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Dienstag, 15.10.2019

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Heiße Zeiten für Schüler: Freibad statt Sport

Unterricht endet in Pegnitz meist nach der 5. Stunde Abschlussprüfungen teilweise vorverlegt - 25.06.2019 09:00 Uhr

Oberste Devise bei Hitze: möglichst viel Wasser trinken. Das wissen auch diese Schüler des Gymnasiums Pegnitz. Im Gegensatz zu vielen anderen Schulen wird am Gymnasium weitgehend normaler Unterricht nach Stundenplan erteilt. Allerdings entfällt am voraussichtlich super heißen Mittwochnachmittag der Unterricht komplett. © Foto: Klaus Trenz


"Bei uns fällt am Mittwochnachmittag, dem wahrscheinlich heißesten Tag der Woche, der Nachmittagsunterricht für die Mittelstufe komplett aus", erklärte der stellvertretende Schulleiter Rudi Mense auf NN-Anfrage. Andere Jahrgänge hätten am Mittwochnachmittag ohnehin unterrichtsfrei.

Einen Wasserspender gibt es im Schulhaus nicht. Mense verweist stattdessen auf den Getränkeautomaten mit Mineralwasser, auf den Pausenverkauf von Mineralwasser und auf Wasserhähne in jedem Klassenzimmer sowie natürlich die Wasserhähne in den Schultoiletten. Mense weiß von keinem Fall eines Hitzekollaps von einem Schüler.

Mit Blick auf die anströmende Saharaluft hat die Schulleitung "den Hausmeister beauftragt", nachts die Klassenzimmerfenster zum Lüften zu kippen. Am Morgen sollen dann vor allem im stark sonnenbeschienenen Neubauteil die Rollos nach unten gezogen werden.

Der bevorstehende Abischerz am Dienstag hilft zusätzlich bei der Hitzeschlacht: "Dann endet der reguläre Unterricht bereits nach der 4. Stunde."

Einen eigenen Elternbrief hat der Pegnitzer Mittelschul-Rektor Thorsten Herzing diese Woche zur Hitzeplage verfasst. Eltern hatten die Wahl, ihre Kinder in der gebundenen Ganztagesklasse am Nachmittag betreuen zu lassen. Oder diese — wie alle übrigen Schüler — nach der 5. Stunde nach Hause zu lassen. Herzings Erfahrung: "Gerade im zweiten Stock heizen sich die Klassenzimmer stark auf." Umgekippt sei zwar in jüngster Zeit noch kein Schüler, "man merkt aber, dass sie kreislaufmäßig Probleme bekommen".

Ausnahme für Examen

Besonders im Pech: die Abschlussjahrgänge von Mittel- und Realschulen. Schulleiter Herzing: "Diese Woche laufen die Mittlere-Reife-Prüfungen." Die Examensschüler müssten also bis längstens 13 Uhr durchhalten.

Wegen der Prüfungen soll die Turnhalle "ausreichend belüftet werden." Herzing: "Die Lüftung läuft auf Hochbetrieb." Prüfungszeit auch in der Realschule. Beginn ist ausgerechnet am Mittwoch. Die Realschüler brauchen ihre Hitzekondition bis immerhin 12.30 Uhr.

Auf Wunsch der Schülermitverwaltung (SMV) soll auch noch ein Wasserhahn zum Auffüllen von Wasserflaschen in der Aula installiert werden. Schulleiter Christoph Kasseckert glaubt, dass es in der Realschule knapp 100 Wasserhähne für Schüler gibt.

Ein Herz für Prüflinge hat in Pottenstein der Leiter der Graf-Botho-Schule, Marco Speckner. "Wir haben die Abschlussprüfung für Kunst und Informatik am Dienstag von 10 auf 8 Uhr vorverlegt." Die normalen Unterrichtszeiten blieben von den Hitzekapriolen unberührt. So würde ein Teil der Kinder zur offenen Ganztagsschule nach Gößweinstein gebracht. Andere Schulkinder würden den ASB-Hort im Pottensteiner Schulhaus besuchen.

Die Dritt- und Viertklässler werden statt des üblichen Sportunterrichts mit ihren Lehrern das Freibad besuchen. Gerne belegt würde außerdem die "Außenklasse" auf dem Gelände der Graf-Botho-Schule. Da wird im Freien unterrichtet. Auf dem weitläufigen Schulgelände findet an heißen Sommertagen der Unterricht auch manchmal unter Bäumen im Freien statt.

Etwas Sorgen bereitet Rektor Speckner die Sportprüfung am Mittwoch. "Die ist schon etwas problematisch". Die Lösung von Schulleitung und Sportlehrern: "Wir wollen damit bis zum Ende der 4. Stunde fertig sein." Die Pottensteiner Schule verfügt als einzige aus der Hitzeumfrage über einen Wasserspender im Schulhaus. (Weiterer Bericht auf Seite 30).

FRANK HEIDLER

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