Neuhaus/Pegnitz will zeitnah beginnen

Grundschul-Neubau unkalkulierbar: Baupreise galoppieren davon

Brigitte Grüner

11.5.2022, 05:11 Uhr
Der Hartplatz hinter der Turnhalle wird laut Bauzeitenplan im August rückgebaut. Im dritten Quartal sollen dann die Baumeisterarbeiten für die neue Schule beginnen.

© Foto: Brigitte Grüner Der Hartplatz hinter der Turnhalle wird laut Bauzeitenplan im August rückgebaut. Im dritten Quartal sollen dann die Baumeisterarbeiten für die neue Schule beginnen.

Der Gemeinderat lässt sich von diesen Fakten nicht schrecken und votierte in der jüngsten Sitzung einmütig dafür, die Baumeisterarbeiten als ersten Schritt auszuschreiben. Auch mit dem von Architekt Norbert Thiel vorgelegten Bauzeitenplan waren alle Mitglieder des Gremiums nach ausführlicher Diskussion und einigen Rückfragen einverstanden.

"Wollen zeitnah beginnen"

"Wir wollen zeitnah beginnen", machte Bürgermeister Josef Springer gleich zu Beginn der Sitzung deutlich. Der Architekt schlug den ersten Spatenstich im September vor. Vorher müssen noch der Sportplatz rückgebaut und eine Baustraße angelegt werden. Viele Baufirmen seien bis zum Herbst belegt, wusste Norbert Thiel aus seiner Erfahrung. Es solle daher ein Baubeginn im letzten Quartal des Jahres 2022 vorgesehen werden. Wenn die Frist zu eng gesetzt wird, hätte das womöglich nur wenige Anbieter zur Folge. "Es macht Sinn, die Zeitspanne offener zu gestalten."

Darüber hinaus sprach sich der Hersbrucker Architekt dafür aus, zunächst nur die Baumeisterarbeiten auszuschreiben. Diese machen etwa 35 Prozent der Gesamtkosten aus. Sobald diese starten, könne man in einem zweiten Block die anderen Gewerke wie Zimmererarbeiten, Dachdecker, Fenstereinbau, Heizungsbau und Elektroinstallation mit konkreten Terminen ausschreiben. Die nötigen Leistungsverzeichnisse seien bereits fertig.

Die Baumeisterarbeiten werden wegen des Volumens von rund 1,13 Millionen Euro öffentlich im elektronischen Staatsanzeiger ausgeschrieben. Der Gemeinde sei es erlaubt, bekannte Unternehmen auf die Ausschreibung aufmerksam zu machen, so Thiel. Alle anderen Arbeiten können beschränkt ausgeschrieben werden.

Bezüglich der zu erwartenden Preise sprach der Architekt von einem "Blick in die Glaskugel". Aktuell sei mit einer Erhöhung der im Vorjahr kalkulierten Preise von fünf bis sieben Prozent zu rechnen. Sollte die Ausschreibung eine deutliche Erhöhung ergeben, könne die Gemeinde zurücktreten oder sich von der Vergabestelle der Regierung juristisch beraten lassen. Sollten Firmen aufgrund teurer gewordener Materialien höhere Preise verlangen als zunächst vereinbart, so müssen die neuen Preise nachgewiesen und offen kalkuliert werden, sagte der Planer. Deutlich konkreter konnte Thiel die Bauzeit angeben. Er rechne mit 14 Monaten, wobei ein strenger Winter die Maßnahme auch verzögern könnte.

Beheizt wird die neue Schule, die auch eine Fußbodenheizung bekommen wird, mit einer Wärmepumpe. In Spitzenzeiten könnte eine Gastherme zugeschaltet werden. Vorgesehen wird auch eine Nachrüstung mit Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach des Schulhauses. Im Idealfall könne sogar Strom eingespeist oder gespeichert werden.

Die dezentrale Lüftungsanlage läuft begleitend und führt in jeder Jahreszeit frische Luft zu. Im Trakt der Schulleitung sollen Glaselemente im Flur für Auflockerung und Transparenz sorgen, kündigte Thiel an. Ein Gespräch zur konkreten Ausstattung werde mit der Schulleitung noch anberaumt. Im Trakt der Klassenzimmer werden die Wände mit Holz verschalt.

Rücksprache mit Landratsamt

Bürgermeister Josef Springer (CSU) hatte Bedenken, die Ausschreibung vor der Genehmigung des Haushalts und damit vor der Finanzierung des Projekts zu beschließen. Die Gemeinde wird mit dem Landratsamt Rücksprache nehmen. Mit dem Bauzeitenplan des Architekten und der Vorbereitung der Ausschreibung war das Gremium unisono einverstanden. Es fehlten allerdings Stephan Ertl (CSU) und Elmar Hayn (Grüne). Voraussichtlich in der Juli-Sitzung sollen die Baumeisterarbeiten vergeben werden.

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