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"Helfer vor Ort" sind größtenteils zurück

Nach einer zweimonatigen Zwangspause aufgrund der Corona-Pandemie haben Ersthelfer ihren Dienst wieder aufgenommen. - 25.05.2020 23:59 Uhr

„Helfer vor Ort“ beziehungsweise „First Responder“ sind professionell ausgebildete Ersthelfer-Teams mit eigenen Fahrzeugen, die von der örtlichen Nähe zu möglichen Einsatzorten profitieren. Während der Corona-Krise wurde der Dienst aber ausgesetzt. © Foto: Roland Löb


Zur Erinnerung: "Helfer vor Ort" oder "First Responder" sind laut Vorgabe des Bayerischen Innenministeriums Ersthelfergruppen aus Mitgliedern einer freiwilligen Hilfsorganisation oder einer Feuerwehr und leisten im Vorfeld des Rettungsdienstes organisiert Erste Hilfe. Ziel der überwiegend ehrenamtlich organisierten Initiativen ist es laut Innenministerium, das "therapiefreie Intervall" bis zur Ankunft des öffentlichen Rettungsdienstes zu verkürzen und damit beispielsweise bei Schlaganfall-Patienten oder Herzinfarkten lebensrettend tätig zu werden.

"Organisierte Erste Hilfe ist weder Bestandteil des öffentlichen Rettungsdienstes noch dessen Ersatz, sondern dient lediglich der Unterstützung", betont das Ministerium. Dennoch sind HvO oder "First Responder" mittlerweile ein wichtiger Baustein des Rettungsnetzes, weil sie im Idealfall keine weiten Einsatzwege haben und dank solider Ausbildung fundierte Ersthilfe leisten können.

Mit dem Corona-Ausbruch stellten die meisten Helfer vor Ort beziehungsweise First Responder – insgesamt gibt es in der Region Pegnitz fünf Standorte mit rund 45 Teammitgliedern – vorläufig ihren Dienst ein. "Die meisten Standorte waren jetzt acht Wochen in Warteposition", resümiert Roland Löb, der selbst "Helfer vor Ort" ist. Königstein und Betzenstein seien Mitte Mai wieder "ans Netz gegangen", Edelsfeld startet am 1. Juni, Vorra wartet noch auf grünes Licht vom Kreisbrandrat, weil hier die Feuerwehr die Oberhoheit hat.

Hintergrund des Retter-"Lockdowns": Die ehrenamtlichen Ersthelfer sollten nicht dem Risiko einer Covid-19-Erkrankung ausgesetzt werden. "Die Freiwilligen starten meistens von zuhause in den Einsatz und fahren von dort auch wieder heim, ohne sich vorher in der Rettungswache umziehen und desinfizieren zu können", erklärt Roland Löb.

Zwar seien die Rettungsleitstellen dazu angehalten, mittels eines detaillierten Abfrage-Schemas schon bei Alarmierung abzuklären, ob am Einsatzort das Risiko einer Corona-Infektion bestehen könnte, die Gefahr für die ehrenamtlichen Ersthelfer und ihre Kontaktpersonen wurde von den Verantwortlichen aber als zu hoch angesehen.

"Nicht in der Alarmierungskette"

Die Ersthelfer werden in der Regel aber sowieso nur bei Notarzteinsätzen alarmiert, "bei normalen Notfällen sind sie gar nicht in der Alarmierungskette", sagt Löb und fügt hinzu: "Theoretisch könnte es auch passieren, dass ein First Responder einen Feuerwehrmann ansteckt und so ein ganzes Feuerwehrteam außer Gefecht setzt, weil die Leute in Quarantäne müssen", führt Roland Löb aus. Ein Szenario, das für die Feuerwehr-Seite einen mittleren GAU bedeuten würde.

Inzwischen sind die HvO und First Responder mit medizinischen FFP-2-Atemschutzmasken, Schutzkitteln und Brillen ausgestattet und wurden zudem besonders im Umgang mit Corona geschult.

Roland Löb lobt die Geduld der Teams in der Krise: "Die Leute haben durchgehalten", inzwischen sei die Situation wieder entspannt. Und die Menschen dürfen sich ein Stück sicherer fühlen.

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