Grünes Licht für den Zirkus Carl Althoff in Pegnitz

21.6.2017, 08:57 Uhr
Probe für eine Tiernummer beim Zirkus Carl Althoff, der nach Pegnitz kommt. In Hersbruck musste der Zirkus eine städtische Verordnung umgehen.

Probe für eine Tiernummer beim Zirkus Carl Althoff, der nach Pegnitz kommt. In Hersbruck musste der Zirkus eine städtische Verordnung umgehen. © Klaus Trenz

Der Hersbrucker Stadtrat hat eine Vereinbarung getroffen, die es Zirkusse mit Wildtieren nicht erlaubt, auf städtischem Grund aufzutreten. Die Künstler haben sich auf dem Grundstück eines Privatmanns niedergelassen, der nichts von der Vereinbarung wusste. Wie sieht es in Pegnitz aus?

Eine solche Vereinbarung gibt es in Pegnitz nicht. Der Grund dafür ist einfach, wie Zweiter Bürgermeister Wolfgang Nierhoff (Pegnitzer Gemeinschaft) erklärt, der den urlaubenden Uwe Raab (SPD) im Amt vertritt: Die Stadt hat keine Flächen, auf denen Zirkusse sich einrichten könnten.

Somit hat Pegnitz kein Hoheitsrecht. Die Fläche an der Bundesstraße 2 am Ortseingang aus Neudorf kommend ist in Privatbesitz. Sie gehört der Familie Arz. Diese habe „ein Herz für den Zirkus“, wie Reinhard Arz erklärt. Deshalb stellt man die Fläche zur Verfügung. Die Zirkusse melden sich in der Regel ein paar Wochen vor dem Auftritt bei Familie Arz und fragen an, ob sie auf das Gelände dürfen. „Um die Einhaltung von Verordnungen muss sich aber der Veranstalter kümmern“, so Arz weiter. Dieser habe ja auch die Verantwortung.

Keine Probleme

Es seien schon öfter Zirkusse mit Tieren zu Gast gewesen, Probleme gab es nicht. Arz schaue „ ab und zu vorbei“, wenn ein Zirkus seine Zelte auf der 3000 Quadratmeter großen Familienwiese aufschlägt. Die wurde vor „zwei, drei Jahren“ aufgeschüttet. Das Niveau lag tiefer. Doch Arz findet, dass die Lage ein „einmaliges Festgelände“ ist. Seitdem gastieren immer wieder Zirkusse dort.

Wie viele Anfragen Arz jährlich erhält, möchte er nicht verraten. Ebenso wenig, wie viel Geld er für die „Miete“ erhält. „Es ist ganz wenig“ und er sei froh, wenn er „den armen Leuten“ helfen könne. Ihn freue es, wenn ein Zirkus Erfolg habe und wieder komme. „Der Zirkus, der im Winter hier gestrandet ist, kommt jedenfalls nicht mehr, das haben mir die Artisten gesagt“, so der Zirkusfreund. Nierhoff geht davon aus, dass sich das Landratsamt Bayreuth um die Genehmigungen kümmert. Und dass der Zirkus diese hat.

Der Verband deutscher Circusunternehmen (VDCU) hat sich zum Vorfall in Hersbruck gemeldet: Der Zirkus habe richtig gehandelt, auch wenn der Stadtrat gegen auftretende Wildtiere sei. Zudem verpflichten sich Verbandsmitglieder, die Auflagen der Tierhaltegenehmigung zu erfüllen. „Der Zirkus hatte bisher nur positive Eintragungen der kontrollierenden Veterinäre“, so der Verband.

Das Landratsamt Bayreuth erklärt, dass die Stadt doch für die Sicherheit zuständig ist. Eine Stellungnahme will die Behörde noch nachreichen.

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