Donnerstag, 28.01.2021

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Herausragend: NN-Leser spendeten rund 45.000 Euro

Mehr als 120 bedürftige Menschen konnten über die Aktion "Schmücken und Helfen" bedacht werden - 27.12.2020 22:46 Uhr

500 Euro spendete Landrat Florian Wiedemann (r.) an die NN-Aktion „Schmücken und Helfen“, die Thomas Knauber, früherer NN-Redakteur und Betreuer der Aktion aus Pegnitz, entgegen nahm.

27.12.2020 © Foto: Landratsamt Bayreuth


Knauber dankt besonders allen Firmen, ohne die diese Aktion nicht so leicht überall helfen könnte, und vor allem auch der NN-Hauptaktion "Freude für Alle", die dieses Mal 6000 Euro mehr als zuvor gab, nämlich 20 000 Euro.

Von den Firmen kamen in diesem Jahr: 5000 Euro vfm; 3000 Euro Kaiser-Bräu Neuhaus; 2000 Euro Georg Lang GmbH; 1500 Euro Sparkasse Bayreuth; 1000 Euro Klubert + Schmidt, Pottenstein; 500 Euro anonym von einer Firma; 500 Euro Hörgeräte-Akkustik Klaus Honisch; 300 Euro Cherry-Belegschaft Auerbach; 250 Euro Allianz Uwe Wiegärtner, Kühlenfels; 200 Euro Möbel-Dettenhöfer; 150 Euro ZF-Abteilung Arbeitsstrukturierung; 100 Euro Elektro-Glenk.

Alles genau vermerkt

Die Leser brachten fast 5000 Euro zu Familie Löhr in der Hauptstraße 59 (Schreibwaren Wöckel), die jede Spende genau vermerkte. Wir danken ihr sehr für diese Mithilfe. Darüberhinaus kamen über 5000 Euro aus Überweisungen dazu. Die Stadt Pegnitz gab 250 Euro und von Landrat Florian Wiedemann kamen 500 Euro.

Die alleinerziehenden Mütter hatten heuer nicht nur das Problem der Geldnot, sondern auch der Virus-Folgen. Mehr und mehr mussten Kinder in Quarantäne. Eine Mutter, selbst krank, stöhnte: "Das brauch ich nicht auch noch . . .". Ihr Sohn brachte die Infektion vom Hort mit. Er musste sofort weit weg ins Gesundheitsamt zum Test. Das war alles Stress für die kleine Familie.

In einem anderen Fall kam ein Unfall dazu. Im nächsten hat die Mutter Probleme, weil ihr Mann seit längerem verschwunden ist. Sie steht mit mehreren Kindern da, eines davon schwer lernbehindert. Viel Lebensoptimismus hat sie nicht mehr.

Die Spenden helfen auch einer alleinstehenden Frau, die sich immer mit kleinen Reinigungsjobs durchschlug, nach einer katastrophalen Kindheit. Jetzt steht eine Operation ihrer Wirbelsäule an. Und ein Hüftgelenk muss ersetzt werden. Es ist schon ihr zweites Ersatzteil, sagt sie. "Dann ist hoffentlich Ruhe. Das ganze Putzen über all die Jahre hat mir den Rest gegeben."

Fröhlicher ist eine andere ältere Dame, knapp unter 70. Sie ist zufrieden mit ihrem bescheidenen Dach über dem Kopf, mit dem Küchentisch und dem Radio. "Wir haben doch alles, was wollen wir noch? Das Virus: Das packen wir doch. Mein Vater musste mit 15 in den Krieg, als "klaans Bürschla". Der hat Schäden davon getragen. Viele Frauen hatten das Trauma der Vergewaltigung. Das haben wir nicht, wir haben keinen Krieg. Und die Pandemie? Die werden wir durchstehen."

Sie hängt nicht am Leben. "Ich hatte über 60 tätige Jahre. Da kann ich abschließen und gut gehen. Kein Tamtam, wenn mich Corona erwischt. Bin ich halt weg und lass den jüngeren Menschen den Vortritt." Sie verabschiedet sich: "Mach‘mer halt weiter aus der zweiten Reihe. A bissl was kann ich schon noch machen, zum Beispiel reden, mich einmischen."

Ähnlich tapfer ist eine alleinerziehende Mutter in der nächsten Kleinstadt. Sie ist immer guter Stimmung, immer fröhlich: "Ich bin stur, besonders wenn Probleme kommen. Ich lauf da nicht weg. Andere hätten längst den Kopf in den Sand gesteckt. Aber was bringt‘s?" Sie muss sich durchjobben, egal ob hier oder da. Dazu kommt das Homeschooling der Kinder – und ihr defektes Auto. "Ich hab‘s aus der Werkstatt geholt und mir gedacht: Ein Zuschuss wär‘ jetzt toll. Und da rufen Sie an."

Rückblick voller Frust

Eine andere Mutter hatte einen Unfall, beide Beine betroffen. "Aber ich lebe noch." Ihr Rückblick auf 2020 ist voller Frust. "Das Jahr war nicht der Burner. Das werden viele streichen."

"Schmücken & Helfen" unterstützt auch eine Familie mit einem behinderten Jungen. Bis zu seinem siebten Lebensjahr war er eigentlich gesund, trotz eines angeborenen Herzfehlers. Aber dann kamen die ärztlichen Versuche, um die Ursachen dafür zu beheben. Das Kind musste innerhalb eines Jahres zahllose Operationen über sich ergehen lassen. Sie halfen nicht. Aber eine der Folgen war ein Gehirnschaden. Seitdem leben die Eltern nur noch für ihn. "Wir haben so viel gekämpft. Und es ist alles umsonst gewesen."

Die Spenden geben weiter einer Rentnerin einen Hoffnungsschimmer, die aus einer fernen Großstadt herzog, in praktisch das kleinste Dorf. Sie bereut es nicht: "Hier in der Oberpfalz ist die Mentalität besser." Sie schlug sich immer mit Jobs durch, auch mit einer kleinen Firmengründung. Doch dann kam die Insolvenz. Und die viel zu kleine Rente. "Ich wollte nie krank machen wie andere. Ich wollte nicht dem Staat auf die Tasche fallen. Ich versuche auch jetzt, über die Runden zu kommen. Ich bin zäh, ich beiß mich durch. Ich kann auf Vieles verzichten."

INFOWenn Sie für "Schmücken & Helfen" spenden möchten, können Sie es direkt bei Schreibwaren-Löhr in der Hauptstraße 59 tun. Jeder, der mehr als 2,50 Euro gibt, kann eine von ihm signierte Kugel am NN-Christbaum aufhängen. Oder Sie überweisen an "Freude für Alle", Konto DE 62 7735 0110 0038 0645 72 bei der Sparkasse Bayreuth. Jeder Cent kommt an.

nn

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