Mittwoch, 29.01.2020

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Großer Theologe: Trauer um gebürtigen Wellucker

Johann Baptist Metz starb im 92. Lebensjahr - Begründer der "Neuen Politischen Theologie" - 04.12.2019 19:07 Uhr

05.08.1928 - 02.12.2019 © Foto: Benedikt Plesker/epd


Metz wurde am 5. August 1928 in Welluck geboren. Als Zehnjähriger verlor er seinen Vater und im Alter von 16 Jahren musste er in den Krieg ziehen. Aus dem Krieg zurückgekehrt studierte der Kaufmannssohn nach der Erlangung der allgemeinen Hochschulreife ab 1948 Philosophie und Theologie in Bamberg, Innsbruck und München. 1954 wurde er im Bamberger Dom zum Priester geweiht.

Nach einer Kaplanstelle in Ebrach setzte er das Studium fort, ging wieder nach Innsbruck in die Schule seines wichtigsten Lehrers Karl Rahner. Er promovierte in Philosophie und Theologie. Nach seiner theologischen Promotion 1961 habilitierte er bei Rahner in München. 1963 wurde er als Professor an die Universität Münster berufen.

Professor in Münster

Als Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Münster war er von 1971 bis 1975 Berater der gemeinsamen Synode der bundesdeutschen Bischöfe. Er war zudem Mitbegründer der theologischen Zeitschrift "Concilium" und Mitglied des Gründungsausschusses der Universität Bielefeld.

Die Universität Wien, an der Metz als vielfach ausgezeichneter Theologe von 1993 bis 1997 eine Gastprofessur innehatte, verlieh ihm 1994 die Ehrendoktor.

Er zählte zu den bedeutendsten Theologen Deutschlands und verfolgte auch im hohen Alter das kirchliche und politische Geschehen, um sich mahnend in die aktuelle Debatte einzumischen.

Monströse Pfarreien in großflächigen Räumen wie sie derzeit bei der Umstrukturierung und Neustrukturierung von Seelsorgebereichen, Dekanaten auch im Erzbistum Bamberg entstehen, lehnte Metz ab. Sie führen in seiner Sicht zum "Beteiligungsschwund" der Gläubigen und vergrößern die Anonymität.

Demgegenüber befürwortete er die Pflege von Erfahrungsaustausch und die Bildung von Erzählgemeinschaften in den Gemeinden. Dies gelte gerade auch für den Dialogprozess über die Zukunft der Kirche.

 

KARL SCHWEMMER

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