockte zwar der Landrat, die Kabel könnten schon in diesem Jahr in der Erde sein, warb der Telekom-Süd-Chef Josef Scherl um Verständnis für den Baubeginn erst im Jahr 2021. Die Gründe dafür: Auch die Feinplanung brauche Zeit, die Kapazitäten seien begrenzt, zumal Telekom-Süd bei der Erschließung des Vogtland-Kreises in Sachsen aushelfen müsse. Außerdem sei es schwierig, gegenwärtig Tiefbaubetriebe mit freien Kapazitäten zu finden. 2021 könne aber mit dem Baubeginn gerechnet werden. Es werde dann wahrscheinlich weniger als vier Jahre dauern, die weißen Flecken in den beteiligten Kommunen zu erschließen, so Josef Scherl weiter.

Die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden, von denen die meisten in der Sitzung anwesend waren, nahmen seine Ausführungen zur Kenntnis. Falls es bei den Bauarbeiten Probleme gibt, wissen die Bürgermeister, an wen sie sich wenden können.

InfoDie Telekom will im Landkreis 181 Kilometer Glasfaser verlegen und 79 Verteilerkästen aufstellen. Einen Kilometer Glasfaser zu verlegen kostet nach Angaben des Unternehmens im Schnitt 70 000 Euro. Nach Abschluss des Projekts können nicht nur die 800 Haushalte, die Gegenstand der Ausschreibung waren, vom Breitbandausbau profitieren, sondern insgesamt 3500 Haushalte, die mit bis zu 250 Mbit im Internet surfen.

UDO BARTSCH

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