Heimischen Landwirten laufen die Kosten davon

7.2.2018, 23:27 Uhr
die Bauern fühlen sich in Sachen Wolf alleine gelassen.

die Bauern fühlen sich in Sachen Wolf alleine gelassen. © dpa

Norbert Böhmer, Landwirt und Weidehalter aus Plankenfels kritisierte, dass die Bauern in Sachen Wolf alleine gelassen würden. Das Problem werde in der Öffentlichkeit bagatellisiert.

"Wie sollen wir mit dem Neubürger Wolf umgehen", so Böhmer, der sich intensiv damit beschäftigt hat. Nutztierhalter würden wenig Freude daran haben, so viel steht fest. Auch er hat schon fünf Tiere verloren. Ob es der Wolf war, sei aber lediglich ein Verdacht. Einen entsprechenden DNA-Test gebe es nicht, weil die Tiere ja verschwunden sind.

Aktuell gibt es laut Böhmer 70 Rudel in Deutschland. Das bedeute 700 bis 800 Tiere. Gehe man davon aus, dass ein Rudel 250 Quadratkilometer besetzt, bedeute das, dass der Wolf in Deutschland längst angekommen sei. Der Landwirt sprach von bundesweit mittlerweile mehr als 10 000 Nutztierrissen.

Die Tiere auf betroffenen Weiden würden ihr Fressverhalten ändern, vor allem Jungtiere stünden verstärkt unter Stress. Auch Ausbrüche von ganzen Herden als Folge eines Wolfangriffs hätten bereits für Wirbel gesorgt. So blockierten entlaufene Tiere in Niedersachen stundenlang eine ICE-Strecke. Wer für den Schadensersatz aufkommt, sei völlig ungeklärt. Mittlerweile seien aber nicht nur die Tiere auf den Weiden vom Wolf bedroht, sondern auch Tiere in Außenklimaställen und Kälberiglus.

Als einzige wirksame Gegenmaßnahme bezeichnete der Sprecher eine komplette elektrische Einzäunung in Kombination mit Herdenschutzhunden. Allerdings sei der Wolf sehr schlau und lernfähig und könne locker über einen 1,50 Meter hohen Zaun springen.

Vorteil des Herdenschutzhundes sei, dass er sein Revier markiere und damit den Wolf fernhalte. Positiver Nebeneffekt: Auch Schwarzwild würde fern bleiben. Allerdings müsse eine elektrische Einzäunung ständig ausgemäht sein. Was einen riesigen Arbeitsaufwand bedeute. Neben der Förderung von Zäunen und Herdenschutzhunden sprach sich Böhmer für Abschussgenehmigungen von Wölfen aus. "Zum Problemtier wird der Wolf, wenn er sich beim Menschen sehen lässt. Nicht erst, wenn er einen Menschen anfällt", so der Landwirt.

Zum Dauerthema ist bei Jagdgenossenschaften längst die Schwarzwildproblematik geworden. "Der Bestand ist nicht weniger, die Strecke allerdings geringer geworden", so Kreisvorsitzender Harald Roder. Woran dies liegt, ist ungewiss. Vielleicht seien die Jäger überlastet und stießen an ihre Grenzen. Oder aber das Schwarzwild sei schlauer geworden.

Besonders wichtig ist die Reduzierung des Schwarzwildbestandes vor allem wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest. Gottfried Krommer, Leiter des Sachgebietes Veterinärwesen, bei der Regierung von Oberfranken sprach von einer echten Herausforderung.

Fachleuten zufolge sei es gar nicht mehr die Frage, ob, sondern wann die Schweinepest in Deutschland ankomme. Auch wenn die Krankheit für Menschen völlig ungefährlich sei, würden bei einem Vorkommen in Deutschland sämtliche Märkte einbrechen. Exporte würden sofort wegfallen.

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